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17.12.2014

07:57 Uhr

Datenklau am Geldautomaten

Schaden sinkt auf Rekordtief

Die Milliardeninvestitionen von Banken und Handel in sicheres Plastikgeld zahlen sich aus: Betrüger haben es an Geldautomaten schwerer, an sensible Daten zu kommen. Dennoch richtet „Skimming“ noch Millionenschäden an.

Der Betrug am Geldautomat nimmt zwar ab, richtet aber noch immer enorme Schäden an. dpa

Der Betrug am Geldautomat nimmt zwar ab, richtet aber noch immer enorme Schäden an.

FrankfurtModerne Technik hat den Datenklau an deutschen Geldautomaten nach dpa-Informationen 2014 auf ein Rekordtief gedrückt. In den ersten elf Monaten manipulierten Kriminelle bundesweit 134 Automaten, um Kartendaten und Geheimnummer (PIN) von Bankkunden auszuspähen. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre steigt die Zahl im Dezember - wenn überhaupt - kaum noch an.

Der Schaden durch solche „Skimming“-Angriffe summierte sich nach diesen jüngsten verfügbaren Zahlen auf rund 2,6 Millionen Euro - auch dies ein Rekordtief. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2013 wurden Daten an 341 Geldautomaten ausgespäht, der Schaden belief sich auf 11,3 Millionen Euro.

Im laufenden Jahr konnte sich die deutsche Kreditwirtschaft sogar mehr als die Hälfte der Schadenssumme zurückholen: Gemäß internationalen Abkommen müssen die Länder für betrügerische Geschäfte mit geklauten Kartendaten aufkommen, welche die niedrigeren Sicherheitsstandards haben. Dabei sind Deutschlands Banken dank Milliardeninvestitionen in moderne Technik wie EMV im Vorteil.

Wichtige Sicherheitstipps

PIN-Eingabe

Halten Sie Ihre PIN geheim und verdecken Sie immer die PIN-Eingabe am Geldautomaten oder Kassenterminal.

Original-Karte

Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Original-Karte zurückbekommen.

Geheimzahl

Die Geheimzahl sollten Sie getrennt von den Karten aufbewahren, also keinen Spickzettel im Geldbeutel und schon gar nicht auf der Karte notieren. Lernen Sie Ihre PIN am besten auswendig.

Kontoauszüge

Ihre Kontoauszüge sollten Sie sorgfältig und regelmäßig kontrollieren.

Kartensperrung

Geht die Karte verloren, muss sie umgehend gesperrt werden. Die Sperrnummer 116 116 ist kostenfrei aus dem deutschen Festnetz und aus dem Mobilfunknetz innerhalb Deutschlands zu erreichen.

SOS-Infopass

Ein SOS-Infopass mit allen Sperr-Notrufnummern für unterwegs steht auf www.kartensicherheit.de zum Download bereit. Am besten ausdrucken und getrennt von den Zahlungskarten im Gepäck verstauen.

Quelle

Quelle: Euro Kartensysteme, eine Einrichtung der Deutschen Kreditwirtschaft.

„Vor allem die Einführung der EMV-Technik hat viel gebracht“, bilanziert Margit Schneider von Euro Kartensysteme, einer Einrichtung der deutschen Kreditwirtschaft, die sich um das Sicherheitsmanagement für Zahlungskarten kümmert.

EMV-Karten sind mit einer Art Mini-Computer ausgestattet: Der Datensatz wird verschlüsselt, die Karte bei Gebrauch auf Echtheit geprüft - und zwar bei jedem Einsatz sowohl am Geldautomaten als auch an der Ladenkasse.

In Deutschland sind seit Ende 2010 alle rund 94 Millionen Girocards mit EMV-Chip ausgestattet, ebenso alle knapp 60.000 Geldautomaten und 720.000 Terminals im Handel. Weil sich diese Technik weltweit zunehmend durchsetzt, können gestohlene Kartendaten in immer weniger Staaten missbräuchlich eingesetzt werden.

Sicherer ist die Nutzung von Plastikgeld nach Schneiders Einschätzung auch dadurch geworden, dass immer mehr Banken das sogenannte Geoblocking eingeführt haben. Damit können Zahlungen in einzelnen Staaten auf kleine Beträge begrenzt oder vorübergehend ganz gesperrt werden. „Dadurch ist der durchschnittliche Schaden pro abgegriffener Karte ganz erheblich gesunken. Das reicht Kriminellen oft gerade noch für ein Taschengeld“, sagt Schneider.

Von

dpa

Kommentare (1)

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G. Nampf

17.12.2014, 09:44 Uhr

Solange EC-Karten einen Magnetstreifen haben, sind diese Karten unsicher

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