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21.01.2004

07:18 Uhr

Der Fiskus macht die betriebliche Altersvorsorge mit Steuervorteilen schmackhaft – bislang mit wenig Erfolg

Die neue Betriebsrente wird verkannt

VonGertrud A. Hussla (Handelsblatt)

Die Betriebsrente ist ins Gerede gekommen. Immer mehr Firmen reduzieren ihre freiwilligen Leistungen für Arbeitnehmer drastisch wie zuletzt etwa die Commerzbank oder der Gerling-Konzern. Arbeitnehmer müssen sich also nach Alternativen umsehen, um die Rentenlücken auszugleichen.

DÜSSELDORF. Außer der privaten Riester-Rente können Arbeitnehmer auf eigene Kosten einen Betriebsrentenvertrag (Eichel-Rente) abschließen – und dabei kräftig Steuern sparen. Mit der vor zwei Jahren eingeführten Eichel-Rente wurde das Angebot deutlich erweitert. Aber kaum mehr als fünf Prozent der Arbeitnehmer nehmen das Angebot bis jetzt wahr. Dabei lohnt es sich fast immer.

„Der Steuervorteil macht’s“, sagt Björn Schütt-Alpen, Geschäftsführer der Metallrente, ein Versorgungswerk, das für die gesamte Metallbranche Betriebsrenten organisiert. Und auch Uwe Neujahr von der auf Altersvorsorge spezialisierten Unternehmensberatung Heissmann ist überzeugt: „Bruttoeinkünfte für die Betriebsrente abzuzweigen ist ein ausgezeichnetes Mittel zur Altersvorsorge.“

Die staatlich geförderte Betriebsrente funktioniert so: Alles, was Arbeitnehmer in einen Betriebsrenten-Sparvertrag einzahlen, ist steuerfrei – und bis 2008 auch sozialabgabenfrei. Erst mit Beginn des Ruhestands sind dann die Renteneinnahmen zu versteuern. Zinsen und Zinseszinsen der staatlichen Förderung sind dabei das Sahnehäubchen. Bis zu vier Prozent des Brutto-Einkommens, aber maximal 2472 Euro können Arbeitnehmer jährlich steuerfrei einzahlen.

Ein Rechenbeispiel: Wenn ein 40-jähriger Single die volle Summe einzahlt, dann spart er 1389 Euro an Steuern und Sozialbeiträgen, das sind 56 Prozent der Beitragssumme. Im Endeffekt muss er also nur auf 1083 Euro seines Jahres-Nettos verzichten. Hat der Single seine Beiträge etwa in die Metall-Pensionskasse einbezahlt, dann erhält er mit 65 Jahren eine Betriebsrente von 550 Euro pro Monat – allerdings inklusive Überschussbeteiligung, die nicht garantiert ist. Bei einem Familienvater gleichen Alters mit zwei Kindern macht die Förderung von Vater Staat immerhin noch 48 Prozent des Jahresbeitrags aus.

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