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21.01.2006

09:00 Uhr

"Der Rückkaufswert darf nicht Null sein"

Nachzahlung bei Lebensversicherer rechtzeitig einfordern

Wer zwischen 1994 und 2001 seine Kapital-Lebensversicherung gekündigt hat, sollte sich jetzt um eine mögliche Nachzahlung des Restwerts kümmern. Sonst droht die Verjährung der Forderungen.

HB DÜSSELDORF. Nach dem Urteil des Bundesgerichtshofes zu den Kapitallebensversicherungen vom Oktober 2005 schienen Verbraucher sich auf satte Nachzahlungen einstellen zu können. Allerdings haben bisher nur wenige Versicherte Nachforderungen geltend gemacht, berichtet der Branchendienst Versicherungsjournal. Damit könnten viele Nachforderungen verjähren, ehe sie geltend gemacht werden.

Verbraucherschützer hatten den Versicherten empfohlen, nicht abzuwarten, sondern aktiv eine Neuberechnung zum Beispiel von Verträgen zu fordern, die im Zeitraum zwischen 1994 und 2001 abgeschlossen und nach relativ kurzer Zeit wieder gekündigt oder beitragsfrei gestellt wurden. In diesen Fällen sei nämlich von einem besonders hohen Verlust auszugehen, weil nicht nur durch den Abzug der Abschlusskosten in den Anfangsjahren kein oder nur ein sehr geringer Rückkaufswert entsteht.

Zusätzlich sei damals häufig auch eine Stornogebühr verlangt worden. Kunden sollten deshalb ihre Versicherung auf jeden Fall auffordern, die Verträge neu zu berechnen und zumindest auf einen Zwischenbescheid pochen. Nur so könne sichergestellt werden, dass die Verjährung gehemmt ist, betonen Verbraucherschützer.

Der Bundesgerichtshof hatte Mitte Oktober 2005 die Rechte von Verbrauchern bei der vorzeitigen Kündigung von Lebensversicherungen gestärkt. Die gezahlten Beiträge müssten dabei mit den einmaligen Abschlusskosten so verrechnet werden, dass der Rückkaufswert "einen Mindestbetrag nicht unterschreitet", so der Bundesgerichtshof. "Der Rückkaufswert darf jedenfalls nicht Null sein", betonten die Richter. Außerdem seien die Versicherer zu einem Stornoabzug nur berechtigt, wenn er wirksam vereinbart worden ist.

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