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14.02.2014

10:37 Uhr

Direktbank

ING-Diba streicht Überziehungszins

Deutschlands größte Direktbank ING-DiBa streicht als erste Bank den Zinsaufschlag bei geduldeter Überziehung des Girokontos. Verbraucherschützer hatten die hohen Strafzinsen harsch kritisiert.

Das Gebäude der ING-DiBa AG in Frankfurt: Wer den vereinbarten Rahmen für die Überziehung seines Kontos überschreitet, zahlt ab sofort nicht mehr als den normalen Dispo-Zins. dpa

Das Gebäude der ING-DiBa AG in Frankfurt: Wer den vereinbarten Rahmen für die Überziehung seines Kontos überschreitet, zahlt ab sofort nicht mehr als den normalen Dispo-Zins.

FrankfurtDeutschlands größte Direktbank ING-DiBa streicht als eines der ersten deutschen Kreditinstitute den Überziehungszins für Girokonten. Wer den vereinbarten Rahmen für die Überziehung seines Kontos überschreite, zahle ab sofort nicht mehr als den normalen Dispo-Zins, kündigte ING-DiBa-Chef Roland Boekhout am Freitag in Frankfurt mit. Dieser werde auf 7,95 von 8,5 Prozent gesenkt.

Der Überziehungszins hatte bisher bei 12,0 Prozent gelegen. Der Schritt könnte auch andere Banken unter Druck setzen. Es sei nicht zu vertreten, „dass Kollegen noch zweistellige Überziehungszinsen verlangen“, sagte Boekhout. Bei der ING-DiBa wurden Ende des vergangenen Jahres 1,1 Millionen Girokonten geführt, zwölf Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die meisten deutschen Banken und Sparkassen verlangen einen Strafzins von meist deutlich mehr als zehn Prozent, wenn ein Kunde den eingeräumten Dispositions-Rahmen überschreitet. Sie argumentieren damit, dass dies auch ein Warnschuss sein soll, sich nicht zu stark zu verschulden. Verbraucherschützer hatten die hohen Strafzinsen harsch kritisiert. Sie fordern von den Banken, stattdessen aktiv auf Kunden zuzugehen, die ihr Konto zu stark in die roten Zahlen rutschen lassen.

Der ING-DiBa-Chef sprach sich für eine Übersicht über die Konditionen aller deutschen Banken im Internet aus. Diese wäre seiner Ansicht nach am besten bei der Stiftung Warentest aufgehoben. „Unsere ganze Branche muss transparenter werden, um verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen“, sagte Boekhout.

ING-DiBa hat im vergangenen Jahr mit 8,1 Millionen Kunden ein Rekordergebnis erwirtschaftet. Der Gewinn vor Steuern sei um 42 Prozent auf 691 Millionen Euro gestiegen, der Nettogewinn sogar um 46 Prozent auf 474 Millionen Euro. Die Tochter des niederländischen Finanzkonzerns ING habe mehr als eine halbe Million neue Kunden gewonnen. Das Geschäftsvolumen wuchs um neun Prozent auf 204 Milliarden Euro. Die Kunden hätten 104 Milliarden Euro bei der ING-DiBa angelegt, den Großteil davon in Tagesgeld.

Von

rtr

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

14.02.2014, 10:54 Uhr

Dispozinsen sofort auf 30% p.a. erhöhen. Muss weh tun.

Ich würde 2.000,- EUR nicht für 1 Woche unbesichert für 5,- EUR Ertrag verleihen.

Account gelöscht!

14.02.2014, 11:17 Uhr

Ich nutze meinen Dispo nicht :-) finde die Massnahme aber trotzdem gut!. Was der ING-Diba aber im Vergleich zu anderen Direktbanken ncoh fehlt ist, dass das Geldabheben mit der VisaCard weltweit und nicht nur im EURO-land kostenlos ist...Deshalb bin ich bei der DKB

JFR

14.02.2014, 13:57 Uhr

Gerade dieser Tage war ein anderes Thema hier zu lesen: Die Verbraucher verschulden sich immer mehr, da sie zu leicht an Geld bzw. Darlehen kommen. Dazu passt auch das Vorgehen der Diba. Wann kommt es überhaupt zu Überziehungszinsen? Doch nur, wenn über den Dispo hinaus überzogen wird. Da der Dispo an das Gehalt gekoppelt ist, bedeutet das: Verschuldung, die nicht zum Gehalt passt, dazu noch günstig. Ein wirklich tolle Entscheidung der Diba!

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