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09.08.2014

14:09 Uhr

Dispo-Kredite

Banken sollen Kunden zur Umschuldung raten

Manche Menschen überziehen dauerhaft ihr Konto und müssen dafür hohe Zinsen zahlen. Solchen Menschen sollen Banken aus der Misere helfen, verlangt Bundesverbraucherminister Maas. Etwa mit einem Ratenkredit.

Dispo- und Überziehungszinsen werden fällig, wenn ein Bankkunde kein Geld mehr auf dem Girokonto hat, es aber weiter belastet wird. dpa

Dispo- und Überziehungszinsen werden fällig, wenn ein Bankkunde kein Geld mehr auf dem Girokonto hat, es aber weiter belastet wird.

DüsseldorfBundesverbraucherminister Heiko Maas (SPD) will die Banken in Deutschland zu Beratungsgesprächen mit Kunden verpflichten, die über längere Zeit teure Dispokredite beanspruchen. „Wenn ein Kunde dauerhaft im Dispo steckt, sollte die Bank ihm eine Beratung über kostengünstigere Alternativen anbieten, etwa die Umwandlung in einen Ratenkredit“, sagte Maas der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ vom Samstag. Dem Bericht zufolge bieten manche Sparkassen solche Gespräche zur Umschuldung bereits an; viele private Banken täten sich dagegen schwer damit.

Verbraucherminister Maas dringt weiterhin auch auf mehr Transparenz der Banken bei den Dispokrediten. „Die Höhe der Dispozinsen sollte auch im Internet vergleichbar sein“, forderte der Minister. „Diese Klarheit wird es den Banken dann immer schwerer machen, insbesondere in der jetzigen Niedrigzinsphase noch so hohe Dispozinsen abzuverlangen“, sagte der SPD-Politiker.

Er hoffe, dass dadurch die Dispozinsen „auf breiter Front weiter sinken“. Das Problem hoher Dispozinsen will Maas auf dem Verhandlungsweg mit der Kreditwirtschaft lösen. Die Gespräche dazu laufen dem Minister zufolge auf Hochtouren.

Wo die Deutschen ihr Geld lagern

Festverzinsliche Wertpapiere (inklusive Zertifikate)

216 Milliarden Euro (vier Prozent)

Sonstige Anteilsrechte (zum Beispiel GmbH-Anteile)

199 Milliarden Euro (vier Prozent)

Aktien

300 Milliarden Euro (sechs Prozent)

Sonstige Anlageformen

355 Milliarden Euro (sieben Prozent)

Investmentfonds

450 Milliarden Euro (neun Prozent)

Versicherungen

1552 Milliarden Euro (30 Prozent)

Bargeld und Einlagen

2082 Milliarden Euro (40 Prozent)*

*Quelle: Deutsche Bundesbank

Dispo- und Überziehungszinsen werden fällig, wenn ein Bankkunde kein Geld mehr auf dem Girokonto hat, es aber weiter belastet wird. Zunächst gewährt die Bank in der Regel einen Dispositionskredit - kurz: Dispokredit oder Dispo. Dieser ermöglicht eine begrenzte Überziehung. Limit sind oft zwei oder drei Monatsgehälter.

Für Überziehungen in diesem Rahmen gilt der Dispozinssatz. Wird das Konto weiter überzogen, fallen Überziehungszinsen an. Diese liegen in der Regel mehrere Prozentpunkte höher.

Von

afp

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