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08.02.2006

14:29 Uhr

Eigenes Modell für Riester-Förderung

Immobilien sollen in Altersvorsorge eingebunden werden

Die privaten und öffentlichen Bausparkassen haben am Dienstag in Berlin einen gemeinsamen Vorschlag vorgestellt, um selbst genutztes Wohneigentum besser in die geförderte Altersvorsorge einzubinden. Im Kern soll dabei die Förderung nach dem bisherigen „Riester-Modell“ auf Bauherren und Erwerber von selbst genutzten Immobilien ausgedehnt werden.

fmd BERLIN. Künftig soll der Betroffene nach Vorstellungen der Bausparkassen also die Wahl haben, ob er die Riester-Förderung alternativ beispielsweise für Banksparpläne, Lebensversicherungen, Fondssparpläne oder für das Wohneigentum nutzt. „Dadurch wird die Riester-Rente noch attraktiver“, glaubt Andreas J. Zehnder, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Privaten Bausparkassen.

Die CDU/SPD-Koalition hat sich prinzipiell dafür ausgesprochen, selbst bewohnte Immobilien mit der Förderung der Altersvorsorge zu vernetzen. Die Eigenheimzulage lief 2005 aus. Mietfreies Wohnen bedeutet nach Einschätzung der Bausparkassen eine finanzielle Entlastung, die rund 30 Prozent der durchschnittlichen Altersbezügen von Rentnern ausmache.

Geht es nach den Bausparkassen, soll die Riester-Förderung flexibel eingesetzt werden. So könnte ein 20-Jähriger mit einer riestergeförderten Lebensversicherung starten, um dann 15 Jahre später die Riester-Förderung für den Erwerb einer Immobilie zu nutzen. Ein einmal aufgebautes Altersvorsorgevermögen soll dabei erhalten bleiben. Da die Besitzer von selbst genutzten Immobilien im Rentenalter nicht der nachgelagerten Besteuerung unterliegen sollen, plädieren die Kassen dafür, die Zulagen bei der Förderung von Wohneigentum auf 80 Prozent zu deckeln. Auf diese Weise soll ein Ausgleich dafür geschaffen werden, dass Riester-Renten später der Besteuerung unterliegen. Ein Ehepaar mit Kind würde ab 2008 also statt 493 Euro nur 394 Euro an Zulagen für den Erwerb selbst genutzter Immobilien erhalten. „Dieser Abschlag gleicht die Nichtbesteuerung des Wohneigentums im Rentenalter mehr als vollständig aus“, sagte der Verbandsdirektor der Landesbausparkassen, Hartwig Hamm.

Nach Vorstellungen der Bausparkassen soll die Förderung den Arbeitnehmern nur für die Dauer der Selbstnutzung und der Finanzierungsphase zur Verfügung stehen. Die Finanzierungsphase wird auf durchschnittlich 20 Jahre veranschlagt. Bei einem jährlich unterstellten Fördervolumen von 100 Mill. Euro beläuft sich die staatliche Förderung letztlich auf rund zwei Mrd. Euro. Das entspreche lediglich einem Drittel der abgeschafften Eigenheimzulage.

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