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23.11.2015

13:14 Uhr

Einlagensicherung

Schäuble mahnt vor Risikovergemeinschaftung

Die Europäische Union will die Bankeinlagen ihrer Sparer europaweit schützen. Doch Bundesfinanzminister Schäuble hegt Bedenken. Es müsse darum gehen, Risiken zu minimieren, nicht zu vergemeinschaften.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble warnt vor einer übereilten EU-Einlagensicherung. dpa

Immer mit der Ruhe

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble warnt vor einer übereilten EU-Einlagensicherung.

BerlinBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bleibt auf Konfrontationskurs zur Plänen der EU-Kommission für eine europaweite Einlagensicherung. Die EU-Kommission werde zwar erst an diesem Dienstag über ihre eigenen Vorschlag entscheiden. Aber es seien sicher noch sehr intensive und „in Teilen möglicherweise kontroverse Diskussionen“ zu erwarten, sagte Ministeriumssprecher Martin Jäger am Montag in Berlin.

Die gemeinsame Einlagensicherung als Teil der EU-Bankenunion ist in Deutschland umstritten. Bundesregierung und Kreditwirtschaft fürchten, bei einer Vergemeinschaftung der Einlagensicherungssysteme würden die bereits vorhandenen deutschen Rettungstöpfe in die Haftung für Schieflagen ausländischer Banken genommen. Etliche Länder haben EU-Vorgaben zur Bankenabwicklung und zum Aufbau nationaler Auffangnetze für Banken nicht umgesetzt.

So sparen die Deutschen

Der Durchschnitt

Ich spare regelmäßig: 64 Prozent
gelegentlich: 26 Prozent
gar nicht: 9 Prozent
keine Angabe: 1 Prozent
Quelle: Forsa-Umfrage „Sparerkompass 2015“

Nach Geschlecht

Regelmäßige Sparer:

Männer: 65 Prozent
Frauen: 62 Prozent

Gelegentliche Sparer:
Männer: 22 Prozent
Frauen: 30 Prozent

Nicht-Sparer:
Männer: 11 Prozent
Frauen: 7 Prozent

Nach Alter

Regelmäßige Sparer:

18-29 Jahre: 63 Prozent
30-39 Jahre: 68 Prozent
40-49 Jahre: 62 Prozent
50-59 Jahre: 62 Prozent
60-69 Jahre: 65 Prozent

Nach Familienstand

Regelmäßige Sparer:
Mit einem Partner lebend: 68 Prozent
Allein lebend: 56 Prozent

Gelegentliche Sparer:
Mit einem Partner lebend: 24 Prozent
Allein lebend: 31 Prozent

Nicht-Sparer:
Mit einem Partner lebend: 8 Prozent
Allein lebend: 11 Prozent

Nach Erwerbstätigkeit

Regelmäßige Sparer:
Erwerbstätig: 68 Prozent
Arbeiter: 66 Prozent
Angestellte: 71 Prozent
Beamte: 69 Prozent
Selbständig: 74 Prozent
Nicht erwerbstätig: 57 Prozent
Hausfrau: 65 Prozent
Rentner: 73 Prozent
Schüler/Student: 42 Prozent
Arbeitslos: 16 Prozent

Nach Ortsgröße

Regelmäßige Sparer:
Unter 20.000 Einwohner: 67 Prozent
20.000 bis 100.000 Einwohner: 64 Prozent
100.000 bis 500.000 Einwohner: 71 Prozent
500.000 Einwohner und mehr: 50 Prozent

Nach Bundesländern

Regelmäßige Sparer:
Berlin: 45 Prozent
Sachsen: 47 Prozent
Brandenburg: 53 Prozent
Niedersachsen: 53 Prozent
Mecklenburg-Vorpommern: 56 Prozent
Hamburg: 61 Prozent
Schleswig-Holstein: 61 Prozent
Saarland: 65 Prozent
Sachsen-Anhalt: 66 Prozent
Baden-Württemberg: 66 Prozent
Hessen: 67 Prozent
Thüringen: 67 Prozent
Bremen: 68 Prozent
NRW: 68 Prozent
Rheinland-Pfalz: 68 Prozent
Bayern: 74 Prozent

Nach Summen

So viel spart der Durchschnittsdeutsche pro Monat:
Weniger als 50 Euro: 10 Prozent
50 bis unter 100 Euro: 22 Prozent
100 bis unter 200 Euro: 25 Prozent
200 bis unter 300 Euro: 15 Prozent
300 bis unter 400 Euro: 9 Prozent
400 bis unter 500 Euro: 5 Prozent
500 Euro und mehr: 10 Prozent

Nach wie vor seien einige Fragen nicht beantwortet, sagte Jäger. Das beginne bei der Rechtsgrundlage, auf die sich die Kommission stützen wolle: „Da haben wir ein paar dicke Fragezeichen.“

Zudem hätten immer noch nicht alle Euro- und EU-Staaten elementare Vereinbarungen wie die Banken-Restrukturierungs-Richtlinie unterzeichnet. „Im Kern muss es bei all diesen Themen darum gehen, dass wir Risiken im Bankensektor minimieren. Es darf nicht vorrangig darum gehen, dass wir Risiken umverteilen und vergemeinschaften“, sagte Jäger.

Von

dpa

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