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24.11.2015

17:36 Uhr

Einlagensicherung

So will Brüssel die Sparguthaben absichern

In Deutschland sind Sparguthaben schon jetzt weitgehend abgesichert. Andere EU-Länder sind noch nicht so weit. Das will die EU-Kommission ändern. Doch dazu hagelt es reichlich Kritik.

Einheitliche Einlagensicherung in EU

Mehr Sicherheit? Deutsche Banken sehen die Pläne kritisch!

Einheitliche Einlagensicherung in EU: Mehr Sicherheit? Deutsche Banken sehen die Pläne kritisch!

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StraßburgIn ganz Europa sollen Sparer nicht mehr um ihre Notgroschen fürchten müssen. Selbst wenn eine Bank pleitegeht, soll das Ersparte auf dem Konto geschützt sein. Die EU-Kommission hat am Dienstag einen Vorschlag für eine europäische Sicherung der Sparguthaben gemacht. Im Fachjargon heißt das Einlagensicherung. Es ist die dritte Säule der europäischen Bankenunion. Dies ist auch eine Reaktion auf die weltweite Finanzkrise, die die Pleite der US-Bank Lehman Brothers 2008 ausgelöst hatte. Steuerzahler und Bankkunden sollen nicht mehr für die Fehler von Banken haften, lautet das Ziel. Wir erklären, worum es bei dem Kommissionsvorschlag geht.

Wie sind Ersparnisse bislang gesichert?

Wenn eine Bank in Deutschland pleitegeht und ihren Kunden nicht mehr die Ersparnisse auszahlen kann, greift der gesetzlich garantierte Schutz von bis zu 100.000 Euro pro Kunde und pro Bank. Der Fonds schützt die Einlagen, also das Geld, das Kunden auf dem Girokonto, dem Sparbuch oder als Sparbrief oder Termingeld angelegt haben. Nicht geschützt sind dagegen Inhaberschuldverschreibungen oder Zertifikate.

So sparen die Deutschen

Der Durchschnitt

Ich spare regelmäßig: 64 Prozent
gelegentlich: 26 Prozent
gar nicht: 9 Prozent
keine Angabe: 1 Prozent
Quelle: Forsa-Umfrage „Sparerkompass 2015“

Nach Geschlecht

Regelmäßige Sparer:

Männer: 65 Prozent
Frauen: 62 Prozent

Gelegentliche Sparer:
Männer: 22 Prozent
Frauen: 30 Prozent

Nicht-Sparer:
Männer: 11 Prozent
Frauen: 7 Prozent

Nach Alter

Regelmäßige Sparer:

18-29 Jahre: 63 Prozent
30-39 Jahre: 68 Prozent
40-49 Jahre: 62 Prozent
50-59 Jahre: 62 Prozent
60-69 Jahre: 65 Prozent

Nach Familienstand

Regelmäßige Sparer:
Mit einem Partner lebend: 68 Prozent
Allein lebend: 56 Prozent

Gelegentliche Sparer:
Mit einem Partner lebend: 24 Prozent
Allein lebend: 31 Prozent

Nicht-Sparer:
Mit einem Partner lebend: 8 Prozent
Allein lebend: 11 Prozent

Nach Erwerbstätigkeit

Regelmäßige Sparer:
Erwerbstätig: 68 Prozent
Arbeiter: 66 Prozent
Angestellte: 71 Prozent
Beamte: 69 Prozent
Selbständig: 74 Prozent
Nicht erwerbstätig: 57 Prozent
Hausfrau: 65 Prozent
Rentner: 73 Prozent
Schüler/Student: 42 Prozent
Arbeitslos: 16 Prozent

Nach Ortsgröße

Regelmäßige Sparer:
Unter 20.000 Einwohner: 67 Prozent
20.000 bis 100.000 Einwohner: 64 Prozent
100.000 bis 500.000 Einwohner: 71 Prozent
500.000 Einwohner und mehr: 50 Prozent

Nach Bundesländern

Regelmäßige Sparer:
Berlin: 45 Prozent
Sachsen: 47 Prozent
Brandenburg: 53 Prozent
Niedersachsen: 53 Prozent
Mecklenburg-Vorpommern: 56 Prozent
Hamburg: 61 Prozent
Schleswig-Holstein: 61 Prozent
Saarland: 65 Prozent
Sachsen-Anhalt: 66 Prozent
Baden-Württemberg: 66 Prozent
Hessen: 67 Prozent
Thüringen: 67 Prozent
Bremen: 68 Prozent
NRW: 68 Prozent
Rheinland-Pfalz: 68 Prozent
Bayern: 74 Prozent

Nach Summen

So viel spart der Durchschnittsdeutsche pro Monat:
Weniger als 50 Euro: 10 Prozent
50 bis unter 100 Euro: 22 Prozent
100 bis unter 200 Euro: 25 Prozent
200 bis unter 300 Euro: 15 Prozent
300 bis unter 400 Euro: 9 Prozent
400 bis unter 500 Euro: 5 Prozent
500 Euro und mehr: 10 Prozent

Dieses Mindestschutzniveau gilt seit Juli in allen 28 EU-Staaten. Im kommenden Jahr sollen Sparer in Deutschland zudem schneller an ihr Geld kommen, nämlich ab Juli bereits nach sieben statt nach 20 Tagen.

Was ändert sich für deutsche Sparer?

Zunächst einmal gar nichts. Statt einer nationalen Garantie bekämen sie eine europäische Garantie. Denn die nationalen Systeme zur Einlagensicherung würden in einem europäischen System zusammengeführt – allerdings schrittweise. In den nächsten Jahren soll bis 2024 ein europäischer Versicherungstopf entstehen, der bei Bankenpleiten die Ersparnisse auf Konten und Sparbüchern bis 100.000 Euro garantiert.

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