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19.01.2005

20:03 Uhr

Enorme Versorgungslücken drohen

Geringes Wissen über die Altersvorsorge

Mangelhaftes Wissen über die Veränderungen in der Altersvorsorge attestiert den Bundesbürgern eine Postbank-Studie, die in Kooperation mit dem Allensbacher Institut für Demoskopie erstellt wurde.

HB/fmd BERLIN. So wissen 81 Prozent der Deutschen überhaupt nicht oder nur ungefähr, dass die gesetzliche Rente ab 2005 schrittweise der vollständigen Steuerpflicht unterliegt. Bis 2040 ist sie vollständig steuerpflichtig. Vier Fünftel der Befragten haben von der „Rürup-Rente“ noch nie etwas gehört. „Die einschneidenden Veränderungen bei der Altersvorsorge haben die Menschen nicht erreicht“, urteilte Wolfgang Klein, Privatkunden-Vorstand der Postbank bei Vorlage der Studie „Wissen um die Altersvorsorge“ gestern in Berlin. Enorme Versorgungslücken drohten, wenn das Informationsdefizit nicht abgebaut werde. Kaum jemand wisse, dass Beiträge zur privaten Altersvorsorge steuerlich stärker als bisher absetzbar seien.

Nach der Studie planen 24 Prozent der berufstätigen Deutschen, die ihrer Altersvorsorge erweitern wollen, in eine private Rentenversicherung zu investieren. An zweiter Stelle stehen Sparverträge, für die sich 23 Prozent entscheiden. Auf Aktieninvestments vertrauen elf Prozent der Befragten. Lediglich sechs Prozent sind daran interessiert, eine neue Lebensversicherung mit einmaliger Kapitalzahlung abzuschließen. Künftige Rentner gehen davon aus, dass die gesetzliche Rente lediglich noch 57 Prozent zu den gesamten Alterseinkünften beiträgt. Dabei gehen 80 Prozent davon aus, dass sie Einkünfte aus privaten Vorsorgeaktivitäten erzielen. Bei heutigen Rentnern liegt der Anteil der gesetzlichen Rente an den Alterseinkünften bei 82 Prozent.

Klein sieht auch der neuen Rürup-Rente einen großen Erfolg voraus: „Beim Stichwort Chancen muss ich allerdings der weit verbreiteten Auffassung widersprechen, dass die Chancen der Banken, sich ein größeres Stück vom Kuchen abzuschneiden, stark steigen werden. Der neuen Rürup-Rente sage ich einen großen Erfolg voraus. Auch die Riester-Rente wird eine Renaissance erleben. Beides sind im Kern Versicherungsprodukte. Erst an dritter Stelle wird in der Nachfrage die eigentliche private Rente als Bankprodukt stehen. Und nur die Banken werden erfolgreich sein, die in einem integrierten Ansatz Versicherungs- und Bankprodukte anbieten.“

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