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20.01.2007

10:13 Uhr

Schließlich kann der Nachwuchs Zins- und Dividendeneinkünfte von 8501 Euro steuerfrei einstreichen - den Grundfreibetrag von 7 664 Euro, den Sparerfreibetrag von 750 Euro sowie die Werbungskosten- (51 Euro) und die Sonderausgabenpauschale (36 Euro). Wegen des fast halbierten Sparerfreibetrages müssen 2007 viele Steuerzahler zum ersten Mal Steuern auf Kapitaleinkünfte zahlen. Da ist es sinnvoll, Erspartes an Kinder zu übertragen und deren Freibeträge zu nutzen. Sind die Kapitalerträge nicht höher als 801 Euro, reicht es der Bank einen "Freistellungsauftrag" zu erteilen, damit die keine Steuern von den Zinsen abzwackt. Wer auch den Grundfreibetrag und die Sonderausgabenpauschale nutzen will, muss beim Finanzamt eine sogenannte NV-Bescheinigung beantragen und der Bank vorlegen. Eine geeignete Geldanlage für die Kleinen sind Aktienfonds, weil der Nachwuchs schwache Börsenphasen lange aussitzen kann.

Über eines müssen sich die Eltern im Klaren sein: Solche Geschenke sind endgültig. Sie zurückzuholen kann teuer werden. Finanzbeamte beäugen gerade bei Gutverdienern genau, wie sich die familiären Zins- und Dividendeneinkünfte entwickeln. Bekommen sie Wind davon, dass Geld nur bei den Kids geparkt war, rechnen sie die Erträge nachträglich wieder den Eltern zu. Dann sind Nachzahlungen fällig. Kritisch wird es zudem, wenn Kinder irgendwann eigenes Geld verdienen, etwa in der Lehre oder beim Ferienjob. Kassieren sie nach Abzug von Sozialabgaben pro Jahr mehr als 7 680 Euro, streicht der Fiskus Kindergeld oder Kinderfreibetrag. Die kostenlose Mitversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse ist bereits bei einem Jahreseinkommen von 4 200 Euro passé. Diese Grenze ist erreicht bei vier Prozent Zinsen aus einem 105 000-Euro-Guthaben.

Und was ist mit Immobiliengeschenken? In den vergangenen Monaten haben viele Eltern ihren Kindern Häuser und Wohnungen übertragen, um ihnen steigende Erbschaft- und Schenkungsteuern zu ersparen. Auch jetzt noch stehen Erben und Beschenkte mit Immobilien steuerlich besser da als mit Sparbüchern und Wertpapieren. Aber damit ist wohl bald Schluss, das Verfassungsgericht dürfte diese Ungleichbehandlung kippen. Das Urteil soll im Februar fallen, Schwarz-Rot könnte dann rückwirkend zum Tag der Urteilsverkündung die Regeln ändern.

Neben der gesparten Schenkungsteuer lässt sich mit einem gut formulierten Vertrag ein weiterer Steuerbonus sichern: Wird vereinbart, dass der Sohn oder die Tochter den Eltern im Gegenzug für die überschriebene Immobilie eine Rente zahlen muss, dürfen die Kinder die monatliche Gegenleistung von der Steuer absetzen. Allerdings darf die Rente nicht höher sein als die Miete, die sich mit der übertragenen Immobilie erzielen ließe. Auch hier gilt: Eltern müssen die Renteneinnahme beim Finanzamt angeben; der Charme des Ganzen liegt in den unterschiedlichen Steuersätzen.

Ganz Clevere kombinieren solche Deals mit einem Mietvertrag. Wie diese sparsamen Westfalen: Papa kassierte nach der Übertragung seines Hauses vom Filius eine Rente - und überwies das Geld samt kleinem Aufschlag als Miete zurück. Der Sohn verbuchte so einen Doppelvorteil: Einerseits erzielte er einen Vermietungsverlust, andererseits setzte er die Rente von der Steuer ab. Anders als das zuständige Finanzamt hatte die oberste Instanz auch hier keine Einwände (BFH, IX R 12/01).

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