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06.06.2012

15:41 Uhr

EU-Einlagensicherung

Deutsches Geld für spanische Sparer

Müssen deutsche Sparer demnächst für ausländische Banken einspringen? In Brüssel kursiert eine neue Idee, um mit ihrem Geld Südeuropa zu retten. Die deutschen Banken wehren sich heftig dagegen.

Die Deutschen besitzen Spar- und Termineinlagen von 1,8 Billionen Euro. dpa

Die Deutschen besitzen Spar- und Termineinlagen von 1,8 Billionen Euro.

Berlin, Frankfurt, Düsseldorf, BrüsselWenn es nach den Plänen geht, die in Brüssel kursieren, dann müssen deutsche Sparer bald für Banken in Südeuropa haften. EU-Kommissionschef José Manuel Barroso macht sich dafür ebenso stark wie der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi.


Das Konzept der sogenannten "Bankenunion" sieht unter anderem eine europaweite Einlagensicherung vor. Bisher hat jedes Land seine eigene Einlagensicherung. Für deutsche Privatbanken übernimmt die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) die Haftung. In diesem Sicherungsfonds lagern Milliarden, mit denen die Einlagen deutscher Sparer abgesichert werden. Die Mittel werden durch Beiträge der Institute aufgebracht. Rechtlich handelt es sich dabei um ein Sondervermögen des Bundes bei der KfW. Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben unabhängig davon ein eigenes Sicherungssystem aufgebaut.


Künftig könnten davon auch Spanier, Italiener und Franzosen profitieren. Konkret heißt das: Die deutschen Einlagensicherungsfonds sollen in eine gesamteuropäische Einlagensicherung aufgehen. Diese könnte für die Spargelder der südlichen Banken garantieren.

Wie viel die Sparer auf der hohen Kante haben

Deutschland

Spar- und Termineinlagen bei Finanzinstituten: 1.818 Milliarden Euro
Sparrate (in % des verfügbaren Einkommens): 11,3

Frankreich

Spar- und Termineinlagen bei Finanzinstituten: 1.310Milliarden Euro
Sparrate (in % des verfügbaren Einkommens): 16,5

Spanien

Spar- und Termineinlagen bei Finanzinstituten: 1.042 Milliarden Euro
Sparrate (in % des verfügbaren Einkommens): 11,1

Italien

Spar- und Termineinlagen bei Finanzinstituten: 590 Milliarden Euro
Sparrate (in % des verfügbaren Einkommens): 3,9

Portugal

Spar- und Termineinlagen bei Finanzinstituten: 179 Milliarden Euro
Sparrate (in % des verfügbaren Einkommens): 9,3

Irland

Spar- und Termineinlagen bei Finanzinstituten: 115 Milliarden Euro

Sparrate (in % des verfügbaren Einkommens): 8,4

Griechenland

Spar- und Termineinlagen bei Finanzinstituten: 104 Milliarden Euro

Sparrate (in % des verfügbaren Einkommens): k.A.

Nachdem die deutschen Steuerzahler bereits mit bis zu 280 Milliarden Euro für die Rettung Griechenlands sowie die Rettungsschirme bürgen, käme jetzt eine neue Dimension hinzu: Nun wären auch die deutschen Sparer in die Rettungsaktionen der Politik einbezogen.


Zwar garantiert die EU bereits heute Einlagen in der EU bis zu 100.000 Euro. Da aber der jeweilige Staat für die Spargelder haftet, trauen die Sparer den überschuldeten Ländern die Einlösung dieser Garantie nicht mehr zu. Um welche Dimensionen es dabei geht, zeigt ein Blick in die Statistik. Die Deutschen besitzen Spar- und Termineinlagen von 1,8 Billionen Euro. Das ist fast so viel, wie die Bürger der vier Krisenstaaten Italien, Spanien, Irland und Portugal zusammen gespart haben.

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Viele Deutsche haben sich von hohen Zinsen locken lassen und ihr Geld im Ausland geparkt. Nun fürchten sie, nicht mehr an ihr Erspartes zu kommen, wenn Banken pleitegehen. Sind ihre Sorgen berechtigt?

Die Zahlen signalisieren, wer im Falle einer Bankenpleite die größte Verantwortung für die Rettung der betroffenen Sparguthaben übernehmen müsste: die deutschen Sparer über ihre Einlagensicherung. Denn die Deutschen haben aktuell, sowohl als Steuerzahler als auch als Sparer, das größte Potenzial.

Kommentare (145)

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Rene

06.06.2012, 15:14 Uhr

Was sich die Nicht-Deutschen erdreisten, wie sie ihrer Fehler auf unsere Kosten korrigieren.
Ich befürchte, wenn dieses Gedankengut nicht aufhört, kann das böse enden.

Natürlich glaubt keiner daran, dass Griechenland seinen eigenen Sicherungsfonds gewährleisten kann, wie auch?

Die europäische Integartion ist zum Scheitern verurteilt, wenn keiner Pflichten leisten, sondern nur Forderungen an die jeweils anderen zu stellen hat.

exCDUler

06.06.2012, 15:14 Uhr

auf nach Berlin und dem Politpöbel mal kräftig eine einschenken !!!

danke

06.06.2012, 15:19 Uhr

So lehnte gestern Bafin-Chefin Elke König eine Bankenunion als Ausweg aus der Euro-Schuldenkrise ab.

Danke Frau König! Ich hoffe nur, dass man diesen Vorschlag gleich in den Mülleimer wirft. Langsam bekommt man den Eindruck, es geht nur noch darum, wie man an das Geld von Deutschland rankommt. Echt widerlich.

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