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21.08.2014

17:50 Uhr

Ex-Versicherungsmakler

Mehmet Göker ist wieder da!

VonOzan Demircan

ExklusivMehmet Göker ist zurück. Vielleicht hat der Ex-Versicherungsmakler aber auch nie aufgehört. Das Handelsblatt hatte Einblick in Unterlagen, wonach Göker bis 2012 Policen für deutsche Krankenversicherer vermittelt hat.

Mehmet Göker hat private Krankenversicherungen verkauft. Sein Unternehmen MEG wurde insolvent. Der Filmemacher Klaus Stern drehte einen Film über ihn: „Versicherungsvertreter“. Bildquelle: Turbine Medien.

Mehmet Göker hat private Krankenversicherungen verkauft. Sein Unternehmen MEG wurde insolvent. Der Filmemacher Klaus Stern drehte einen Film über ihn: „Versicherungsvertreter“.

Bildquelle: Turbine Medien.

Frankfurt/IzmirWer heute auf die Facebook-Seite des Ex-Versicherungsmaklers Mehmet Göker geht, hat das Gefühl, es habe sich nichts verändert: „MEG – Die Chance Deines Lebens“, postet Göker dort euphorisch, und: „Ich zeige euch den Weg zu 200.000 Euro pro Jahr. Ich verändere euer Leben.“ Darüber thront Göker im Profilbild, unter Wasser, den Daumen nach oben, das Logo seiner einstigen Firma und Goldgrube „MEG AG“ unter sich, am Boden des Pools seiner Villa in der Türkei.

Jahre, nachdem seine Versicherungsvermittlung MEG Insolvenz anmelden musste, geht es Göker gut in der Hafenstadt Izmir. Dort können die deutschen Behörden ihn nicht fassen. Dort hat er alle Zeit und Ruhe der Welt, weiter seine Geschäfte zu machen. Die Posts auf Facebook belegen, dass es für Göker wieder gut läuft. „Meine Schwester Adla ist im Moment überragend, mit 13.000 € letzte Woche die beste“, lobt er eine Vertrieblerin. Und: „Istanbul und Antalya hängen zurück“.

Mehmet Göker ist wieder da. Wie die Digitalzeitung Handelsblatt Live am Donnerstag berichtete, existiert ein Büro in der Türkei. Offiziell läuft sie auf den Namen von Gökers Mutter. Doch scheint klar, das Göker selbst die Strippen zieht. „Wir sind eine Unternehmensberatung, und wir beraten Kunden im Finanzbereich im Bereich Altersvorsorge und in Finanz- und Versicherungsfragen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz“, sagt Göker selbst.

Offiziell wollen die Deutschen Versicherer mit ihrem einstigen Vertriebsgenie Mehmet Göker nichts mehr zu tun haben. Dennoch halten sich in der Branche hartnäckige Gerüchte, wonach einzelne Manager bei Göker angerufen haben, weil sie dringend gute Verkäufer für ihre privaten Krankenversicherungspolicen bräuchten. Wonach Göker Strohmänner vorschickt, um seine Geschäft zu machen. Wonach er Verbraucher „berät“, mit privaten Krankenversicherern in Kontakt zu kommen. Wonach alle Beteiligten fast genauso weiter machen wie vor Gökers Insolvenz.

Mehmet Göker: So wird man Millionär

Facebook

Im Internet-Netzwerk Facebook verbreitet der Versicherungsvertreter gerne seine Lebensweisheiten. Seine Fans lieben das und kommentieren seine Bemerkungen fleißig.

Merksatz

„Merke Dir: Noch nie ist jemand Millionär geworden, dessen Intention es war, Millionär zu werden !“

Leidenschaft

„Millionär wird man, indem man etwas tut, was einem Spaß macht - aus Leidenschaft und dann mit 100 Prozent Hingabe dieser Leidenschaft mindestens 60 Stunden die Woche nachgeht.“

Disziplin

„Wenn dann noch ein Schuss Kreativität, Eigenmotivation, Disziplin, Ordnung und Fleiß Deine Attribute sind, dann ist es möglich, Millionär zu werden.“

Glück

„Aber glaube mir eines: Jemand, der etwas gerne macht, hat das Ziel glücklich zu sein und nicht Millionär zu werden. Das Geld kommt von ganz alleine. Jemand, der das Ziel verfolgt, Millionär zu werden, der wird weder glücklich noch Millionär.“ . . .

Verschwendung

. . . „Er vergeudet einzig und allein seine Lebensenergie damit, ein Leben lang dem schnöden Mammon hinterher zu laufen.“

Und was ist mit Dieter Bohlen?

Der wollte doch immer reich & berühmt werden, wendet ein Facebook-Nutzer ein.

Mehmet Göker antwortet

„Never. Bohlen wollte singen, Gitarre spielen. Das war immer seine Leidenschaft. Sein Vater war Millionär. Und er hätte in seiner Firma anfangen können. Statt dessen hat er bei einem Hamburger Musikstudio für 4.000 Mark brutto angefangen! Und sich dann Lied für Lied hoch gearbeitet!“

Ein Anhänger bestätigt ihn

„Genau das ist der Grund, wieso ich diese Sympathie für Dieter Bohlen habe!“, kommentiert ein Anhänger den Göker-Kommentar. „Wieso? Weil er es durchgezogen hat, obwohl er nicht der beste Sänger war und oft verhasst wurde, jedoch ist er immer wieder aufgestanden, egal wie oft - er unten lag! Respekt vor dieser Leistung!“

Und dann erzählt Göker eine Anekdote

"Exakt. Ich habe ihn schon immer bewundert und geliebt. In den 80ern in der Grundschule sangen wir auf dem Schulhof Cherry Cherry Lady"

 

Dem Handelsblatt zeigte Göker Unterlagen, aus denen hervorgeht, dass der Ex-Versicherungsmakler nach der Insolvenz seines Unternehmens MEG im Herbst 2009 noch bis ins Jahr 2012 hinein Krankenpolicen für deutsche Versicherer vermittelt hat. Demnach habe Göker weiter Kunden geworben und über andere Großmakler bei den Konzernen eingereicht. Die Konzerne hätten das geduldet. „Die wussten, dass ich dahinterstecke“, erklärt Göker. „Und das, als die MEG längst insolvent gewesen ist und die Krankenversicherer mir allesamt den Rücken gekehrt haben.“ Fast alle hätten mitgemacht.

Kommentare (18)

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Frau Pia Paff

21.08.2014, 19:00 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Frau Baur- Warendorf

21.08.2014, 19:19 Uhr

(...)

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Tenzin Konchuk

21.08.2014, 19:33 Uhr

Einmal Dönme immer Dönme

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