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19.11.2013

14:13 Uhr

Exklusiver Kostenvergleich

Hier gibt es noch Geld fürs Girokonto

VonJens Hagen

Die Banken haben die Girokonten wiederentdeckt. Knapp ein Dutzend Institute lockt mit Prämien von bis zu 75 Euro. Nicht der einzige Grund für den Wechsel. Ein Vergleich zeigt, welche Gratiskonten wirklich günstig sind.

Mit dem Girokonto auf Kundenfang

Video: Mit dem Girokonto auf Kundenfang

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In 29 Tagen kommt der Nikolaus. Aufs Christkind müssen wir noch 47 Tage warten. Bankkunden müssen sich nicht so lange gedulden, bis es Geschenke gibt. Knapp ein Dutzend Geldhäuser bescheren Wechselwilligen, die ein Girokonto bei ihnen eröffnen, Gutschriften von bis zu 75 Euro.

Eigentlich waren solche Wechselprämien längst aus der Mode, bis die Commerzbank im November 2012 nicht nur Neukunden mit 50 Euro belohnte, sondern unzufriedenen Kunden weitere 50 Euro anbot. „Im Zusammenhang mit dieser Aktion gewinnen wir jede Woche 3300 neue Kunden“, sagt ein Sprecher der Commerzbank. Zuvor war bereits Comdirect mir diesem Angebot erfolgreich.

Die Konkurrenz murrt – zumindest unter Zusicherung der Anonymität. „So ein Quatsch. Wir weigern uns, Kunden für ihre Unzufriedenheit zu belohnen“, sagt etwa ein Direktbanker. „Wettbewerbsverzerrung! Nachdem wir die Bank mit unseren Steuergeldern gerettet haben, verplempern Sie es dafür, die Kunden der selbstständigen Institute abzuwerben,“ flucht der Mitarbeiter einer großen Filialbank.

Diese Bankengebühren sind unzulässig

Zwangsversand von Kontoauszügen

Wer vergisst, seine Kontoauszüge online regelmäßig abzurufen, bekommt sie mit der Post zugeschickt. Für diesen Dienst dürfen Banken von ihren Kunden keine Gebühren einfordern.

Aktenzeichen der Landesgerichte: Dortmund (8 O 361/09), Frankfurt a.M. (2- 19 O 106/12), Göttingen (2 O 62/10), Magdeburg (7 O 1525/09)

Gebührenanpassung nach Marktlage

Nur weil die Bank am Markt mehr bezahlen muss, darf sie die Kosten nicht automatisch auf die Kunden übertragen. Wenn die Vertragsklauseln die Pflichten der Banken nicht klar und nachvollziehbar benennen und zum Nachteil der Kunden ausgelegt werden können, sind sie unwirksam. Es muss transparent dargestellt werden, inwieweit Kostensteigerungen und Gebührenerhebung aneinander gekoppelt sind.

Aktenzeichen: Bundesgerichtshof XI ZR 55/08 und 78/08

Gebühr ohne Serviceleistung

Die Verwaltung von Freistellungsaufträgen berechtigt nicht zur Gebührenerhebung. Nur wenn Banken für ihre Kunden eine klare Dienstleistung erbringen, dürfen sie dafür auch Gebühren verlangen.

Aktenzeichen Bundesgerichtshof: XI ZR 198/00

Nachforschungen zu gescheiterten Überweisungen

Geldinstitute müssen bei Überweisungen dafür sorgen, dass das Geld beim Empfänger ankommt. Kommt das Geld nicht an, müssen sie Nachforschungen anstellen – sie handeln daher im eigenen Interesse und dürfen dem Kunden dafür keine Gebühren in Rechnung stellen.

Aktenzeichen LG Frankfurt: Az. 2/2 O 16/99

Quelle: focus.de

Gebühr für Barabhebung am Schalter

Wer am Bankschalter persönlich Bargeld abhebt, darf dafür nicht extra belangt werden. Die Begründung von Kreditinstituten, dass am Schalter die Personalkosten höher seien als am Geldautomaten, ist nicht zulässig.

Aktenzeichen Bundesgerichtshof: XI ZR 217/95

Deckungsprüfung mit zusätzlichen Kosten

Der Dauerauftrag ist fällig – aber es ist nicht genug Geld auf dem Konto? Dafür darf das Kreditinstitut keine zusätzlichen Kosten verbinden. Die Deckungsprüfung liegt allein im Eigeninteresse des Kreditinstituts und ist keine Serviceleistung für den Kunden.

Aktenzeichen Bundesgerichtshof: ZR 5/97; XI ZR 296/96

Bearbeitungsgebühr für Darlehen

Vertragsklauseln einiger Banken forderten zwei Prozent eines Darlehenbetrags oder mindestens 50 Euro als Bearbeitungsgebühr. Das wurde verboten – entsprechende Klauseln sind unwirksam.

Aktenzeichen Oberlandesgericht Karlsruhe: 17 U 192/10

Trotz allgemeinen Unmutes ziehen die Konkurrenten nach. Nach einem Konditionenvergleich der FMH-Finanzberatung von mehr als 80 Konten bieten mindestens ein Dutzend Banken mittlerweile Wechselboni für Gratiskonten. Die ING-Diba, die solche Prämien zwischenzeitlich abgeschafft hatte, liegt mit 75 Euro an der Spitze, gleichauf mit der Sparda-Bank Berlin und gefolgt von der Netbank mit 70 Euro.

Die Prämien zahlen die Banken nicht nur aus reiner Menschenliebe. Die Akquise eines Neukunden kostet die Institute zwischen 250 Euro und 350 Euro. „Früher haben die Banken einen größeren Fokus auf die Kundenwerbung mit Tages- und Festgeldern gelegt“, sagt Oliver Mihm, Vorstand der Unternehmensberatung Investors Marketing. „Wegen des Zinstiefs sollen vermehrt günstige Konditionen für Girokonten neue Kunden locken“.

Die deutschen Kunden werden wechselfreudiger. Nach einer Umfrage von Investors Marketing gaben 36 Prozent der Befragten an, in den vergangenen zehn Jahren die Hausbank gewechselt zu haben. 2,2 Millionen Kunden wechseln jedes Jahr das Girokonto, vier Millionen erklären sich grundsätzlich dazu bereit. Der Wechsel verläuft gratis, ein Rechner auf Handelsblatt Online liefert die individuell günstigsten Produkte inklusive Wechselboni, Dispo- und Guthabenzinsen.

Kommentare (3)

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uli7ber

07.11.2013, 15:55 Uhr

Der Geldeingang der Commerzbank liegt bei 1200€ / mtl. für die komplett kostenfreie Führung.

bolek75

07.11.2013, 16:47 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

bert

22.11.2013, 12:29 Uhr

Es gibt kaum noch Girokonten mit Zinsen.
Die erforderlichen Umbuchungen mit einem Tagesgeldkonto bei der selben Bank sind doch nur Abzocke der Banken.
Vor grösseren Belastungen des Girokontos muss man vorab umbuchen, eine Umbuchung per Termineingabe ist nicht möglich, also Zinsverlust für einige Tage, vergisst man den Termin Überziehung mit Dispozins.

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