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07.02.2013

14:29 Uhr

Finanzaufsicht

Bafin besteht auf Kürzungen bei Lebensversicherungen

Das Gesetz ist umstritten: Lebensversicherer sollen entlastet werden, indem die Beteiligung von Versicherten an Bewertungsreserven gedeckelt wird. Betroffene kann das jedoch mehrere Tausend Euro kosten.

Die BaFin unterstützt das umstrittene Gesetz, das die Auszahlungen von Lebensversicherungen begrenzen soll. dpa

Die BaFin unterstützt das umstrittene Gesetz, das die Auszahlungen von Lebensversicherungen begrenzen soll.

BonnDie Finanzaufsicht Bafin springt den Lebensversicherern zur Seite. Behördenchefin Elke König beharrt auf dem umstrittenen Gesetz, das die Ausschüttungen der Policen begrenzt. „Wenn die Neuregelung jetzt nicht kommen sollte, hoffen wir auf einen neuen Anlauf - vielleicht nach der Bundestagswahl“, sagte die Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters.

Führende Politiker der schwarz-gelben Regierungskoalition hatten das von der Aufsicht gestützte Vorhaben für die laufende Legislaturperiode nach dem Widerstand von Verbraucherschützern beerdigt. König gibt die Hoffnung aber nicht auf: „Ich glaube nicht, dass das Thema schon vom Tisch ist.“ Sie setze auf die Beratungen im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat.

So legen die Deutschen ihr Geld an

Top 7

Sicherheitsdenken dominiert sehr stark auch die Anlagestrategien männlicher Finanzanleger. 86 Prozent der befragten Männer können sich nicht vorstellen, bei Anlagen für eine höhere Rendite ein höheres Risiko in Kauf zu nehmen. Frauen sind aber offenbar noch sicherheitsorientierter: 96 Prozent von ihnen wollen bei der Geldanlage möglichst kein Risiko eingehen.

Top 6

Trotz des derzeit allgemein niedrigen Zinsniveaus können sich nur neun Prozent der Anleger vorstellen, bei künftigen Finanzanlagen mit einer höheren Risikobereitschaft gegebenenfalls eine höhere Rendite zu erzielen. Mit 91 Prozent legt die Mehrheit der deutschen Sparer einen großen Wert auf Sicherheit.

Top 5

Neben Festgeld und Tagesgeld würden die Verbraucher 2013 auch stärker in Immobilien, Gold und andere Edelmetalle investieren, wenn sie einen größeren Geldbetrag dafür zur Verfügung hätten. Den größten Zuwachs im Vergleich zu 2012 erleben Immobilien. 46 Prozent aller deutschen Anleger würden sich ein Haus oder eine Wohnung anschaffen. Auch die Krisenwährung Gold ist 2013 deutlich beliebter. Knapp 30 Prozent der deutschen Anleger würden sich größere Goldbestände zulegen.

Top 4

Während Frauen tendenziell stärker in Festgeld sowie Tagesgeld investiert sind, meiden sie Aktienanlagen noch in stärkerem Maße als Männer. Bei Fonds sind hingegen nur geringfügige, bei Immobilien, Gold und anderen Edelmetallen sogar überhaupt keine Unterschiede im Anlageverhalten von Männern und Frauen feststellbar.

Top 3

Im Jahr 2012 waren bei den deutschen Anlegern Festgeld und Tagesgeld die beliebtesten Anlageprodukte. Obwohl der Dax in diesem Jahr um rund 30 Prozent zulegte, rangieren börsennotierte Finanzprodukte erst deutlich danach. Gerade einmal jeder fünfte Deutsche investierte sein Geld in Aktien. Darauf folgten Immobilien mit knapp 17 Prozent. Das in der Krise besonders beliebte Anlageobjekt Gold lag mit gerade einmal neun Prozent ebenfalls auf den hinteren Plätzen.

Top 2

Trotz eines weiteren Euro-Krisenjahrs stieg der Dax 2012 auf ein neues Allzeithoch. Knapp die Hälfte (48 Prozent) der deutschen Anleger zeigte sich trotz der guten Kursentwicklung mit der Werteentwicklung ihrer Finanzanlage unzufrieden.

Top 1

Der Anteil der Deutschen, die 2012 einen nennenswerten Geldbetrag angelegt haben, steigt mit zunehmenden Alter erkennbar an. Mit knapp 65 Prozent stellen Deutsche ab 60 Jahren die größte Gruppe der Privatanleger.

Die Lebensversicherer müssen die Bewertungsreserven auf das angelegte Geld seit 2007 zur Hälfte an Versicherte ausschütten. Das betrifft immer mehr auch festverzinsliche Wertpapiere, denn deren Kurse sind wegen der niedrigen Zinsen in der Euro-Schuldenkrise kräftig gestiegen. Doch die Buchgewinne schmelzen bis zum Ende der Laufzeit der Anleihen auf Null zusammen - um sie zu realisieren, müssten die Versicherer sie vorher verkaufen.

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Doch das will die Bafin vermeiden. „Das kann einer Aufsicht nicht gleichgültig sein“, sagte König. Sie hatte sich deshalb für ein Gesetz eingesetzt, das die Ausschüttung dieser Reserven deckelt. „Bei der Vermittlung der Neuregelung in der Öffentlichkeit ist einiges furchtbar schiefgelaufen. Ich nehme ja niemandem einen Geldbetrag weg, mit dem er bei Abschluss des Vertrages fest rechnen konnte“, sagte die Bafin-Chefin.

Kommentare (49)

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sons_of_liberty

07.02.2013, 15:50 Uhr

Wie wird denn eigentlich Politik gemacht?

Gesetz verabschieden und hoffen, dass die Zinsen irgendwann mal wieder anziehen?

Egal, der Mittelstand zahlt ja schon mehr Steuern als Saudi-Arabien Einnahmen aus Erdölexporten hat. Geschenkt.

Rembrengerdeng

07.02.2013, 16:03 Uhr

Was wollen Sie eigentlich?

Ric

07.02.2013, 16:07 Uhr

"Konzerne sollen in Niedrigzinsphase geschützt werden"
*kopfschüttel*
Nach Rentenkürzung und ausdrücklicher Aufforderung zur privaten Altersvorsorge müssen nach den Banken natürlich auch „arme“ Versicherungskonzerne geschützt werden.
Wen vertreten „unsere“ Volksvertreter eigentlich?

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