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12.01.2015

17:49 Uhr

Finanzaufsicht Bafin

Rechtsschutz Union führt Beschwerdestatistik an

ExklusivDie Finanzaufsicht Bafin hat ermittelt, bei welchen Versicherungen der Rechtsschutz besonders häufig zu Kundenbeschwerden führt. Die Nummer eins ist ein kleiner, doch alter Bekannter – dahinter landet ein Weltkonzern.

Symbolbild eines Strafprozesses: Bei der Rechtsschutzversicherung gibt es immer wieder Probleme mit der Leistungsbewilligung. dpa

Symbolbild eines Strafprozesses: Bei der Rechtsschutzversicherung gibt es immer wieder Probleme mit der Leistungsbewilligung.

DüsseldorfBesonders kleinere Versicherungen setzten häufig hohe Hürden, bevor sie bereit sind, Anwalt und Gerichtsprozess zu bezahlen. So scheint es nach Recherchen des Handelsblatts (Dienstagausgabe) auch die Rechtsschutzversicherung der Alten Leipziger, die Rechtsschutz Union, zu handhaben. Der Münchner Rechtsschutzversicherer gehört mit einer Bruttobeitragssumme von 75 Millionen Euro zu den kleineren Versicherungen. Im Vergleich: bei der Allianz sind es 410 Millionen.

In der Beschwerdestatistik, die die Finanzaufsicht Bafin alljährlich veröffentlicht, rangiert die Tochter der Alten Leipziger in der Sparte Rechtsschutz seit Jahren weit oben. In der jüngsten Statistik für 2013 lag die Zahl der Beschwerden mit 59 noch vor der Rechtsschutzversicherung der Allianz (52 Beschwerden). In Vergleichsportalen gehört die Rechtsschutz Union dagegen gewöhnlich zu den besten. Das erklärt ein Analysehaus damit, dass in den Rankings Beschwerdestatistiken und die Schadensregulierung unberücksichtigt bleiben. Es würden nur der Leistungskatalog und die Prämien in die Noten eingehen.

Anlegeranwälte klagen bei dem kleinen Versicherer über schleppende Schadensregulierungen, „schikanöse“ Fragenkataloge und angeblich verloren gegangene Post. Die Konzernmutter der Rechtsschutz Union, Alte Leipziger, betont jedoch: „Bei uns gibt es keinerlei Anweisungen, die Deckung von Schäden zu verzögern oder zu verhindern.“ Ihr sei es wichtig, die Zahl der Beschwerden zu senken.

Von

hus

Kommentare (3)

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Herr Im Schilde

12.01.2015, 19:53 Uhr

Hm wie tragisch. Da sind bei einem Versicherer doch sage und schreibe 250.000 Kunden versichert. Und von diesen Kunden haben ungefähr 0,002 % aller Kunden eine Beschwerde zum BAFIN gesendet. Wenn das mal keine Schwindler waren, die da mit Anwalts Hilfe einen Rechtsschtreit eingehen wollten...

Herr Im Schilde

12.01.2015, 19:55 Uhr

Sorry, es sind natürlich nur 0,02%. Also doch viel mehr, als von mir vorher falsch berechnet...

Herr Erwin Daffner

19.01.2015, 13:45 Uhr

Wenn man davon ausgeht, dass die meisten Beschwerden wohl die Schadenbearbeitung betreffen, dann sollte man die Anzahl der Beschwerden ins Verhältnis zu den Schadensfällen setzen.
Des Weiteren muss man berücksichtigen, dass der Versicherungsombudsmann nur die Anzahl zulässiger Beschwerden angegeben hat. Zur Gebäudeversicherung ist das Verhältnis zulässiger : nicht zulässiger Beschwerden 905 : 1230. Die Hürde, dass sich der Versicherungsombudsmann mit einer Beschwerde befasst, ist nämlich sehr hoch; insbesondere dann, wenn sich der Versicherer viel Zeit mit der Schadenbearbeitung lässt.

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