Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.09.2016

12:03 Uhr

Finanztest-Vergleich

Kostenlose Girokonten werden Mangelware

VonFrank Matthias Drost

Die Zeitschrift „Finanztest“ ist fündig geworden. Noch gibt es Banken, die ihre Girokonten gratis anbieten. Doch der Trend ist eindeutig: Wer ein kostenloses Konto haben möchte, muss lange suchen.

Niedrigzinspolitik

Stiftung Finanztest: „Das kostenlose Girokonto stirbt langsam aus"

Niedrigzinspolitik: Stiftung Finanztest: „Das kostenlose Girokonto stirbt langsam aus"

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

BerlinFür viele Kunden der Postbank war es eine unangenehme Überraschung. Ab November müssen Millionen von Kunden, die bislang ein kostenloses Girokonto bei der Postbank führen, monatlich 3,90 Euro zahlen. Nur für diejenigen, die einen monatlichen Geldeingang von mindestens 3000 Euro haben, bleibt das Konto weiter kostenlos.

Grund genug für die Verbraucherzeitschrift von Stiftung Warentest, die Praxis der Banken zu durchleuchten. Das Ergebnis der Recherche: 25 Gratiskonten „ohne Wenn und Aber“ gibt es noch. Angeboten werden sie von Direktbanken ohne Filiale, regionalen Banken wie den PSD Banken und überregionalen Filialbanken wie der Santander Consumer Bank. Untersucht wurden 104 Banken mit 241 Kontomodellen.

Der Trend geht eindeutig in Richtung höhere Gebühren. Die Niedrigzinspolitik führt dazu, dass Banken verstärkt auf Gebühren und Provisionen angewiesen sind, um Erträge zu erzielen. Bei der vergangenen Untersuchung von „Finanztest“ im Jahr 2014 wurden 13 Banken weniger getestet, gleichwohl lag die die Zahl der Gratiskonten da noch bei 30.

Kostenlose Girokonten

Der Vergleich

Im Folgenden sind die Banken aufgelistet, deren Jahrespreis für ein Girokonto bei null Euro liegen. Weiterhin sind optionale Leistungen aufgelistet, die ein Kunde in Anspruch nehmen kann. Zu den zusätzlichen Leistungen gehören eine beleghafte Überweisung sowie die Jahreskosten für eine Kreditkarte sowie die Höhe des Dispozinses.

Quelle: Stiftung Warentest, September 2016

1822direkt

Konto: GiroSkyline

Beleghafte Überweisung: 1,50 Euro/Überweisung

Kreditkarte: 29,90 Euro/Jahr

Dispozins: 7,43 Prozent/Jahr

Comdirect Bank

Konto: Girokonto

Beleghafte Überweisung: 1,90 Euro/Überweisung

Kreditkarte: kostenlos

Dispozins: 8,95 Prozent/Jahr

Consorsbank

Konto: Girokonto

Beleghafte Überweisung: 2,95 Euro/Überweisung

Kreditkarte: kostenlos

Dispozins: 7,75 Prozent/Jahr

Edekabank

Konto: Edeka-Konto

Beleghafte Überweisung: kostenlos

Kreditkarte: 10,00 Euro/Jahr

Dispozins: 7,34 Prozent/Jahr

ING-Diba

Konto: Girokonto

Beleghafte Überweisung: kostenlos

Kreditkarte: kostenlos

Dispozins: 6,99 Prozent/Jahr

Netbank

Konto: Privatgirokonto

Beleghafte Überweisung: 10,00 Euro/Überweisung

Kreditkarte: 20,00 Euro/Jahr

Dispozins: 8,00 Prozent/Jahr

Norisbank

Konto: Top-Girokonto

Beleghafte Überweisung: keine Angabe

Kreditkarte: kostenlos

Dispozins: 10,85 Prozent/Jahr

PSD Niederbayern-Oberpfalz

Konto: GiroDirekt

Beleghafte Überweisung: kostenlos

Kreditkarte: 20,00 Euro/Jahr

Dispozins: 6,84 Prozent/Jahr

Santander Bank

Konto: 1 2 3 Girokonto

Beleghafte Überweisung: 1,50 Euro/Überweisung

Kreditkarte: kostenlos

Dispozins: 7,49 Prozent/Jahr

Santander Consumer Bank

Konto: Girokonto Kombi

Beleghafte Überweisung: 1,50 Euro/Überweisung

Kreditkarte: kostenlos

Dispozins: 8,05 bis 11,30 Prozent/Jahr

Wüstenrot Bank

Konto: Top Giro

Beleghafte Überweisung: 3,00 Euro/Überweisung

Kreditkarte: 19,00 Euro/Jahr

Dispozins: 10,87 Prozent/Jahr

Parallel zu dieser Entwicklung nimmt die Zahl der Banken ab, die unter bestimmten Voraussetzungen wie einem Mindestgeldeingang Gratiskonten anbieten. Die Zahl dieser Banken sank von 38 auf 33. Und acht der getesteten Banken sind dabei, ihre Kontomodelle zu überarbeiten.

Finanztest empfiehlt, ab jährlichen Kosten von 60 Euro (einschließlich Buchungen und Girocard) einen Bankwechsel zu prüfen. Nach Recherchen von Finanztip verlangen einzelne Institute mehr als 200 Euro im Jahr.
Dabei wird es für Kunden immer schwerer, den Überblick zu bewahren. So bieten Banken in der Regel verschiedene Kontomodelle an, die Vergleiche mit anderen Banken erschweren.

Kunden sollten aber auch nicht nur den Preis als Messlatte verwenden, empfiehlt Stiftung Warentest. Verbraucher sollten sich fragen, wie wichtig ihnen der Zugang zu einer Filiale ist und wo er kostenlos Bargeld abheben kann.

Postbank mit neuem Gebührenmodell: Gratiskonten nur noch für Besserverdienende

Postbank mit neuem Gebührenmodell

Gratiskonten nur noch für Besserverdienende

Die größte Privatkundenbank Deutschlands ändert ihr Geschäftsmodell: Deutlich weniger Kunden der Postbank wird künftig ein kostenloses Girokonto angeboten. Welches Entgelt fällig wird und für wen es Ausnahmen gibt.

Sollte der Verbraucher zu der Überzeugung gelangt sein, dass ein Kontowechsel die beste Lösung ist, kann er den relativ leicht in die Wege leiten. Denn seit dem 18. September hat der Gesetzgeber einige Hürden aus dem Weg geräumt. Verbraucher haben nämlich jetzt einen gesetzlichen Anspruch darauf, dass der künftige und bisherige Zahlungsdienstleister beim Kontowechsel zusammen wirken.

„Möchte beispielsweise ein Kunde seine Daueraufträge oder Lastschriftmandate auf unkomplizierte Weise mit umziehen lassen, kann er seinen bisherigen Anbieter ermächtigen, alle hierfür notwendigen Prozesse in die Wege zu leiten“, so Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium. Bei den von Stiftung Warentest getesteten Banken boten immerhin 41 einen Wechselservice per App oder Computer an.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Annette Bollmohr

19.09.2016, 18:00 Uhr

Naja, "umsonst" ist gar nix, das sollte sich eigentlich langsam mal herumgesprochen haben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×