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10.06.2011

07:45 Uhr

Förderrente

Was man über Riester wissen sollte

Riestern ist kompliziert. Dabei bedeutet Wissen bei der Vorsorge oft bares Geld. Verbraucherschützer fordern deshalb mehr Aufklärung. Wir zeigen, was der Verkäufer erklären sollte.

Wer riestert, bekommt vom Staat für jedes Kind zusätzliches Geld geschenkt. Quelle: dpa

Wer riestert, bekommt vom Staat für jedes Kind zusätzliches Geld geschenkt.

FrankfurtWer mit einem Riester-Produkt fürs Alter vorsorgt, hat Anspruch auf Fördergeld. Das gilt nicht nur für alle abhängig Beschäftigten und Beamten, sondern auch für Hausfrauen, Studenten und Arbeitslose – denn auch sie können riestern. Belohnt wird die Spardisziplin durch staatliche Zulagen: Wer vier Prozent seines Brutto-Einkommens, maximal 2100 Euro im Jahr einzahlt, dem schenkt der Staat 154 Euro pro Jahr für sich und 185 Euro für jedes Kind. Ist dieses 2008 oder später geboren, werden sogar 300 Euro spendiert.

Alternativ können die Beiträge steuerlich abgesetzt werden. Das Finanzamt prüft, ob Zulage oder Steuerersparnis für den Sparer die günstigere Variante ist. Eine nicht berufstätige Ehefrau kann künftig für 60 Euro im Jahr einen Vertrag abschließen. Der Anbieter garantiert, dass der Sparer mindestens die eingezahlten Beiträge inklusive Zulagen zurückbekommt. Ab dem 60. Lebensjahr, für Verträge ab 2012 ab dem 62. Lebensjahr, kann sich der Sparer den Vertrag auszahlen lassen, allerdings maximal 30 Prozent auf einen Schlag, den Rest gibt es als Rente. Die Auszahlungen müssen jedoch versteuert werden.

Experten fordern, dass ein Informationsblatt die verschiedenen Riester-Produkte und ihre Vor- und Nachteile genau erläutert.

Riester-Produkte im Überblick

Klassische Rentenversicherung

Beim Abschluss des Vertrags weiß der Versicherte, wie hoch seine Rente sein wird: Denn deren Mindesthöhe ist garantiert. Als Sahnehäubchen gibt es eine variable Überschussbeteiligung. Ab 2012 bekommt jeder für neue Policen einen Garantiezins von 1,75 Prozent auf den Sparanteil der Versicherung. Wie hoch der ist, hängt davon ab, wie viel der Anbieter für Vertriebs-, Verwaltungs- und Versicherungskosten abzweigt. Das können laut Bund der Versicherten mehr als 30 Prozent der Beiträge sein. Der Sparanteil wird am Kapitalmarkt angelegt – bei guten Policen sollte dies gut vier Prozent Rendite im Jahr bringen, rechnen Experten.

Fondsgebundene Police

Eine fondsgebundene Rentenversicherung verbindet eine Rentenversicherung mit einem Fondssparplan. Der Sparanteil wird in Investmentfonds investiert. Einen Garantiezins gibt es hier meist nicht. Experten ermitteln Renditen von bis zu mehr als fünf Prozent pro Jahr.

Fondssparplan

Bei einem Fondssparplan fließen die Beiträge meist in Aktien- oder Anleihefonds. Je jünger der Vertragsinhaber ist, desto größer ist der Aktienanteil – damit steigen die Chancen auf höhere Renditen. In den vergangenen 30 Jahren brachten Sparpläne in gemischten Fonds im Mittel etwa 6,8 Prozent Rendite pro Jahr. Eine garantierte Mindestverzinsung gibt es nicht. Die Kosten sind häufig niedriger als bei Versicherungen, es fallen Kaufgebühren der Fonds und Managementgebühren an. Manche Anbieter entlohnen die Vertriebe allerdings genauso üppig wie Versicherer. In der Auszahlungsphase wird das Kapital als Rente wieder ausgezahlt. Die Rentenhöhe ist offen.

Banksparpläne

Das Kapital fließt auf ein fest oder variabel verzinstes Konto, oft gibt es einen Bonus. Abschlusskosten gibt es keine, Banken behalten einen Abschlag von oft 0,5 Prozentpunkte ein. Aktuell liegen die Zinsen bei bis zu drei Prozent.

Bausparvertrag

Die Beiträge fließen in einen Sparvertrag mit einem niedrigen festen Zinssatz. Später kann der Sparer ein relativ günstiges Baudarlehen zur Finanzierung einer selbst genutzten Immobilie bekommen. Es gibt in der Regel Abschlusskosten von ein bis drei Prozent der Bausparsumme.

Wohn-Darlehen

Wenige Banken bieten Riester-Darlehen an – der Finanzdienstleister FMH nennt drei. Die Förderung fließt in den Vertrag und beschleunigt die Tilgung. Aktuell liegen die Zinsen effektiv zwischen 4,27 und 4,43 Prozent für 15 Jahre. Der FMH Vergleichsrechner im Internet (www.FMH.de/Wohnriester) zeigt, ob sich ein Riester-Darlehen gegenüber einem normalen Kredit lohnt.

Von

rez

Kommentare (1)

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Muessighb

10.06.2011, 13:28 Uhr

Sehr aussagekräftiger Artikel

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