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29.11.2013

15:30 Uhr

Frist bei Kfz-Policen läuft ab

Wo beim Versicherungswechsel Fallen lauern

VonJens Hagen

Die Zeit für Versicherte wird allmählich knapp. Am Montag muss die Kündigung beim alten Versicherer eingehen. Wechselwillige sollten bei einigen Leistungen wie etwa dem Rabattschutz aufpassen. Ungeahnte Kosten drohen.

Tarifvergleich: Versicherte sollten nicht nur auf die Prämie achten. dpa-tmn

Tarifvergleich: Versicherte sollten nicht nur auf die Prämie achten.

DüsseldorfDie Wechselrally bei der KFZ-Versicherung neigt sich dem Ende. Nur noch bis zum 30. November können die meisten Versicherten ihren Vertrag kündigen. Doch der Kalender spendiert Wechselwilligen eine Gnadenfrist. „Wenn der 30. auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag fällt, verlängert sich die Frist auf den folgenden Werktag, 24 Uhr“, sagt Rita Reichard, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale NRW. Trotzdem sollten sich die Kunden sputen, denn die Kündigung muss in Schriftform bei den Gesellschaften eintreffen.

Überstürzt sollten Versicherte trotzdem nicht handeln. Sie sollten die Leistungen sorgfältig analysieren, damit sie im Schadenfall nicht leer ausgehen. Oft entscheiden Spitzfindigkeiten im Regelwerk, ob der Versicherer zahlt oder nicht. Die Mehrzahl der Tarife leistet etwa für Schäden bei einem Marderbiss. Nicht alle decken aber die Folgeschäden ab. Auch bei größeren Tieren zeigt die Branche Sinn fürs Detail. Während einige Gesellschaften pauschal alle Unfälle mit Tieren decken, leisten andere nur bei Zusammenstößen mit Wild- und Nutztieren oder Haarwild.

Autoversicherung: Zehn Tipps für Wechsler

Wechseln

Autofahrer können auch in diesem Jahr bei einem Wechsel der Kfz-Versicherung Geld sparen und sich gleichzeitig mehr Leistung sichern. Genau vergleichen und rechtzeitig kündigen, rät der Verkehrsclub ADAC Autofahrern, die nach einer günstigeren Versicherung suchen.

Quelle: ADAC

Ordentlich kündigen

Möglich ist der Wechsel der Police in der Regel zum Ende des Kalenderjahres. Denn die meisten Versicherungsverträge laufen vom 1. Januar bis zum 31. Dezember. In diesen Fällen muss spätestens bis zum 30. November 2013 gekündigt werden. Da dieses Datum auf einen Samstag fällt, reicht es aus, wenn das Kündigungsschreiben am Montag, den 2. Dezember 2013 bei der Versicherung eingeht.

Außerordentlich kündigen

Wer die termingerechte Kündigung verpasst, kann vom außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch machen. Das ist möglich, wenn sich die Versicherungsprämie erhöht, ohne dass ein Schadenfall die Ursache ist.

Erst neu abschließen

Den alten Vertrag sollte man erst dann kündigen, wenn der neue abgeschlossen ist. Denn bei der Teil- und Vollkasko dürfen Versicherer Verträge auch ablehnen.

Details prüfen

Autofahrer sollten vor einem Wechsel prüfen, ob der neue Versicherer den Vertrag in demselben Umfang akzeptiert wie der augenblickliche Anbieter.

Schriftform

Das Kündigungsschreiben sollte rechtzeitig per Einschreiben mit Rückschein abgeschickt werden.

Vergleichen

Man sollte immer mehrere Angebote einholen und die Versicherungsleistungen genau vergleichen. Denn: Billig ist nicht immer gut.

Alte Verträge

Auch bei langjährig bestehenden Verträgen lohnt sich ein Vergleich, denn die meisten Versicherer haben die bisherige Schadenfreiheitsstaffel von 25 auf 35 Jahre erweitert - aber nur für neue Verträge.

Rabatte

Sonder-Rabatte und -Einstufungen gehen in der Regel nicht mit auf den neuen Versicherer über. Also sollte man vorher prüfen, ob man so etwas bekommen hat.

Kasko

Nicht immer lohnt sich der Wechsel von der Voll- in die Teilkasko. Denn die Prämienhöhe der Vollkasko ist abhängig vom Schadenfreiheitsrabatt. In der Teilkasko gibt es diesen Rabatt meist nicht.

Selbstbeteiligung

Die Selbstbeteiligung kann bei der Voll- und der Teilkasko unterschiedlich hoch sein. Auch der Verzicht auf eine Selbstbeteiligung ist möglich. Oft sind die Prämienunterschiede zwischen den einzelnen Stufen aber so gering, dass sich eine höhere Selbstbeteiligung kaum lohnt.

Wechselfreudige sollten auch den so genannten „Rabattschutz“ beachten. Gegen einen Aufpreis stuft der Versicherer den Kunden bei einem Schaden in der Schadenfreiheitsstaffel nicht zurück. Das Problem: Bei einem Wechsel akzeptiert der neue Versicherer in der Regel nicht die begünstigte Schadenfreiheitsklasse des alten Versicherers. Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt der Fall eines Lesers. Das alte Fahrzeug wurde 2013 verkauft, 2009 regulierte der Versicherer einen Schaden. Bei der letzten Beitragsrechnung im November 2012 stufte die Gesellschaft den Fahrer in der Haftpflicht in die Schadenfreiheitsklasse 21 ein.

Nachdem der Leser ein neues Fahrzeug erworben hatte und zu einem neuen Versicherer wechselte, stufte ihn der neue Anbieter in eine teurere Klasse. „Der Versicherer erklärte, dass Kunden bei einem Versicherungswechsel grundsätzlich mit einer Rückstufung „bestraft“ werden, sagt der Leser. Laut Tarifexpertin Ivana Höltring ergeht es so den meisten Kunden, die einen Rabattschutz vereinbart haben. In den Bedingungswerken stehen dann schwergängige Klauseln wie diese: „Bei einem Wechsel des Versicherungsunternehmens wird die SF-Klasse bestätigt, die der Versicherungsnehmer ohne den Rabattschutz erreicht hätte.“

Kommentare (1)

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Winterburger

29.11.2013, 17:58 Uhr

HUK-Coburg will mir wohl auch eine Falle stellen, indem
sie die Beitragsrechnung für 2014 unter dem Datum
..., im November 2013 so abschickt, dass diese am 27.11.2013 bei mir eingeht. War auch im letzten Jahr so,
sodass man eine gewisse Absicht vermuten darf.

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