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04.04.2006

16:25 Uhr

Frühes Sparen lohnt sich

Frauen haben bei der Altersvorsorge Nachholbedarf

VonElisabeth Höller

Frauen sorgen noch zu wenig für ihr Alter vor. „Über 78 Prozent aller Frauen in Deutschland verfügen über eine Rente von weniger als 600 Euro“, klagt die deutsche FrauenFinanzGruppe.

HB DÜSSELDORF. „Die private Altersvorsorge für die Ehefrau scheitert oft am fehlenden Budget“, sagt die Schweizer Winterthur-Generalagentin Petra Müller. Besonders groß ist der Vorsorgenotstand bei Frauen in ländlichen Gegenden und bei Frauen, die familienbedingt nur geringe Zeit beruflich tätig waren.

Typische Frauenschicksale sind die so genannten gebrochenen Einkommenskurven, und zwar ganz unabhängig vom Ausbildungsstand oder sozialen Status der Frauen. Denn auch im 21. Jahrhundert gilt, dass Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt ärmer sind als Männer, dass sie um 25 oder 30 Prozent weniger für gleichwertige Arbeit verdienen - teils liegt der Prozensatz sogar noch höher -, und dass sie zudem vom Erbrecht, Steuerrecht wie auch den gesetzlichen Rentenbestimmungen finanziell benachteiligt werden. Bis heute haben sich die meisten der Frauen damit immer noch abgefunden.

Praktisch alle großen Versicherungen, Banken und Sparkassen haben das noch stark brachliegende Potenzial an individuellem Vorsorgebedarf der Frauen im ganzen deutschsprachigen Raum wahrgenommen und entsprechende Angebote ausgearbeitet. Hier ist bei Vergleichen auf kostengünstige Lösungen mit größter Bewegungsfreiheit zu achten.

Was bisher fehlte, war das Engagement der Frauen. Zu sehr sind die meisten noch im finanziell fremdbestimmten Denken verhaftet und verlassen sich auf Familie und Staat. Es ist nötig, das weibliche Bewusstsein der finanziellen Eigenständigkeit und Eigenverantwortung in der finanziellen Altersvorsorge zu stärken. Denn, mit kleinen monatlichen Ansparbeträgen z.B. zur Anlage in so genannten Anlagestrategiefonds, kann jede Frau heute problemlos langfristig sparen.

Beim Ansparstart mit 20 Jahren bei nur 75 Euro pro Monat sammeln sich bei einer angenommenen durchschnittlichen jährlichen Geldzuwachsrate von sieben Prozent bis zum Alter von 60 insgesamt 192 249 Euro an; das ist weit mehr als bei einer Einmalanlage von 10 000 Euro, die bis zum 60. Lebensjahr 149 '745 Euro erbringt. Wer erst mit 40 Jahren pro Monat einen Betrag von 75 Euro spart, wird bis zum Alter von 60 dann 39 479 Euro angespart haben, also erheblich weniger. Mit der Einmalanlage von 10 000 Euro wären 38 697 Euro erzielt worden.

Fazit: Frauen sollten so früh wie möglich individuell für ihre Vorsorge sparen.

Elisabeth Höller ist Geschäftsführerin der von ihr 1982 gegründeten Dr. Höller Vermögensverwaltung und Anlageberatung AG, Zürich.

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