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18.03.2011

09:15 Uhr

Furcht vor Kursverlusten

Japan-Krise verunsichert Anleger

VonAnke Rezmer

Aufgrund der drohenden Nuklearkatastrophe in Japan und der Angst vor Kursverlusten ziehen verunsicherte Anleger ihr Geld aus Aktien ab. Viele setzen trotz geringer Renditen lieber auf Tagesgeldkonten und Geldmarktfonds.

Viele Anleger zeigen sich vom Aktienmarkt stark verunsichert. Quelle: dapd

Viele Anleger zeigen sich vom Aktienmarkt stark verunsichert.

FrankfurtVon Risiken haben viele Investoren erst einmal die Nase voll. Verunsichert von Nachrichten über die Naturkatastrophe und über eine drohende atomare Katastrophe in Japan verkaufen Anleger Aktien, um sich vor weiteren Kursverlusten zu schützen. Unter denen, die die möglichen Folgen für die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte für zu unübersichtlich halten und erst einmal einen Teil des Geldes parken, finden sich professionelle Investoren wie der größte deutsche Publikumsfondsanbieter DWS. Aber auch viele Privatanleger gehen derzeit auf Nummer sicher. „Viele Anleger trennen sich von Aktienpositionen, weil derzeit schwer abzuschätzen ist, was durch Japan noch auf den Gesamtmarkt zukommt“, sagt etwa Wolfgang Degenkolb, Vertriebsleiter für Privatkunden bei der Frankfurter Sparkasse (Fraspa).

Strategen raten: Abwarten!

Europäische Aktienstrategen raten genau dazu: „Abwarten und die Lage verfolgen“, lautet die Devise von Gary Baker, Leiter Aktienstrategie Europa bei Bank of America Merrill Lynch. „Zuerst müssen wir sehen, ob es in Japan gelingt, die Situation unter Kontrolle zu bringen“, sagt er. Solange sich die Lage nicht bessere, sei es zu früh, um bei Kursverlusten Aktien zu kaufen. Fraspa-Fachmann Degenkolb rät, „einige Wochen abzuwarten und Kapital auf einem Tagesgeldkonto zu parken, um dann gegebenenfalls wieder einzusteigen“.

Wer für sein Kapital einen sicheren Parkplatz für einige Wochen oder Monate sucht, darf in der Phase noch immer niedriger Kapitalmarktzinsen keine Wunderrenditen erwarten. „Man muss sich begnügen, allerdings sieht es schon besser aus als noch vor einigen Monaten“, sagt Sigrid Herbst vom Frankfurter Finanzdienstleister FMH, der Tages- und Festgeldkonditionen analysiert.

Angebote oft nur für Neukunden

So zahlen die von FMH beobachteten Banken derzeit für Tagesgeld und Festgeld für zwölf Monate im Durchschnitt knapp 1,2 Prozent beziehungsweise knapp 1,6 Prozent. Im Oktober waren es gerade mal ein beziehungsweise 1,2 Prozent gewesen. In der Spitze bekommen Sparer für Tagesgeld immerhin wieder 2,3 Prozent, für Festgeld über ein Jahr gibt es bis zu 2,6 Prozent (siehe Tages- und Festgeldkonditionen).

Allerdings gibt es diese Zinsen nur unter bestimmten Bedingungen. So zahlt die Allianz-Tochter Allianz-Bank 2,3 Prozent Jahresszins für Tagesgeld nur neuen Kunden. Zudem ist das Angebot befristet.

Was Anleger beachten sollten: Seit Anfang 2011 gilt in der EU ein gesetzlicher Einlagenschutz von 100000 Euro.

Wer lieber einen Geldmarktfonds kaufen möchte, muss mit weniger Ertrag zufrieden sein. Die besten Geldmarktfonds, die zuletzt keinen Verlust gemacht haben, brachten in den vergangenen zwölf Monaten nach Abzug von Kosten in der Spitze 0,9 Prozent Rendite ein.


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