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20.11.2014

09:57 Uhr

Gebühr für hohe Einlagen

Commerzbank führt Negativzinsen ein

Die Einschläge kommen näher: Als erste deutsche Großbank führt die Commerzbank Negativzinsen ein. Wer geschäftlich viel Geld anlegt, soll dafür künftig zahlen. Privatkunden und den Mittelstand soll es nicht treffen.

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DüsseldorfDie negativen Einlagezinsen der Europäischen Notenbank (EZB) werden erstmals von einer deutschen Großbank an die Kunden weitergegeben. Die Commerzbank behalte sich eine „Guthabengebühr bei einzelnen großen Firmenkunden mit hohen Guthaben sowie bei Großkonzernen und institutionellen Anlegern“ vor, sagte ein Sprecher am Donnerstag und bestätigte damit einen Bericht des „Wall Street Journal Deutschland“.

Privatkunden seien von dieser Regelung nicht betroffen. Negative Zinsen soll es nur für Geschäftskunden und institutionelle Anleger geben, die große Vermögenswerte bei der Bank geparkt haben. Betont wurde, dass auch der wichtige Mittelstand keinen Strafzins zu befürchten habe.

Einen generellen Prozentsatz möchte das Institut nicht festlegen, vielmehr soll der Negativzins im Einzelfall verhandelt werden. Was einerseits grundsätzliches Entgegenkommen signalisiert dürfte gleichzeitig als Ansporn verstanden werden, auch kurzfristig hohe Einlagen noch umzuschichten bzw. in aktive Posten, etwa direkte Investitionen, umzuwandeln.

Wo die Deutschen ihr Geld lagern

Festverzinsliche Wertpapiere (inklusive Zertifikate)

216 Milliarden Euro (vier Prozent)

Sonstige Anteilsrechte (zum Beispiel GmbH-Anteile)

199 Milliarden Euro (vier Prozent)

Aktien

300 Milliarden Euro (sechs Prozent)

Sonstige Anlageformen

355 Milliarden Euro (sieben Prozent)

Investmentfonds

450 Milliarden Euro (neun Prozent)

Versicherungen

1552 Milliarden Euro (30 Prozent)

Bargeld und Einlagen

2082 Milliarden Euro (40 Prozent)*

*Quelle: Deutsche Bundesbank

„Bei der Erhebung der Guthabengebühren werden wir sorgsam vorgehen und besondere Rücksicht auf Liquiditätsbestände unserer Kunden nehmen, die für den laufenden operativen Geschäftsbetrieb notwendig sind“, erklärte der Commerzbank-Sprecher. „Im Falle kurzfristiger Einlagen zeigen wir unseren Kunden geeignete alternative Anlagemöglichkeiten für ihre überschüssige Liquidität auf.“

Nach der deutschen Skatbank ist die Commerzbank das zweite heimische Institut, was negative Zinsen erhebt. Im Fall der Skatbank werden Guthaben auf dem Tagesgeldkonto ab 500.000 Euro und Giro-Guthaben ab zwei Millionen Euro mit einem Satz von minus 0,25 Prozent verzinst.

Hintergrund der Entwicklung ist das anhaltende niedrige Leitzinsniveau. Die EZB hatte den Banken im Euroraum Strafgebühren auferlegt, um das Investitions- und Kreditvolumen zu stärken. Gerade Unternehmen sollten so leichter und billiger an Geld kommen. Angesichts des Leitzinses von nur 0,05 Prozent sind auch Privatanleger inzwischen gewohnt, dass der Zinsertrag aus eigenen Spareinlagen meist nicht einmal den Verlust durch Inflation ausgleicht.

Kommentare (16)

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Account gelöscht!

20.11.2014, 08:37 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr wulff baer

20.11.2014, 08:47 Uhr

Die Staatsbank hat wieder etwas Neues:
Zu den Negativ-Nachrichten kommen jetzt die passenden Negativ-Zinsen.

Herr Josef Schmidt

20.11.2014, 08:59 Uhr

Hat der reichste, schönste und klügste Junior geheiratet ?

Oder ist der Name Icahn nicht mehr cool genug ?

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