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13.01.2011

12:28 Uhr

Gebühren am Geldautomaten

Zwei-Klassen-System statt Transparenz

VonJens Hagen

ExklusivAb dem 15. Januar gelten neue Regeln für das Abheben an Automaten fremder Banken. Eigentlich sollte damit die Abzocke ein Ende haben, doch für viele Kunden gibt es ein böses Erwachen.

Kunden am Automat: Wer an fremden Geräten Geld zieht, muss bei einigen Instituten mit hohen Gebühren rechnen. ap

Kunden am Automat: Wer an fremden Geräten Geld zieht, muss bei einigen Instituten mit hohen Gebühren rechnen.

DÜSSELDORF/FRANKFURT. Am Geldautomaten trennt sich bei den Banken ab nächster Woche die Spreu vom Weizen. Wer bei einem fremden Institut Geld zieht, den erwartet demnächst ein Zwei-Klassen-System. Sparkassen und Volksbanken kassieren Fremdkunden weiterhin ab. Bei diesen Instituten werden Sätze von 3,50 bis fünf Euro fällig.

Besser werden Kunden bei den Privatbanken behandelt. Institute, die Mitglied im Bundesverband deutscher Banken sind, nutzen die Verbandsvorgabe aus und verlangen den intern möglichen Satz von 1,95 Euro. Auch PSD Banken und Sparda-Banken haben sich auf diese Gebührenhöhe geeinigt.

Diese Daten sind das Ergebnis einer bisher unveröffentlichten Umfrage der FMH-Finanzberatung unter knapp 70 Banken und Sparkassen. Die Spanne liegt zwischen 1,95 Euro, die etwa die Deutsche Bank oder Postbank verlangen und 4,80 Euro, die von der MBS Potsdam fällig werden. "Wenn man bedenkt, dass die tatsächlichen Kosten für die Abhebung weit unter einem Euro liegen, verdienen auch die Privatbanken weiter sehr gut daran", sagt FMH-Inhaber Max Herbst. Im Schnitt wird das Geldabheben billiger, vor der Änderung lagen die Sätze noch im Mittel bei 5,64 Euro.

Von der neuen Transparenz dürften viele Kunden kaum profitieren

Ab dem 15. Januar müssen die Banken an ihren Automaten anzeigen, was ein Fremdkunde für die Versorgung mit Bargeld zahlen muss. Hebt ein Fremdkunde Geld ab, werden ihm diese Kosten direkt in Rechnung gestellt. Bei einem Sparkassenkunden, der bei einem Automat der Deutschen Bank hundert Euro zieht, werden 101,95 Euro von seinem Girokonto abgebucht.

Kommentare (18)

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Probinger

13.01.2011, 12:02 Uhr

Was soll das bedeuten "Direktbanken geben Einsparungen nicht weiter"?
Wie sie selbst schreiben, haben Direktbanken ein kleines Automatennetz. Wie viele z.b. Sparkassenkunden werden sich dann an so einen Automaten verirren? Und wie viel bleibt aus dann aus den Fremdabhebungen wohl hängen, als das man etwas an den eigenen Kunden geben könnte?
ich bin Kunde einer Direktbank und kann mit deren ViSA-Karte an jedem ViSA fähigen Automaten Deutschlands kostenlos bargeld abheben, also quasi überall. ich habe noch nie einen nicht ViSA fähigen Automaten gesehen.
Für mich bester Service an den Kunden. Früher mußte ich immer passende Automaten suchen.
Jedoch haben es sich einige Sparkassen und Genossenschaftsbanken in ländlichen Gebieten zum Ziel gemacht, gerade diese und ähnliche Direktbanken zu schneiden und lassen und lassen bargeldabhebungen mit ViSA-Karten entsprechender banken nicht zu.
ist mir selbst schon passiert. Mußte dann auf die EC-Karte meiner bank ausweichen und satte Gebühren an die Volksbank XY zahlen.
Deshalb ist es meines Erachtens unschön anfangs die Direktbanken als nicht Weitergeber zu bezeichnen, wenn es am Ende heißt, dass keine bank ihre Einsparungen weitergibt.

Pro Sparkasse

13.01.2011, 13:55 Uhr

Wo soll den hier das Problem sein. Kunden der Sparkasse oder Raiffeisenbank können an sehr vielen Automaten abheben. Kunden anderer banken müssen dann im Gegenzug für das Versäumnis und die Einsparung ihrer "Direkt"-bank eine Gebühr bezahlen. Man kauft ja auch keinen bMW und will den Kundendienst dann kostenlos bei Mercedes machen lassen.

marcus

13.01.2011, 14:06 Uhr

Die Sparkassen und Volksbanken hier als "Schwarze Schafe" darzustellen ist meiner Meinung nicht in Ordnung. Es sollte jedem Kunden einer Direktbank bewusst sein auf welchen Deal er sich einlässt. Das ihm im Vergleich zu Volksbank- und Sparkassenkunden in der Regel weitaus weniger Automaten zur Verfügun stehen sollte klar sein, schließlich ist er Kunde einer Direktbank und nicht einer Filialbank, legt in dem Fall eben mehr Wert auf etwas höhere Konditionen bei Anlageprodukten als auf lokale Verfügbarkeit von Dienstleistungen welche eben ihren Preis haben der sich i.d.R durch etwas geringere Konditionen ausdrückt.
Hier muss jedoch jeder für sich die Entscheidung treffen auf welche Vorzüge er mehr Wert legt und dann eben auch hinter seiner Entscheidung stehen.
Statt sich zu fragen "Warum bietet meine (Direkt-)bank hier eigentlich keinen Automatenservice?" wird die Schuld bei den banken gesucht, welche den eigenen Kunden diesen Service kostenlos bietet und bei Fremdbankkunden eine (meiner Meinung nach) gerechtfertigte Gebühr erhebt.

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