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15.10.2012

11:05 Uhr

Geldanlage

Die Zinsen fallen, die Gefahr für Sparer steigt

Die Banken senken die Zinsen für Sparguthaben immer weiter. Die Inflationsraten dagegen steigen. Ein gefährliches Umfeld für Anleger. Wer sein Geld schützen will, muss lange nach den richtigen Produkten suchen.

Wie sicher sind unsere Euro? dpa

Wie sicher sind unsere Euro?

Frankfurt, DüsseldorfFür Sparer wird es immer schwieriger, ihre Guthaben vor der Inflation zu schützen. Die Banken starten derzeit eine neue Runde und senken die Sparzinsen. Seit Anfang Oktober haben bereits 16 Institute ihre Anlagezinsen meist deutlich gesenkt oder schlechtere Konditionen angekündigt, wie ein Marktüberblick des Online-Finanzportals Biallo zeigt. Das betrifft insbesondere Festgeldangebote, bei denen die Zinsen um bis zu 0,6 Prozentpunkte gesenkt wurden. Dennoch sind noch attraktive Angebote am Markt zu finden.

"Die Banken schwimmen derzeit im Geld und haben es nicht nötig, den Sparern viel zu bieten", sagt Max Herbst von der unabhängigen Frankfurter Finanzberatung FMH. Mehrere Institute, die mit Top-Zinsen auf den Markt gekommen seien, hätten ihren Neukundenbedarf gedeckt und die Konditionen gesenkt. Gründe dafür, dass die Anlagezinsen immer mehr unter Druck geraten, sind laut Herbst die Liquiditätsspritze der Europäischen Zentralbank (EZB) von über einer Billion Euro an die Banken der Eurozone und der niedrige EZB-Leitzins von 0,75 Prozent.

Top-Konditionen Tagesgeld

Top 5

Bank of Scotland
Zins: 2,00 Prozent

Quelle: FMH

Top 4

abcbank
Zins: 2,00 Prozent

Top 3

1822direkt
Zins: 2,05 Prozent

Top 2

mon@you
Prozent: 2,10 Prozent

Top 1

RaboDirect
Zins: 2,20 Prozent

Dadurch sei der durchschnittliche Tagesgeldzins seit April von 1,51 Prozent auf aktuell 1,16 Prozent gesunken. Bei dreijährigen Sparbriefen gab es sogar einen Rückgang von 2,07 Prozentpunkten auf 1,45 Prozent.

Ungeachtet dessen setzen Sparer weiterhin auf sichere Zinsanlagen. 29 Prozent der Privatanleger wollen künftig noch mehr als bislang Tages- und Festgeldangebote nutzen, wie eine repräsentative Forsa-Umfrage für die Deutsche Wertpapierservice Bank ergab. Wer die Inflationsrate von aktuell 2,0 Prozent ausgleichen möchte, der benötigt wegen der fälligen Abgeltungssteuer einen Zins von rund 2,7 Prozent.

Das gelingt allerdings nur noch bei längerfristigen Anlagen, wie der FMH-Vergleich zeigt. Die besten Konditionen bei zweijährigem Festgeld bieten demnach die Bank 11 mit 2,75 Prozent und die Oyak Anker Bank (2,65 Prozent). Spitzenreiter bei drei Jahren Anlagedauer ist die VTB Direktbank mit 3,1 Prozent, gefolgt von der Bigbank AS und der Oyak Anker Bank mit jeweils 2,95 Prozent. Deutlich mehr gibt es lediglich für zehnjährige Sparbriefe, bei denen die Oyak Anker Bank mit 4,0 Prozent derzeit am meisten bietet.

Top-Konditionen Festgeld

Top 5

Credit-Europe-Bank
Zins: 2,00 Prozent

Sparsumme 10.000 Euro, Laufzeit 1 Jahr

Quelle: FMH

Top 4

Ziraat Bank
Zins: 2,25 Prozent

Top 3

DenizBank
Zins: 2,25 Prozent

Top 2

IKB direkt
Zins: 2,30 Prozent

Top 1

mon@you
Prozent: 2,35 Prozent

Allerdings dürften auch die aktuellen Spitzenangebote möglicherweise nicht mehr lange Bestand haben. "Es ist zu erwarten, dass die Banken die Zinsen weiter senken. Allerdings nur in kleinen Schritten, um Sparer nicht zu verschrecken und sie an die Konkurrenz zu verlieren", sagt Herbst.

Das Problem mit den sicheren, aber niedrig verzinsten Produkten: In vielen Fällen reicht die Rendite nicht aus, um die Inflationsrate auszugleichen. Die Statistikbehörden haben zuletzt für den Euro-Raum eine Inflationsrate von rund zwei Prozent gemessen. Die Zahl allein ist zwar noch nicht sonderlich furchteinflößend; die Deutschen sind - das hat die Geschichte gelehrt - ganz andere Werte gewohnt. Zu Zeiten der Weimarer Republik etwa, zwischen Oktober 1922 und Dezember 1923, betrug die Inflationsrate 50 Prozent - pro Woche, wohlgemerkt.

Top-Konditionen Sparbriefe

Top 5

Ziraat Bank
Zins: 2,25 Prozent

Sparsumme 10.000 Euro, Laufzeit 1 Jahr

Quelle: FMH

Top 4

VTB
Zins: 2,25 Prozent

Top 3

DenizBank
Zins: 2,25 Prozent

Top 2

IKB direkt
Zins: 2,30 Prozent

Top 1

mon@you
Zins: 2,35 Prozent

Trotzdem entfalten auch geringere Werte langfristig eine verheerende Wirkung, weil die Kapitalmarktzinsen derzeit so niedrig sind und den Anstieg der Inflation nicht ausgleichen. Angenommen, die Inflationsraten liegen in den kommenden fünf Jahren nur leicht über den Zielvorgaben der Europäischen Zentralbank (EZB), also etwa bei 2,5 Prozent, dann führt das, den Zinseszinseffekt berücksichtigt, zu einem Kaufkraftverlust von mehr als zehn Prozent. Die Notenbanker der EZB betonen zwar, dass das schwache Wachstum in der Euro-Zone die Teuerung mittelfristig dämpfen werde. Dennoch: Gerade die Deutschen fürchten sich vor einer Geldentwertung.

Kommentare (11)

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Sheka

15.10.2012, 13:16 Uhr

"Selbst der Finanzminister warnt vor Inflation"

Was für eine herrliche Aussage, die das HB auch unkommentiert stehen lässt - ist es nicht unser Finanzminister persönlich der entscheidend dazu beiträgt, dass die Geldmenge ausufert. Er umgeht alle demokratischen Prinzipien und führt ettliche Rettungsschirme ein und lässt diese vom Bundestag absegnen. Nun stellt er sich dahin und meint uns warnen zu müssen, was für eine Farce.

Wann hat dieses undemokratische System endlich ein Ende und mit Verlaub hoffe ich, dass dieser Finanzminister eines Tages vor einem Gericht landen wird und sich für seine ausufernde Geldmehrung verantworten muss.

Jedoch glaube ich eher, dass im nächsten jahr der Schäuble den Nobelpreis erhält für den Frieden den er und die EU nach Europa gebracht haben zudem bis dahin gewiss die NATO auch in Syrien und in den Iran einmarschieren wird was dann wieder mit einem Nobelpreis gewürdigt werden muss - ganz nach dem Motto "Krieg ist Frieden"

Account gelöscht!

15.10.2012, 14:37 Uhr

Es hilft nichts.

Der normale Bürger wagt sich nicht an die Börse. Vor Investmentprodukten seiner Bank fürchtet er sich ebenfalls seit der Lehmanpleite. Der blick bleibt auf die Sparbücher gerichtet und man nimmt eine Kaufkraftverlust in Kauf, besser als alles zu verlieren!

Beim Thema Gold fängt das Auge des ein oder anderen dann doch an zu glänzen und die Aufmerksamkeit ist dir gewiss. Hier ist ein natürliches Hinderniss vorhanden. Man müsste schon zur Bank gehen und sich Gold kaufen, d.h. Geldmenge in sehr wenig glänzendes Metall verwandeln, das schreckt ab. Wo soll man damit dann hin? Was ist wenn Diebe ins Haus kommen? Die Lösung ist gar nicht so schwierig, es gibt auch günstige Bankschließfächer. An- und Verkaufsverhältnisse müssen beachtet werden. Ein Kauf lohnt dann meist nur längerfristig.

Ebensowenige Bürger werden über ein Brokerkonto verfügen über dass sie sich Gold in Form physisch hinterlegter ETF´s kaufen können. Dies kann durchaus eine sehr vorteilhafte Anlageform sein.

Da sich der gemeine Volkling mit solchen Sachen aber nicht auskennt, warum sollte er auch?, wird ihm nicht viel bleiben, als den Kaufkraftverlust hinzunehmen. Der ein oder andere wird auf schnöde Angebote seiner Bank eingehen, in deren Produkte vielleicht Gold als Name auftaucht, die bei weitem aber nicht die Performance des echten Metalls aufweisen werden.

Also was bleibt? Die natürlichen Hindernisse überwinden, ein leichtes Risiko akzeptieren, eigenverantwortlich handeln. Wer diesen Weg nicht geht, bleibt dem Bankberater ausgeliefert, dieser wird von einen physischen Goldkauf ganz sicher abraten, denn davon hat er nichts, allerdings verdient er daran dann doch mehr, als wenn er den Kunden ganz ohne Produkt ziehen lassen müsste.

Viele flüchten in Immobilien. Das ist doch aber keine echte Anlage und nur für größere Investoren tauglich.

Mazi

15.10.2012, 14:44 Uhr

Wer sein Geld schützen will, muss zur Wahl gehen!

Aber wen soll man wählen?

Auf jeden Fall keinen Politiker, der an dem Desaster beteiligt ist.

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