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14.04.2006

07:01 Uhr

Geldanlage zur Vorsorge

Chancen zum Steuersparen sind vielfältig

VonTom Friess

Bei der Altersvorsorge ergeben sich viele Möglichkeiten der Steuerersparnis.

HB MÜNCHEN. Folgende Punkte sollten Sparer bedenken: Bei der Gehaltsumwandlung verzichtet der Arbeitnehmer auf die heutige Auszahlung von Gehaltsbestandteilen. Im Gegenzug zahlt der Arbeitgeber diese in eine betriebliche Vorsorge ein. Zur Auszahlung und damit Besteuerung kommen die Gelder im Ruhestand. Der erste positive Effekt entsteht, wenn die Grenzsteuerbelastung des Steuerpflichtigen im Ruhestand tiefer ist als im Erwerbsleben. Der zweite erwächst dadurch, dass die Rendite, die innerhalb der betrieblichen Vorsorge erwirtschaftet wird, während der Anlagephase nicht besteuert wird.

Was die Steueroptimierung bei Wertpapieranlagen anbelangt, sind Zins- und Dividendenzahlungen sind voll respektive zur Hälfte steuerpflichtig. Kursgewinne sind nach einer Haltefrist von einem Jahr steuerfrei. Grundsätzlich entsteht eine Steueroptimierung, wenn auf Kursgewinne gesetzt wird. Im Anleihenbereich kann dies durch den Einsatz von Tiefzinsanleihen (Zinskupon liegt unter Marktniveau) erreicht werden. Bei diesen Anleihen liegt der Kaufpreis unter dem Rückzahlungswert von 100 Prozent.

Die künftige Rendite setzt sich aus einem Kursgewinn und einem im Marktvergleich tieferen Zinskupon zusammen. Dadurch reduzieren sich die steuerpflichtigen Zinszahlungen. Der Kursgewinn ist unter Einhaltung der Haltefrist einkommensteuerfrei. Dies kann ohne zusätzliche Risiken zu einer deutlich höheren Nettorendite führen. Umschichtungen von Anleihen in Aktien aus steuerlichen Überlegungen sind in der Regel nicht empfehlenswert, da dies mit einer deutlichen Erhöhung des Anlagerisikos verbunden ist.

Bei Kapitallebensversicherungen wird die Wertentwicklung während der Laufzeit steuerlich nicht erfasst. Bei Verträgen nach neuem Recht (Abschluss nach 31.12.2004) ist bei Auszahlung die Hälfte der Differenz zwischen Einzahlungen und Auszahlungsbetrag zu versteuern. Unter steuerlichen Aspekten ist dies also immer noch vorteilhaft. Ob die Nettorendite dieser Anlageform zufrieden stellend ausfällt, bleibt aber fraglich.

Anlagen im Ausland locken teils mit fiktiven Quellensteuern oder Progressionsvorbehalt. Diese Steuervorteile müssen meist mit einem erhöhten Bonitätsrisiko oder stark eingeschränkten Liquidierbarkeit der Anlagen erkauft werden. Zudem schlägt der Steuereffekt in der Regel erst bei sehr hohem zu versteuernden Einkommen durch.

Anlageentscheidungen sollten aber nie primär aus steuerlichen Überlegungen gefällt werden. Die Beurteilung von Chancen und Risiken einer Anlage sind vorrangig.

Tom Friess ist Mitglied der Geschäftsleitung VZ VermögensZentrum.

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