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17.01.2011

08:47 Uhr

Geldautomaten

Wie sich Bankkunden vor Betrügern schützen können

VonYasmin Osman, Christian Panster

Der Nepp am Geldautomaten wird immer beliebter und professioneller. Das BKA reagiert, will den Magnetstreifen auf EC-Karten abschaffen. Damit könnten sich Bankkunden wirksam vor Betrug schützen.

Geldkarten mit Magnetstreifen: Die Betrugsfälle am Geldautomaten nehmen zu. Das BKA will deshalb den Magnetstreifen abschaffen. dpa

Geldkarten mit Magnetstreifen: Die Betrugsfälle am Geldautomaten nehmen zu. Das BKA will deshalb den Magnetstreifen abschaffen.

FRANKFURT. Das Bundeskriminalamt will künftig die Magnetstreifen auf EC-Karten abschaffen. Betrüger hätten es viel zu leicht, wichtige Kundendaten auszuspähen, so die Begründung. Die Statistik gibt den Ermittlern Recht. Deshalb der gute Rat: Es gibt Dinge, die Sie über Ihre Karte wissen sollten.

Warum will das BKA den Magnetstreifen abschaffen?

Gaunereien am Geldautomaten sind zu einem beliebten Spiel geworden. Die Zahl der sogenannten "Skimming"-Attacken ist zuletzt rasant gestiegen. Im ersten Halbjahr 2010 zählte das Bundeskriminalamt (BKA) allein 1927 solcher Betrugsfälle - und damit fast so viele wie im gesamten Jahr zuvor. Die Marke von 2009 sollte damit locker geknackt werden, auch wenn noch keine verlässlichen Zahlen für die zweite Hälfte des abgelaufenen Jahres vorliegen. Der Trend sei alarmierend, heißt es beim BKA. Besonders häufig wird an Geldautomaten in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Berlin geräubert.

Wie funktioniert "Skimming"?

Grundsätzlich werden beim Skimming wichtige Daten vom Magnetstreifen der Kunden-EC-Karten gestohlen. Die Diebe installieren zu diesem Zweck elektronische Lesegeräte direkt an Geldautomaten oder Türöffnern. Schiebt der Bankkunde seine Karte ein, hat er schon verloren. Dazu wird oft mit einer kleinen, versteckten Kamera die Geheimnummer ausgespäht. Die abgekupferten Daten werden von den Ganoven auf Kartenrohlinge kopiert; im Ausland geht es dann auf Shopping-Tour. Der Bankkunde wundert sich später über die Abbuchungen aus fernen Ländern. Meist bemerkt er den Betrug erst sehr spät, weil er die Originalkarte im Portemonnaie hat und zu selten seine Kontoauszüge kontrolliert.

Wie können Kunden sich schützen?

Scheuen Sie sich nicht, Kartenschlitz und Türöffner zu prüfen - ruckeln Sie ruhig mal daran. Auch wenn die Überwachungskamera sie filmt, werden sie später sicherlich nicht für verrückt erklärt. Achten Sie auch auf die Eingabefelder - ist etwas ungewöhnlich, sehen Sie möglicherweise eine kleine Kamera? Sollten Sie mehrere Karten besitzen, öffnen Sie die Tür stets mit einer Karte, mit der Sie nicht das Geld ziehen. Verdecken Sie die Eingabe der Geheimzahl, indem Sie die Hand oder Geldbörse als Sichtschutz dicht über die Tastatur halten.

Kommentare (2)

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norbert

17.01.2011, 16:35 Uhr

Das ist doch alles sicher mit den Karten ?
Das hat man mir immer erzählt ...

VinceB

22.01.2011, 15:40 Uhr

PiN muß nicht am Geldautomat eingegeben werden.
Eine PiN kann am Geldautomat nicht ausgespäht werden, wenn sie dort nicht eingeben wird.
Die PiN kann vorher mit einem kleinen Zusatzgerät (eingebaut z.b. in Geldbörse) in die Karte eingegeben werden und verbleibt dort nur kurze Zeit.
Die PiN wird gelöscht vom Geldautomaten oder verschwindet automatisch, wenn Folienkondensator in der Karte entladen ist. Ausgelesen werden kann der PiN Code lediglich vom banksystem. Dieses System könnte einfach und kostengünstig realisiert werden.
Weiterer Vorteil wären schnellere bearbeitungsvorgänge an den Automaten. Geldbetrag kann ebenfalls schon vorher eingegeben werden.
Habe letzten Herbst recherchieren lassen, zwecks Patentanmeldung. Ergebnis war aber, dass jemand diese idee schon hatte und für diese Methode kürzlich ein Patent erteilt wurde.
Weiterer Vorteil: gefährliche Keime auf der Tastatur werden nicht übertragen.

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