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29.10.2012

13:25 Uhr

Geldvermögen

Die Deutschen werden reicher – manche zumindest

Das Privatvermögen der Deutschen ist gewachsen - rein rechnerisch. Allerdings hinterlässt die Schuldenkrise bereits erste Spuren. Außerdem dürfte die Verteilung des Wohlstands höchst unterschiedlich ausfallen.

Das Privatvermögen in Deutschland wird immer größer - allerdings nicht für alle. dpa

Das Privatvermögen in Deutschland wird immer größer - allerdings nicht für alle.

FrankfurtDie Deutschen häufen immer mehr Geld an: Im zweiten Quartal 2012 stieg das Geldvermögen der privaten Haushalte auf die Rekordhöhe von 4.811 Milliarden Euro. Das teilte die Deutsche Bundesbank am Montag in Frankfurt mit. Allerdings fiel das Plus zum Vorquartal mit 0,2 Prozent relativ gering aus.

Die Bundesbank führt dies auf erhebliche Kursverluste an den Kapitalmärkten zurück. Zudem schichteten die Sparer ihr Geld aus Angst um die Unsicherheiten in Zusammenhang mit der Schuldenkrise im Euroraum um: Zuflüsse gab es bei Bargeld und Sichteinlagen sowie bei den Ansprüchen gegenüber Versicherungen. Aus anderen Anlagen zogen sich Privatanleger zurück.

Wo das Geld der Deutschen liegt

Geldvermögen gesamt

2010: 4.645,4 Milliarden Euro

2011: 4.710,2 Milliarden Euro

2012: 4.939,0 Milliarden Euro

Quelle: Deutsche Bundesbank, 03.05.2013

Bargeld und Sichteinlagen

2010: 914,1 Milliarden Euro

2011: 953,3 Milliarden Euro

2012: 1.056,9 Milliarden Euro

Termingelder

2010: 262,6 Milliarden Euro

2011: 280,5 Milliarden Euro

2012: 274,4 Milliarden Euro

Spareinlagen

2010: 609,1 Milliarden Euro

2011: 608,2 Milliarden Euro

2012: 608,0 Milliarden Euro

Sparbriefe

2010: 75,0 Milliarden Euro

2011: 85,4 Milliarden Euro

2012: 75,5 Milliarden Euro

Festverzinsliche Wertpapiere

2010: 254,1 Milliarden Euro

2011: 247,1 Milliarden Euro

2012: 238,2 Milliarden Euro

Aktien

2010: 243,5 Milliarden Euro

2011: 221,5 Milliarden Euro

2012: 259,1 Milliarden Euro

Sonstige Beteiligungen

2010: 179,1 Milliarden Euro

2011: 185,2 Milliarden Euro

2012: 193,4 Milliarden Euro

Investmentzertifikate

2010: 435,4 Milliarden Euro

2011: 394,9 Milliarden Euro

2012: 420,1 Milliarden Euro

Ansprüche gegenüber Versicherungen

2010: 1.358,1 Milliarden Euro

2011: 1.400,2 Milliarden Euro

2012: 1.468,9 Milliarden Euro

Ansprüche aus Pensionsrückstellungen

2010: 284,3 Milliarden Euro

2011: 295,4 Milliarden Euro

2012: 306,6 Milliarden Euro

Sonstige Forderungen

2010: 39,0 Milliarden Euro

2011: 38,4 Milliarden Euro

2012: 37,9 Milliarden Euro

Besorgte Sparer flüchteten in vermeintlich risikoarme Anlageformen, die wenig Zinsen abwerfen. Zuflüsse gab es im Wesentlichen bei Bargeld und Sichteinlagen, die per saldo um gut 25,5 Milliarden Euro aufgebaut wurden. Damit nehmen die Menschen aber künftig reale Verluste in Kauf: Die Zinsen von Tagesgeld sind derzeit sehr niedrig, und Bargeld wirft natürlich gar keine Zinsen ab. Die Folge: Die Inflation frisst das Ersparte langsam aber sicher auf.

„Verantwortlich für die derzeitige hohe Liquiditätspräferenz dürfte zum einen das historisch niedrige Zinsumfeld sein, zum anderen könnte dies auch mit der allgemeinen Unsicherheit im Zusammenhang mit der Schuldenkrise in Europa zusammenhängen“, erklärte die Notenbank. Auch die Ansprüche gegenüber Versicherungen stiegen erneut um knapp 12,5 Milliarden Euro. Aktien wurden in geringem Umfang von knapp 1,5 Milliarden Euro netto gekauft.

Kommentare (24)

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Horst

29.10.2012, 12:28 Uhr

Nicht in Urlaub fahren können hat eher nichts mit Armut zu tuen. Der eigentliche Skandal sind die Niedriglöhne, dh Vollzeitarbeit und weniger als 1000 € netto. Schande über unsere Politiker und Eliten

Account gelöscht!

29.10.2012, 12:31 Uhr

Schrecklich die Vorstellung irgendwann gäbe es nur noch Millionäre. Wer erledigt dann die niedere Arbeit .....

zeus

29.10.2012, 13:05 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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