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29.07.2012

13:59 Uhr

Generation Erbe

Wenn das Geld vom Himmel fällt

Quelle:Zeit Online

Die Deutschen sind so reich wie niemals zuvor. Viele mussten aber nicht für das Geld arbeiten, sondern haben es geerbt. Ist das gerecht? Drei Erfahrungsberichte von Menschen, die reich sind, ohne etwas dafür zu können.

Goldene Rolex - was kostet die Welt? dpa

Goldene Rolex - was kostet die Welt?

HamburgSie müssen noch etwa vier Jahre warten, dann sind sie reich. 111 Nachfahren des deutschen Firmengründers Fritz Henkel (1848 bis 1930) dürfen von 2016 an frei über Aktien verfügen, die den meisten von ihnen schon bei der Geburt in der Wiege lagen: Als Urenkel, Ururenkel und angeheiratete Verwandte des alten Fritz besitzen sie gemeinsam einen großen Anteil an dem heutigen Henkel-Konzern. Den kennt man von Marken wie Persil, Pattex und Schwarzkopf. Die Aktien sind im Augenblick mehr als sechs Milliarden Euro wert. Oder pro Kopf, rein rechnerisch: um die 56 Millionen Euro.

Kein Lottogewinner hat in Deutschland jemals so viel Geld kassiert. Die wenigsten Unternehmer erreichen vergleichbare Summen, und Arbeitnehmern gelingt es quasi nie. Ein Durchschnittsverdiener bekommt in Deutschland 3.300 Euro im Monat und müsste für diesen sagenhaften Betrag mehr als 1.400 Jahre lang arbeiten.

Nein, in Deutschland gibt es vor allem einen Weg zum Reichtum: Man erbt ihn.

Genau das wird in den nächsten Jahren mehr Menschen in Deutschland passieren als je zuvor. Vermögen im Wert von 260 Milliarden Euro, schätzt das Deutsche Institut für Altersvorsorge, wechseln künftig den Besitzer – Jahr für Jahr. Das ist etwas mehr als das Bruttoinlandsprodukt von Lettland, Litauen, Ungarn und Bulgarien zusammen.

Erstmals nämlich rückt eine Generation auf den Tod zu, die mehr als 60 Jahre Zeiten hatten, Wohlstand aufzubauen – ohne Krieg, ohne Hyperinflation oder Währungsreform. So entstanden vor allem in Westdeutschland ungeheure Vermögen. »Erbschaften von historischem Ausmaß« prognostiziert die Postbank in einer Studie. Allein die Wahrscheinlichkeit, ein Haus zu erben, verdoppele sich. Und viele Menschen bekommen noch viel mehr: Millionenvermögen, ein- oder gar zweistellige. So wie bei den Henkels.

Sie sind die Generation Goldener Löffel. Sie erben so viel, dass sie nie wieder arbeiten müssen.

Kommentare (76)

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Account gelöscht!

29.07.2012, 14:08 Uhr

Ich zitiere Wilfried Schmickler:

Als Zielgruppe nimmt man eine Minderheit, die sog. Reichen, dann kann man sich des Applauses der Mehrheit sicher sein. Das ist praktizierte Demokratie im 21. Jahrhundert! Dass die ins Visier genommenen Bürger (Anmerkung: und ihre Vorgenerationen) jahrzehntelang ca. das Hundertfache an Steuern im Vergleich zum Durchschnittssteuerzahler zur Finanzierung unseres Gemeinwesens beigetragen haben, bleibt dabei im Zusammenhang mit einer Gerechtigkeitsbewertung eine zu vernachlässigende Größe. Dieselben Bürger, die überproportional die Wohltaten der ausgabewütigen Politiker finanziert haben, sollen am Ende noch einmal zur Kasse gebeten werden. Angesichts solcher Diskussionen braucht man sich nicht zu wundern, wenn immer mehr junge Leistungsträger ihre Zukunft im Ausland sehen.

Glueck

29.07.2012, 14:28 Uhr

"... So wollte ich jeden Zweifel beseitigt wissen, daß ich die Verwirklichung einer Wirtschaftsverfassung anstrebe, die immer weitere und breitere Schichten unseres Volkes zu Wohlstand zu führen vermag. Am Ausgangspunkt stand da der Wunsch, über eine breitgeschichtete Massenkaufkraft die alte konservative soziale Struktur endgültig zu überwinden.
Diese überkommene Hierarchie war auf der einen Seite durch eine dünne Oberschicht, welche sich jeden Konsum leisten konnte, wie andererseits durch eine quantitativ sehr breite Unterschicht mit unzureichender Kaufkraft gekennzeichnet. Die Neugestaltung unserer Wirtschaftsordnung musste also die Voraussetzungen dafür schaffen, daß dieser einer fortschrittlichen Entwicklung entgegenstehende Zustand und damit zugleich auch endlich das Ressentiment zwischen 'arm' und 'reich' überwunden werden konnten. "
(Wohlstand für alle, 1957, S. 7)

Gleichheit ist Glück -- ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen anhand volkswirtschaftlicher Vergleiche.

dann leben alle sicherer - siehe Mordrate in ärmeren Ländern und den USA.

Tabu

29.07.2012, 14:28 Uhr

Viele mussten aber nicht für das Geld arbeiten, sondern haben es geerbt. Ist das gerecht?
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Dieser Sparsinn,wie ihn die Nachlasser noch an den
Tag legten,wird so schnell nicht wiederkommen.
Vernunftbegabte Erben sich nicht so oft mehr wiederfinden.
Familientraditionen haben eben auch ihren Stellenwert verloren,wenn es um die Zerschlagung von Unternehmen oder
den Verkauf geht..Ansonsten ärgert mich zum größen Teil,
wenn solche reichen Barbys sich zum tausendstenmale
ihr Fett absaugen lassen und mit U-Boot Lippenschläuchen in jede Kamera glupschen.Erbensöhne sich ganze Fuhrparks
zu legen und faul sich in der Sonne aalen.
Die könnt man meinetwegen entmündigen..
Da wo Vernunft und Gemeinsinn waltet,wird auch mit dem
Erbe verantwortungsvoll umgegangen werden.

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