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02.10.2013

07:26 Uhr

Gesetzliche Krankenkassen

Elektronische Gesundheitskarte kommt

Verzögerungen und Streitigkeiten begleiten seit Jahren die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte. Manche fühlen sich an den Start der Lkw-Maut erinnert. Die Kassen drücken aufs Tempo, die Ärzte bremsen.

Die elektronische Gesundheitskarte: Wer sie noch nicht hat, sollte sich schleunigst darum kümmern – zum Jahresende verlieren die alten Krankenversichertenkarten ihre Gültigkeit. dpa

Die elektronische Gesundheitskarte: Wer sie noch nicht hat, sollte sich schleunigst darum kümmern – zum Jahresende verlieren die alten Krankenversichertenkarten ihre Gültigkeit.

BerlinWer sie noch nicht hat, sollte sich nach einer Empfehlung der Krankenkassen rasch um die neue elektronische Gesundheitskarte (eGK) kümmern. Denn zum Jahresende verlieren die seit 1995 von ihnen ausgegebenen Krankenversichertenkarten (KVK) ihre Gültigkeit - unabhängig vom Ablaufdatum, sagen ebenfalls die Krankenkassen. Ihr Spitzenverband verweist auf eine mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) getroffene Vereinbarung, derzufolge vom 1. Januar 2014 nur noch die neuen Karten für die Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen gültig seien. Die Regelung gilt für die rund 70 Millionen gesetzlich Krankenversicherten.

Dieser Darstellung widerspricht die KBV: „Es ist nicht so, dass die alte Karte nach dem 1. Januar 2014 nicht mehr eingesetzt werden kann“, sagte KBV-Sprecher Roland Stahl am Dienstag auf dpa-Anfrage. Beim GKV-Spitzenverband wurde dies bestätigt: „Ärzte können bis zum 1. Oktober 2014 mit der alten Karte arbeiten und auch abrechnen.“

Günstig versichert in der Ehe

Gemeinsam bei der Versicherung sparen

Mal ganz abgesehen von romantischen Motiven, eine Hochzeit oder auch schon das Zusammenziehen, kann sich lohnen. Finanzielle Erleichterungen gibt es nicht nur bei der Steuer, sondern auch beim Versicherungsschutz.

Gesetzliche Krankenversicherung

Wer kein oder nur ein geringes Einkommen hat, kann über seinen Ehepartner oder den eingetragenen Lebenspartner in der gesetzlichen Krankenkasse beitragsfrei mitversichert werden. Dafür müssen aber einige Voraussetzungen erfüllt sein: Der Wohnsitz oder der gewöhnliche Aufenthaltsort des Mitversicherten muss in Deutschland liegen, er darf nicht freiwillig versichert sein oder Versicherungsfreiheit genießen. Der Mitversicherte darf nicht hauptberuflich selbstständig sein und sein Gesamteinkommen darf monatlich nicht über 375 beziehungsweise bei geringfügiger Beschäftigung nicht über 400 Euro liegen, so der Bund der Versicherten.

Privathaftpflichtversicherung

Paare, die einen gemeinsamen Haushalt führen, können eine gemeinsame Haftpflichtversicherung nutzen. Ein Abkommen zwischen den Versicherungsunternehmen regelt, dass der zuerst geschlossene Haftpflichtvertrag bestehen bleibt und der später abgeschlossene aufgehoben werden kann, so die Angaben der Zurich Versicherung. Hierfür muss das Paar die Versicherer schriftlich über die neue Lebenssituation informieren. Der Partner, dessen Vertrag erlischt, wird dann über den Vertrag des anderen mitversichert. Wurde der Vertrag nach einem „Singletarif“ abgeschlossen, wird die Police umgestellt und die Prämie neu berechnet.

Hausratversicherung

Auch bei der Hausratversicherung können Paare durch Zusammenziehen sparen: Der jüngere Vertrag kann auch hier einfach aufgehoben und nur eine gemeinsame Hausratversicherung weitergeführt werden. Allerdings sollte der Wert des Hausrates aktualisiert werden. Bei einer gemeinsamen neuen Wohnung muss der Versicherer spätestens beim Umzugsbeginn über die neue Anschrift und die Quadratmeteranzahl informiert werden. Vorteil: Während des Umzuges sind sowohl die bisherige als auch die neue Wohnung versichert.

Rechtsschutzversicherung

Haben beide Partner eine eigene Rechtsschutzversicherung, ist das Paar quasi „überversichert“. In diesem Fall sollte geprüft werden, welcher Vertrag länger besteht beziehungsweise den größeren Leistungsumfang hat. Der zuletzt abgeschlossene Vertrag oder der mit weniger Schutz, sollte aufgehoben werden, damit eine weitere Prämie entfällt.

Kfz-Versicherung

Haben die Ehepartner unterschiedliche Schadenfreiheitsklassen, können sie auch bei der Kfz-Versicherung sparen: Sie können einfach beide Pkws über den Partner mit der günstigeren Schadenfreiheitsklasse versichern.

Derzeit haben nach der Mitteilung des GKV-Spitzenverbandes vom Dienstag rund 95 Prozent der Versicherten die elektronische Gesundheitskarte. Die anderen sollten sich sputen und - so der Rat des Kassen-Spitzenverbandes - „schnellstmöglich ein Lichtbild bei ihrer Krankenkasse einreichen, damit die neue eGK noch bis Jahresende ausgestellt werden kann“. Die neue Karte enthält bislang die Versichertenstammdaten wie Name, Adresse, Geschlecht und das Foto zur besseren Identifizierung des Besitzers.

Selbstverständlich - so der GKV-Verband - werde kein Versicherter, der Anfang kommenden Jahres mit alter Karte vom Arzt nach Hause geschickt. In diesen Fällen könne der Patient innerhalb von zehn Tagen nach der Behandlung einen gültigen Versicherungsnachweis nachreichen. Ansonsten sei der Arzt berechtigt, dem Versicherten die Kosten der Behandlung privat in Rechnung zu stellen. Nach den Worten von KBV-Sprecher Stahl ist damit aber vorerst aber nicht zu rechnen.

Angekündigt wurde die eGK 2003 von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) - mit Starttermin 2006. Nicht nur Ärzte standen der neuen Karte skeptisch gegenüber: Sie sei - so die Kritiker - ein unsinniges und teures Prestigeprojekt und ein weiterer Baustein zum „gläsernen Bürger“. Jahrelang wurde über technische und organisatorische Standards gestritten.

Später einmal soll die Karte eine Art Zugangsschlüssel zu elektronischen Patientenakten und Arztbriefen sein - in einem vernetzten System von Medizinern, Apotheken, Krankenhäusern und Krankenkassen. Aber nur, wenn der Patient damit einverstanden ist.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

02.10.2013, 08:54 Uhr

"Später einmal soll die Karte eine Art Zugangsschlüssel zu elektronischen Patientenakten und Arztbriefen sein - in einem vernetzten System von Medizinern, Apotheken, Krankenhäusern und Krankenkassen. Aber nur, wenn der Patient damit einverstanden ist. "

Wer einen solchen Schwachsinn in Zeiten des Überwachungswahns ausdenkt, der kann nur innerlich zutiefst davon überzeugt sein, das mein Körper und meine Krankheiten Allgemeingut sind. Eine typische Halbgötter in Weiß Geschichte.
Meine Krankheits- und Gesundheitsdaten gehören mir! Und ich will als Versicherter meine Akten und Daten bei mir zu Hause haben, diese mitnehmen und freigeben wenn ich beim Arzt oder der Klinik meines Vertrauens sitze, und nicht als Allgemeingut in irgendeinem Datenzentrum.
Aber Demokratie im Gesundheitswesen ist natürlich kein Thema, die wissen schon alle was für mich gut ist.

FJB

02.10.2013, 10:08 Uhr

Dieser Logik ist wirklich nur schwer zu folgen. Der Krytographieschlüssel auf der Gesundheitskarte garantiert - im Gegensatz zur heutigen Situation - genau das, was der der Autor fordert. Heute sind die Gesundheitsdaten irgendwo gespeichert und werden auf meist ungesicherten Wegen übermittelt ohne dass der stolze Besitzer von Kopien zu Hause irgendeinen Einfluß darauf hat, wer diese zu welchem Zeitpunkt einsieht. Diese Hoheit gewinnt er durch den Schlüssel auf der Gesundheitskarte. Daten können von Dritten dann nur gelesen werden, wenn physich seine Karte vorliegt.
Aber- mit dieser Konfusion ist der Autor nicht alleine-leider!!

Account gelöscht!

02.10.2013, 10:59 Uhr

"Der Krytographieschlüssel auf der Gesundheitskarte garantiert - im Gegensatz zur heutigen Situation - genau das, was der der Autor fordert."

Dieser Schlüssel garantiert mir doch nicht das meine Daten woanders landen. Das ist doch das Problem, im übrigen mit jeder Karte, die ich nicht selbst mit PW und Verschlüsselungsgrad beeinflußen kann.
Passiert das einmal sind die Daten gekapert, Gesundheit ist nunmal eine lebenslange Angelegenheit.

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