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14.04.2016

13:35 Uhr

Gesetzliche Krankenkassen

Mitglieder flüchten wegen Beitragserhöhungen

VonCordula Tutt
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Seit Jahresbeginn haben zahlreiche Krankenversicherte wegen gestiegener Kosten ihre Kasse gewechselt. Besonders stark hat es den drittgrößte Versicherer DAK getroffen. Andere Kassen konnten sich hingegen freuen.

Viele Versicherte sind unzufrieden mit ihren Krankenkassen. dpa

Krankenkassen

Viele Versicherte sind unzufrieden mit ihren Krankenkassen.

DüsseldorfSeit Jahresbeginn haben etliche Krankenversicherte ihre Kasse gewechselt und sich so gegen steigende Gesundheitskosten gewehrt. Stark betroffen ist nach Informationen der WirtschaftsWoche die DAK, die drittgrößte Kasse und mit einem Beitrag von 16,1 Prozent des Bruttoeinkommens nun die zweitteuerste. Im ersten Quartal hat sie 184.000 Versicherte verloren, wie die DAK der WirtschaftsWoche bestätigte. Die Hamburger hatten ihren Satz um 0,6 Prozentpunkte angehoben.

Noch teurer ist die Ruhrgebiets-Betriebskasse Viactiv, die 16,3 Prozent erhebt. Viactiv spricht bisher nur allgemein von „Mitgliederverlusten“ seit Jahresbeginn. Die sechstgrößte Kasse IKK classic, die vor allem in Ostdeutschland vertreten ist hat 2016 bisher rund 100.000 Versicherte verloren.

Zusatzbeiträge Krankenversicherer 2016

Knappschaft

1,42 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,9 Prozent

AOK Niedersachsen

1,79 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,4 Prozent

AOK Nordwest

1,96 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015:15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

AOK Rheinland/Hamburg

2,04 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,4 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16,0 Prozent

AOK Plus

2,29 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 14,9 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 0,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 14,9 Prozent

IKK Classic

2,6 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,4 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16,0 Prozent

AOK Baden-Württemberg

3,046 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,0 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,6 Prozent

AOK Bayern

3,33 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

DAK

4,89 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,5 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16,1 Prozent

Barmer GEK

6,7 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

Techniker Krankenkasse

6,87 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,0 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,6 Prozent

Quelle

Unternehmen

Besonders zugelegt hat dagegen die AOK Plus in Sachsen und Thüringen. Sie nahm 165.000 Neukunden auf und kommt jetzt auf mehr als drei Millionen Versicherte. Diese Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) verlangt 14,9 Prozent.

Stark profitieren auch kleinere Kassen mit niedrigem Beitrag wie die Ersatzkasse hkk in Bremen oder die Metzinger BKK in Baden-Württemberg. Die Bremer wuchsen im ersten Quartal 2016 um 17 Prozent, die Minikasse Metzinger BKK sogar um 66 Prozent. Die hkk hat mit 15,19 Prozent den niedrigsten Satz einer bundesweit geöffneten Kasse. Die Metzinger BKK versichert ausschließlich im Ländle und verlangt sogar nur 14,6 Prozent.

Deutschlands größte Krankenkasse, die Techniker Krankenkasse, wuchs um 131.000 auf jetzt 9,6 Millionen Versicherte. Dagegen deutet die Nummer zwei Barmer GEK mit 15,7 Prozent Beitrag Verluste an.

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