Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.06.2015

15:16 Uhr

Gesetzliche Krankenkassen

Zusatzbeitrag könnte sich bis 2019 verdoppeln

Gesetzlich Krankenversicherte müssen ab kommendem Jahr tiefer in die Tasche greifen – damit rechnet der Spitzenverband GKV. Grund dafür seien auch geplante Reformen im Gesundheitswesen.

Von Hochzeitsausfall bis Geschmacksnerven

Die skurrilsten Versicherungen

Von Hochzeitsausfall bis Geschmacksnerven: Die skurrilsten Versicherungen

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

DüsseldorfDie gesetzlich Versicherten müssen sich ab nächstem Jahr auf deutlich steigende Krankenkassenbeiträge einstellen. Die Zusatzbeiträge steigen Schätzungen zufolge bis zum Jahr 2019 auf 1,4 bis 1,8 Prozent des Bruttolohns, sagte die Chefin des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Doris Pfeiffer, am Mittwoch. Derzeit zahlen mehr als 60 Prozent aller gesetzlich Versicherten einen Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent. Allein 2016 wird den Zahlen zufolge der Zusatzbeitrag im Schnitt bei 1,1 bis 1,2 Prozent liegen.

Ein Grund sei, dass die Ausgaben der Kassen etwa für Arzneimittel, Ärzte und Kliniken deutlich stärker stiegen als die Einnahmen, sagte Pfeiffer. Darüber hinaus verursachten die von der Regierung geplanten Reformen zusätzliche Lasten, etwa der Umbau der ambulanten Versorgung, die Krankenhausreform sowie die Gesetze zur Stärkung der Prävention und zum Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung.

Das kranke System: Die Wahrheit über unsere Krankenkassen

Das kranke System

Premium Die Wahrheit über unsere Krankenkassen

Gute Nachricht für 52 Millionen Beitragszahler: Gesetzlich Versicherte bekommen Milliarden ausgezahlt. Doch schon bald drohen ihnen höhere Beiträge. Schuld sind steigende Kosten – und ein unsinniger Gesundheitsfonds.

Pfeiffer sagte, je nach den Rücklagen müssten nicht alle Kassen im nächsten Jahr die Sätze heraufsetzen. Sie gehe aber davon aus, dass es sich um eine „breitere Bewegung“ handeln werde. Den Zusatzbeitrag erheben Kassen, die mit den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommen. Diese speisen sich aus dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent, den sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen.

Der Bundesvize der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler, plädierte für die Wiedereinführung der paritätischen Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung. „Die Deckelung des Arbeitgeberbeitrags muss noch in dieser Wahlperiode aufgehoben werden. Es kann nicht sein, dass die Arbeitnehmer Innovationen und Reformen im Gesundheitswesen alleine finanzieren, sagte der CDU-Politiker dem Handelsblatt. Das Kostenrisiko in der gesetzlichen Krankenversicherung dürfe nicht alleine bei Arbeitnehmern und Rentnern abgeladen werden.

Von

rtr

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Fred Meisenkaiser

03.06.2015, 15:53 Uhr

Die Gewinne der Pharmakonzerne und Krankenhausbetreiber müssen eben finanziert werden!

Herr Peter Noack

05.06.2015, 08:28 Uhr

"Zusatzbeitrag könnte sich bis 2029 verdoppeln"

Versucht es doch einmal, wenn ihr euch umbringen wollt. Gutverdienende Versicherte verlassen die Krankenkasse schon, bevor der Zusatzbeitrag in Kraft tritt. Die Verluste steigen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×