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29.11.2014

15:00 Uhr

Gesundheitskosten

Krankenkassen häufen Millionen-Defizit an

Die fetten Jahre sind vorbei: Die gesetzlichen Krankenkassen haben in diesem Jahr ein fettes Minus eingefahren - bis auf zwei Ausnahmen. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Ein Stethoskop liegt auf mehreren Geldscheinen: Die Krankenkassen treibt die Geldnot. dpa

Ein Stethoskop liegt auf mehreren Geldscheinen: Die Krankenkassen treibt die Geldnot.

Berlin Jahrelang konnten die gesetzlichen Krankenkassen ein dickes finanzielles Polster aufbauen. Nun müssen sie darauf zurückgreifen: In den ersten drei Quartalen 2014 verbuchten die Kassen nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ ein Minus von 740 Millionen Euro und mussten erstmals seit längerem von ihren Reserven zehren. Als Grund für die Entwicklung wurden steigende Gesundheitskosten und Änderungen im Finanzausgleich zwischen den Kassen genannt.

Im vergangenen Jahr hatten sie in dem Zeitraum noch einen Überschuss von 1,5 Milliarden Euro erwirtschaftet. Seit geraumer Zeit deutete sich allerdings an, dass ihre Finanzlage angespannter ist. Zuvor konnten die Kassen laut Zeitung fünf Jahre lang Gewinne einfahren und Reserven anlegen.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung erklärte zu dem Bericht: „Der Trend stimmt, denn die Ausgaben für Medikamente, Arzthonorare und Kliniken steigen schneller als Einnahmen.“ Die exakten Zahlen über den Gesundheitsfonds und alle Kassen erwarte man in der kommenden Woche vom Gesundheitsministerium, sagte Sprecher Florian Lanz am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

Das Ministerium erklärte, die 131 Krankenkassen hätten in den ersten drei Quartalen durch Prämienzahlungen und freiwillige Leistungen Reserven in Höhe von rund 750 Millionen Euro an ihre Versicherten zurückgeführt. „Die gesetzlichen Krankenkassen verfügen damit über Finanz-Reserven in Höhe von rund 16 Milliarden Euro“, sagte eine Sprecherin. Damit sei die Finanzsituation der gesetzlichen Kassen weiter stabil.

Kommentare (1)

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Frau Ellis Müller

01.12.2014, 08:13 Uhr

Jaja, so ists halt: Schäuble kürzt den Bundeszuschuss für versicherungsfremde Leistungen wie z.B. die beitragsfreie Versicherung während des Erziehungs-urlaubs, beitragsfreie Mitversicherung von nicht berufstätigen bzw. geringfügig beschäftigten Ehegatten oder Lebenspartnern sowie Kindern,Leistungen rund um die Schwangerschaft und Mutterschaft, Haushaltshilfe oder häusliche Krankenpflege während der Schwangerschaft oder nach der Entbindung,Leistungen zur Empfängnis-verhütung,Leistungen zur künstlichen Befruchtung,das Mutterschaftsgeld und Krankengeld bei der Betreuung eines kranken Kindes,Betriebs- und Haushaltshilfen für alle Versicherten, insbesondere zur Vermeidung oder Verkürzung von Krankenhausaufenthalten,allesamt gesamtgesellschaftliche Aufgaben die der gKV aufgedrückt wurde. Die Grünen wollen die Flüchtlinge und Asylbewerber in die gesetzliche KV überführen und dafür einen Bundeszuschuss geben. Das ist Klientelpolitik in einem schlimmeren Ausmaß, als die FDP jemals lieferte. Parlamentarier, Beamte und privat Versicherten sind dann bei den Kosten für die Krankenversorgung der Asylanten außen vor. Beamte, Lehrer/Innen sind die Wählergruppe der Grünen. Die Grünen wissen ganz genau, daß der Bundeszuschuss regelmäßig & willkürlich gekürzt wird.
Ab 2015 gehen Beitragserhöhungen einseitig nur Lasten der Versicherten,der AG Anteil wurde festgefroren. Wenn tatsächlich die Flüchtlinge & Asylanten in die gKV überführt werden, schießen die Ausgaben in Höhe und die Beitragserhöhungen lassen nicht lange auf sich warten.

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