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07.01.2016

14:51 Uhr

Gesundheitskosten

Zuzahlungen zur Krankenversicherung gestiegen

Im vergangenen Jahr waren die Zuzahlungen zur gesetzlichen Krankenversicherung deutlich höher als im Vorjahreszeitraum. Für das Bundesgesundheitsministerium gibt es dafür vor allem zwei Gründe.

Viele Versicherte müssen bei Arztbesuchen aus der eigenen Tasche dazuzahlen. dpa

Krankenversicherung

Viele Versicherte müssen bei Arztbesuchen aus der eigenen Tasche dazuzahlen.

BerlinGesetzlich Versicherte werden nicht nur durch höhere Zusatzbeiträge belastet, sondern auch durch steigende Zuzahlungen für medizinische Leistungen. In den ersten drei Quartalen 2015 lagen die gesamten Zuzahlungen um 125 Millionen Euro höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, wie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) am Donnerstag mitteilte. Zuvor hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ darüber berichtet.

Betrachtet man die Entwicklung seit 2010 nahmen die Zuzahlungen bis 2012 von gut 5 Milliarden auf 5,5 Milliarden zu. 2013 und 2014 lagen sie bei 3,6 und 3,7 Milliarden Euro, nachdem die Praxisgebühr wieder abgeschafft worden war. Wenn man das Gesamtjahr 2015 gegenüber dem Vorjahr hochrechnet, liegt der Anstieg bei unter 200 Millionen Euro, beträgt somit die Höhe der Gesamtzuzahlungen etwa 3,9 Milliarden Euro.

Generell ist die Politik für die Höhe der Zuzahlungen verantwortlich. Der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz, erläuterte: „Die grundsätzliche Höhe der Zuzahlung pro Medikament oder bei einem Krankenhausaufenthalt hat die Politik per Gesetz festgelegt. Der aktuelle Anstieg geht auf die Ausgabenentwicklung zurück. Wenn insgesamt mehr Medikamente verschrieben werden und die Menschen häufiger in der Klinik sind, dann steigt auch die Summe der Zuzahlungen.“

Bei den Zuzahlungen gibt es allerdings eine Sozialklausel. Danach muss ein Versicherter nicht mehr als zwei Prozent seines Bruttoeinkommens im Jahr an Zuzahlungen leisten. Danach ist er davon befreit. Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr sind - mit Ausnahme von Fahrkosten - generell von Zuzahlungen befreit.

Zusatzbeiträge Krankenversicherer 2016

Knappschaft

1,42 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,9 Prozent

AOK Niedersachsen

1,79 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,4 Prozent

AOK Nordwest

1,96 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015:15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

AOK Rheinland/Hamburg

2,04 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,4 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16,0 Prozent

AOK Plus

2,29 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 14,9 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 0,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 14,9 Prozent

IKK Classic

2,6 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,4 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16,0 Prozent

AOK Baden-Württemberg

3,046 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,0 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,6 Prozent

AOK Bayern

3,33 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

DAK

4,89 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,5 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16,1 Prozent

Barmer GEK

6,7 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

Techniker Krankenkasse

6,87 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,0 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,6 Prozent

Quelle

Unternehmen

Das Bundesgesundheitsministerium teilte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ mit, vor allem bei den Arzneimitteln seien die Zuzahlungen gemessen an den Gesamtausgaben überdurchschnittlich stark gestiegen. Das Ministerium führte die höheren Zuzahlungen dem Bericht zufolge unter anderem auf die gestiegene Zahl der Versicherten und die gesunkene Zahl der von Zuzahlungen befreiten chronischen Kranken zurück.

Ärger droht bei der geplanten Reform der Ärztehonorare für die Behandlung von Privatversicherten. Die SPD will nach einem Bericht der Zeitungen der Funke Mediengruppe verhindern, dass Ärzte bei der Behandlung von Privatpatienten mehr Geld bekommen. In einem Papier für die Klausur der SPD-Bundestagsfraktion werden demnach Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und die Länder aufgefordert, die Novelle zu verhindern.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sagte den Zeitungen: „Unser Ziel ist die einheitliche Bezahlung der Ärzte, egal ob sie privat oder gesetzlich versicherte Patienten behandeln.“

Von

dpa

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