Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.12.2016

08:25 Uhr

Giro- und Sparkonten 2017

Flucht vor dem Strafzins

VonElisabeth Atzler

Noch scheuen sich die Geldhäuser, Kleinsparern negative Zinsen zu berechnen. Doch 60 Prozent der Kunden halten Strafzinsen schon nächstes Jahr für möglich. Eine Umfrage zeigt, wie sie darauf reagieren werden.

Kaum eine Bank will Strafzinsen mehr ausschließen. Die Kunden halten es für möglich, dass viele Geldhäuser schon 2017 Minuszinsen berechnen werden. dpa

Weniger Zinsen beim Sparen

Kaum eine Bank will Strafzinsen mehr ausschließen. Die Kunden halten es für möglich, dass viele Geldhäuser schon 2017 Minuszinsen berechnen werden.

FrankfurtBisher sind Strafzinsen für private Bankkunden in Deutschland die absolute Ausnahme. Bekannt sind drei Genossenschaftsbanken, die von vermögenden Kunden bei hohen liquiden Einlagen Strafzinsen verlangen. Und eine Volksbank hat eine Gebühr für das Tagesgeldkonto eingeführt.

Die Sparer selbst allerdings erwarten negative Zinsen auf Giro- und Sparkonten durchaus – sogar schon im kommenden Jahr. Rund 60 Prozent halten es für „vielleicht möglich“ oder „gut möglich“, dass Banken in den nächsten zwölf Monaten auf breiter Front einen negativen Zins einführen. Das ergibt eine Umfrage unter rund 3.600 Kunden der Onlinebank ING-Diba. Erstellt wurde die Befragung vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) der Universität Mannheim.

Nicht nur das: Die Bankkunden würden auf Strafzinsen auch reagieren, zeigt die Umfrage. Sollte eine Bank den Zinssatz ihres Tagesgeldkontos von 0,4 Prozent auf minus 0,1 Prozent senken, würden rund 40 Prozent der Befragten ihr Geld auf ein anderes Tagesgeldkonto schieben. „Die Minuszinsen machen etwas für die Leute aus“, sagte der Mannheimer Bankenprofessor Martin Weber, einer der Studienautoren. Die Kunden wollten keine Verluste, und der Minuszins sei ein Verlust.

Kostenlose Girokonten

Der Vergleich

Im Folgenden sind die Banken aufgelistet, deren Jahrespreis für ein Girokonto bei null Euro liegen. Weiterhin sind optionale Leistungen aufgelistet, die ein Kunde in Anspruch nehmen kann. Zu den zusätzlichen Leistungen gehören eine beleghafte Überweisung sowie die Jahreskosten für eine Kreditkarte sowie die Höhe des Dispozinses.

Quelle: Stiftung Warentest, September 2016

1822direkt

Konto: GiroSkyline

Beleghafte Überweisung: 1,50 Euro/Überweisung

Kreditkarte: 29,90 Euro/Jahr

Dispozins: 7,43 Prozent/Jahr

Comdirect Bank

Konto: Girokonto

Beleghafte Überweisung: 1,90 Euro/Überweisung

Kreditkarte: kostenlos

Dispozins: 8,95 Prozent/Jahr

Consorsbank

Konto: Girokonto

Beleghafte Überweisung: 2,95 Euro/Überweisung

Kreditkarte: kostenlos

Dispozins: 7,75 Prozent/Jahr

Edekabank

Konto: Edeka-Konto

Beleghafte Überweisung: kostenlos

Kreditkarte: 10,00 Euro/Jahr

Dispozins: 7,34 Prozent/Jahr

ING-Diba

Konto: Girokonto

Beleghafte Überweisung: kostenlos

Kreditkarte: kostenlos

Dispozins: 6,99 Prozent/Jahr

Netbank

Konto: Privatgirokonto

Beleghafte Überweisung: 10,00 Euro/Überweisung

Kreditkarte: 20,00 Euro/Jahr

Dispozins: 8,00 Prozent/Jahr

Norisbank

Konto: Top-Girokonto

Beleghafte Überweisung: keine Angabe

Kreditkarte: kostenlos

Dispozins: 10,85 Prozent/Jahr

PSD Niederbayern-Oberpfalz

Konto: GiroDirekt

Beleghafte Überweisung: kostenlos

Kreditkarte: 20,00 Euro/Jahr

Dispozins: 6,84 Prozent/Jahr

Santander Bank

Konto: 1 2 3 Girokonto

Beleghafte Überweisung: 1,50 Euro/Überweisung

Kreditkarte: kostenlos

Dispozins: 7,49 Prozent/Jahr

Santander Consumer Bank

Konto: Girokonto Kombi

Beleghafte Überweisung: 1,50 Euro/Überweisung

Kreditkarte: kostenlos

Dispozins: 8,05 bis 11,30 Prozent/Jahr

Wüstenrot Bank

Konto: Top Giro

Beleghafte Überweisung: 3,00 Euro/Überweisung

Kreditkarte: 19,00 Euro/Jahr

Dispozins: 10,87 Prozent/Jahr

Je gut 20 Prozent würden umschichten und ihr Geld längerfristig anlegen oder risikofreudiger investieren. Nur fünf Prozent täten gar nichts. Wie viele Kunden ihr Geld ganz von einem Bankkonto abzögen, ermittelte die Umfrage allerdings nicht.

In dem Szenario, in dem eine Bank den Zinssatz dann noch auf minus 0,6 Prozent drückt, würden nur vier Prozent ihr Geld auf dem Konto lassen. 30 Prozent sähen sich nach einem anderen Tagesgeldkonto um, und etwa genau so viele Befragte würden sich in riskantere Anlagen mit mehr Renditechancen wagen.

Kommentare (27)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Ciller Gurcae

14.12.2016, 08:44 Uhr

Ist es nicht sogar geboten, leistungsloses und risikoloses Zinseinkommen abzuschaffen?

Wieso müssen sich Geldbesitzer, im Gegensatz etwa zu Goldbesitzern, an der Leistung anderer Leute bereichern?

Account gelöscht!

14.12.2016, 08:46 Uhr

Ganz einfach werden die Deutschen Bürger darauf reagieren...
Die Deutschen, die eine gute Ausbildung haben werden sich ins Ausland verabschieden und die Deutschen, die sich gegen diese EU-Euro Diktatur mit einer Auswanderung nicht wehren können, werden das Geld abheben und zuhause aufbewahren.
Soweit sind wir mit der EU und den Drucker Draghi EURO schon gekommen...der Mangel und die Armut und damit die Freiheitsbeschränkung nimmt in EU-Deutschland mehr und mehr Gestalt an. Dank einer Grün-Sozialistischen Merkel Deutschland-EU-EURO Politik.
DDR 2.0 lässt grüßen! Umverteilung von Arm zu Reich!


Herr Max Nolte

14.12.2016, 08:58 Uhr

man wird schlicht einfach nur noch ausgebeutet, für jeden Scheiß muss man zahlen, nun auch für sein eigenes Geld auf dem Konto. Und das muss man ja haben weil die Regierung alles dafür tut dass alles Bargeldlos wird, weil das ja so gefährlich ist erzählen sie uns. Wir wollen "Geldwäsche bekämpfen"...also für blöd verkauft man das dumme Volk...nur noch latzen latzen latzen weil wenn man Bargeld besitzt wird man irgendwann doof angeschaut weil man ja ein potentieller Geldwäscher seien könnte...

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×