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11.03.2016

07:58 Uhr

GKV

Zusatzbeiträge sollen weiter steigen

Gerade erst haben sich die Zusatzbeiträge der gesetzlich Versicherten erhöht – jetzt sprechen die Kassen schon von weiteren Steigerungen. 2019 könnte die Mehrbelastung im Schnitt bei mindestens 1,8 Prozent liegen.

Die Krankenversicherung wird immer teurer. dpa

Krankenkassen-Karten

Die Krankenversicherung wird immer teurer.

BerlinDie gesetzlichen Krankenkassen rechnen mit einem weiter kontinuierlich steigendem Zusatzbeitrag. Zu Jahresbeginn 2016 habe es einen durchschnittlichen Anstieg um 0,2 Prozentpunkte gegeben und der Zuwachs dürfte sich in den Folgejahren in einer ähnlichen Größenordnung bewegen, sagte Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Kassen (GKV), der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ laut Vorab-Bericht aus der Freitag-Ausgabe. „Daher rechnen wir damit, dass wir bei vorsichtiger Schätzung in 2019 bei 1,8 Prozent sein werden.“

Experten sagen aufgrund des medizinischen Fortschritts, der älter werdenden Gesellschaft und einer Reihe von Reformen Steigerungen bei den Zusatzbeiträgen von 0,2 bis 0,3 Punkten pro Jahr bis 2020 voraus.

Zusatzbeiträge Krankenversicherer 2016

Knappschaft

1,42 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,9 Prozent

AOK Niedersachsen

1,79 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,4 Prozent

AOK Nordwest

1,96 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015:15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

AOK Rheinland/Hamburg

2,04 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,4 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16,0 Prozent

AOK Plus

2,29 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 14,9 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 0,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 14,9 Prozent

IKK Classic

2,6 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,4 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16,0 Prozent

AOK Baden-Württemberg

3,046 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,0 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,6 Prozent

AOK Bayern

3,33 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

DAK

4,89 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,5 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16,1 Prozent

Barmer GEK

6,7 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

Techniker Krankenkasse

6,87 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,0 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,6 Prozent

Quelle

Unternehmen

Zu Beginn dieses Jahres erhöhte sich der Zusatzbeitrag im Schnitt von 0,9 auf 1,1 Prozent. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums waren davon rund 44 Millionen Mitglieder betroffen. Die Zusatzbeiträge müssen von den Arbeitnehmern allein getragen werden, während der allgemeine Beitragssatz in Höhe von 14,6 Prozent hälftig von den Arbeitgebern mitfinanziert wird.

Pfeiffer forderte zudem seine Gesetzesänderung bei der Festlegung der Arzneimittelpreise. Derzeit könne ein Pharmaunternehmen bei einem neuen Produkt den Preis im ersten Jahr beliebig festlegen. Dann erst gelte der mit dem Hersteller zwischenzeitlich ausgehandelte Preis. „Er sollte auch rückwirkend gelten, um Fantasiepreise im ersten Jahr zu verhindern“, sagte sie. Zudem müsse es einen Strukturwandel bei der Krankenhauslandschaft geben. Gerade in Ballungsregionen gebe es zu viele Kliniken. Überkapazitäten müssten abgebaut werden.

Private Krankenversicherung: DKV erhöht Beiträge um bis zu 130 Euro monatlich

Private Krankenversicherung

DKV erhöht Beiträge um bis zu 130 Euro monatlich

Bei der zweigrößten deutschen Privatkrankenkasse DKV stehen deutliche Beitragserhöhungen an. Um bis zu 130 Euro sollen die Tarife im Monat nach oben gehen. Und der Anstieg hätte sogar noch höher ausfallen können.

Kürzlich hatten auch die privaten Krankenkassen angekündigt, ihre Beitragssätze deutlich zu erhöhen. Bei der DKV etwa, Deutschlands zweitgrößtem privaten Krankenversicherer, steigen die Tarife zum April teilweise um bis zu 130 Euro im Monat. Ohne den Einsatz von knapp einer halben Milliarde Euro aus Rückstellungen wäre der Beitragsanstieg sogar noch höher ausgefallen.

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