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22.12.2016

08:29 Uhr

GKV-Zusatzbeitrag

Nur wenige Kassen machen Kasse

VonChristian Schnell

Der Zusatzbeitrag zur Gesetzlichen Krankenkasse bleibt im kommenden Jahr stabil bei durchschnittlich 15,7 Prozent. Eine Finanzspritze des Bundes verhindert den Anstieg. Dennoch werden einige Kassen den Beitrag erhöhen.

Nur wenige Kassen erhöhen im kommenden Jahr die Zusatzbeiträge. Eine Finanzspritze des Bundes macht das im Wahljahr möglich. dpa

Gesetzliche Krankenkassen

Nur wenige Kassen erhöhen im kommenden Jahr die Zusatzbeiträge. Eine Finanzspritze des Bundes macht das im Wahljahr möglich.

FrankfurtVorweihnachtszeit ist Sitzungszeit. Zumindest bei den Gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Dann kommen die Verwaltungsräte der im Moment noch 118 Kassen in Deutschland zusammen und beschließen die Höhe der Zusatzbeiträge, die ihre Mitglieder im kommenden Jahr zu zahlen haben. Und die wiederum blicken interessiert darauf, ob gerade der dann teurer wird.

Die gute Nachricht vorweg: Mit einer flächendeckenden Beitragserhöhung braucht niemand zu rechnen. Nicht mal jede zehnte deutsche GKV erhöht im kommenden Jahr die Zusatzbeiträge. Dafür hat schon die Bundesregierung gesorgt. Eine Sonderzahlung von 1,5 Milliarden Euro für den Gesundheitsfonds hatte sie schon vor geraumer Zeit beschlossen, um im Wahljahr 2017 nicht zu viele Wähler zu verärgern.

Wer beim Wechsel in die GKV hilft

Die Helfer

Anwälte, Rentenberater oder Mitarbeiter von Krankenkassen kennen sich im Sozialrecht am besten aus, wenn Privatpatienten von der privaten Krankenversicherung (PKV) zurück in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) möchten. Auch Verbraucherschützer leisten Hilfestellung.

Anwalt.de

Die Internetseite anwalt.de bietet eine Suche nach Anwälten für Sozialrecht

Anwaltsuche

Auch die Internetseite Anwaltsuche liefert Spezialisten im Sozialrecht sowie weitere Informationen zum Thema

Anwaltsverein

Im Deutschen Anwaltsverein gibt es eine Arbeitsgemeinschaft für Sozialrecht. Auch hier wird auf eine Online-Anwaltsuche verwiesen. Einen Anwalt finden Interessenten hier auch über das Telefon 01805-181805. Die Auskunft selbst ist kostenlos, das Telefonat kostet – aus dem Festnetz – 0,15 Euro pro Minute.

Anwalt-Suchservice

Ein weiterer Dienst im Internet, um einen geeigneten Anwalt zu finden, ist der Anwalt-Suchservice

Ombudsmann

Der Ombudsmann für Versicherungen ist eine unabhängige und für Verbraucher kostenfrei arbeitende Schlichtungsstelle, welche bei Meinungsverschiedenheit mit Versicherungsunternehmen die Entscheidungen der Versicherer neutral überprüft.

Bund der Versicherten

Die Verbraucherschutzorganisation Bund der Versicherten setzt sich für die Rechte der Verbraucher im Versicherungswesen ein.

Krankenkassen

Für die Techniker Krankenkasse, die 7,8 Millionen gesetzlich Versicherte betreut, sind Beratungen für Wechselinteressenten inzwischen Routine. Für PKV-Kunden ist die Kasse in den letzten Jahren ein attraktives Ziel gewesen. Allein 2011 kam 68.000 Personen aus der PKV.

Verbraucherzentralen

In den Verbraucherberatungsstellen tauche die Frage nach einer möglichen Rückkehr in die GKV zwar immer wieder auf, stellte Ilona Köster-Steinebach vom Bundesverband der Verbraucherzentralen jüngst fest. Gerade nach deutlichen Prämienerhöhungen wachse das Interesse an den gesetzlichen Kassen. Zu ihnen gebe es für Privatversicherte aber nur sehr begrenzten Zugang. Der Beratungsschwerpunkt liegt eher auf der Tarifwechselberatung innerhalb der PKV

 

Damit bleibt vorerst weitgehend alles, wie es ist. Bei 15,7 Prozent liegt im Schnitt der Beitragssatz, der sich aus dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent und dem jeweils individuellen Zusatzbeitrag zusammensetzt. Den können die Versicherer nach oben anpassen, je nachdem, wie dringend sie Geld benötigen.

Und hier stieg der Bedarf in der laufenden Legislaturperiode kräftig. Teils ist von bis zu 40 Milliarden Euro die Rede, die für steigende Kosten für Medikamente, Behandlungen und Arzthonorare fällig wurden. Die große Rechnung dürften Kassenpatienten deshalb erst ab 2018 präsentiert bekommen.

Was halten Sie von privaten Krankenversicherungen?

Vor der großen Überweisung durch die Bundesregierung hatte der GKV-Gesamtverband schon für das kommende Jahr mit einer Beitragssteigerung von 0,3 Prozentpunkten gerechnet. So bleibt es vorerst beim durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 1,1 Prozent. Bis Ende des Jahrzehnts rechnet GKV-Vorsitzende Doris Pfeiffer jedoch weiterhin mit einem Anstieg auf 1,8 Prozent.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

21.12.2016, 17:54 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.
http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Ciller Gurcae

22.12.2016, 09:59 Uhr

Der sogenannte Krankenkassenbeitrag hat sich, für Selbständige, inzwischen zu einer Kopfsteuer entwickelt: Man muß zahlen, auch wenn das Einkommen Null oder Minus.

Erfinder sind übrigens die Engländer. Damals galt in deren Kolonien die Hüttensteuer: Egal, ob die Eingeborenen etwas verdienten, zahlen mußten sie, soweit sie eine Hütte bewohnten. Und wenn sie nicht zahlten, hat man ihnen die Hüte abgefackelt.

Hat unsere Regierung im Prinzip übernommen, gilt allerdings vorerst nur für Deutsche.

Frau Rosi Raubbau

22.12.2016, 11:27 Uhr

Das Geschäft mit der Angst vorm Krankwerden floriert.

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