Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.06.2014

19:01 Uhr

Global Wealth Report 2014

Aktien sorgen für Geldregen

Das persönliche Aktienvermögen ist in vielen Ländern der Haupttreiber des privaten Wohlstands. Das zeigt der Wohlstandsreport der Boston Consulting Group. Die Reichen werden immer reicher – und Piketty hat Recht.

Über Geldregen können sich vor allem jene freuen, die ihr Kapital in Aktien angelegt haben.

Über Geldregen können sich vor allem jene freuen, die ihr Kapital in Aktien angelegt haben.

DüsseldorfGlaubt man dem französischen Ökonomen Thomas Piketty, verteilt sich der Wohlstand in der Welt immer ungerechter: In seinem neuen Bestseller „Kapital im 21. Jahrhundert“ will er anhand historischer Datenreihen nachgewiesen haben, dass diejenigen, die ihr Kapital für sich arbeiten lassen, schneller reich werden als jene, die brav jeden Tag zur Arbeit gehen – und über ihr Gehalt vom Wirtschaftswachstum profitieren. Anders gesagt: Kapitalvermögen wachsen schneller als Einkommen. Dadurch würde die Schere der Ungleichheit zwischen Unternehmern, Aktionären und Immobilienbesitzern auf der einen und Arbeitern auf der anderen Seite immer größer.

Für seine Analyse musste Piketty bereits viel Kritik einstecken. Gestützt wird seine These nun jedoch durch den aktuellen Wohlstandsreport (Global Wealth Report 2014), den die Boston Consulting Group (BCG) am Montag in Washington vorstellte. Die zentralen Ergebnisse der Berater: Ein ausgezeichnetes Wirtschaftswachstum führt nicht zwangsläufig zu größerem Privatvermögen. Auch dort, wo das Wirtschaftswachstum vergleichsweise gering ausfällt, gibt es Vermögenszuwächse im zweistelligen Bereich – dank Aktienanlagen.

Geldanlage: So sparen die Deutschen

Platz 10

Festverzinsliche Wertpapiere: 8 Prozent
Bei den Geldanlagen der Deutschen gibt 2014 laut einer TNS-Umfrage deutliche Unterschiede zum Vorjahr. Mehr als 2000 Bürger über 14 Jahren nahmen an der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts zum Sparverhalten der Deutschen teil.
Quelle: Verband der privaten Bausparkassen

Platz 9

Aktien: 14 Prozent

Patz 8

Investmentfonds: 20 Prozent

Platz 7

Riester-Rente: 22 Prozent

Platz 6

Immobilien: 25 Prozent

Platz 5

Kurzfristige Geldanlagen: 32 Prozent

Platz 4

Renten- und Kapital-LV: 35 Prozent

Platz 3

Sparen auf Girokonto: 37 Prozent

Platz 2

Bausparvertrag: 37 Prozent

Platz 1

Sparbuch und Spareinlagen: 51 Prozent

Die beliebteste Geldanlage ist mit 51 Prozent zwar immer noch das Sparbuch. Es verzeichnete im Vergleich zu 2013 jedoch einen Rückgang um vier Prozentpunkte.


Global betrachtet ist das private Vermögen 2013 insgesamt um 14,6 Prozent auf 152 Billionen Dollar (etwa 112 Billionen Euro) gestiegen. Im Vorjahr war nur ein Plus von 8,7 Prozent erreicht worden. Das Gros des Anstiegs ist den Renditen aus bereits bestehenden Investitionen zu verdanken – vor allem das Aktienvermögen stieg dank der weltweiten Hausse an, insgesamt um 28 Prozent. Doch auch Anleihen warfen im Durchschnitt noch 4,1 Prozent Rendite ab. Spareinlagen verzinsten sich weltweit mit durchschnittlich 8,8 Prozent. Anleger in US-Dollar profitierten zudem von einer Währung, die im Jahresverlauf gegenüber den meisten Lokalwährungen an Wert gewonnen hat.

Auch in bereits hochentwickelten Wirtschaftsregionen, die traditionell weniger stark wachsen als die Schwellenländer, konnten Investoren 2013 zweistellige Renditen erzielen – vor allem in Nordamerika. Dort stieg das Privatvermögen innerhalb eines Jahres um rund 15,6 Prozent auf nunmehr 50,3 Billionen Dollar. Das Bruttoinlandsprodukt war nur um moderate 3,5 Prozent gewachsen, beim Aktienvermögen war jedoch ein starker Anstieg um 29 Prozent zu verzeichnen.

Nordamerika ist derzeit die vermögendste Region der Welt, gefolgt von Westeuropa, wo das private Vermögen bei 37,9 Billionen Dollar liegt. Seinen zweiten Platz in der Vermögensstatistik könnte der alte Kontinent allerdings schon im nächsten Jahr an die Region Asien-Pazifik verlieren. Und bis 2018 könnte sich die Region mit 61 Billionen Dollar Vermögen sogar an die Spitze des Rankings schieben, Nordamerika könnte dann mit 59,1 und Westeuropa mit 44,6 Billionen Dollar folgen.

2013 zeigte sich Westeuropa immer noch gebeutelt von der Staatsschuldenkrise und einer schwachen Wirtschaftsleistung der südeuropäischen Staaten. Das Vermögen wuchs dennoch um immerhin 5,2 Prozent, nach fünf Prozent im Vorjahr. Auch innerhalb Europas zeigt sich die positive Auswirkung einer hohen Aktienquote – insbesondere in der Schweiz (Aktienquote von 38,4 Prozent und Vermögenswachstum von 10,4 Prozent) und Großbritannien (Aktienquote von 49,3 Prozent und Vermögenswachstum von 8,1 Prozent).

In Asien dagegen trieben – anders als in den hochentwickelten Wirtschaftsregionen – sowohl das vergleichsweise starke Wachstum Chinas und Indiens als auch die hohen Sparraten die Privatvermögen um mehr als 30 Prozent in die Höhe – nach rund 16 Prozent in 2012. In der Region lagert damit ein Vermögen von 37 Billionen Dollar.

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

10.06.2014, 09:49 Uhr

Buchgewinne auf dem Papier ist noch kein echter Reichtum.
Reich wird nur, der jetzt die überbewerteten Tulpenzwiebeln verkauft.
Ich sehe immer noch Anfang 2002, wo der herrliche Dax nahe 2000 notierte.
Achtung, Achtung, der durchtriebene Gier-Bankster mit seinen Hochfrequenz-Tools ist schneller als Du denkst!

Account gelöscht!

10.06.2014, 10:06 Uhr

Wenn ich mir die KGV's vieler Aktien ansehe,
dann ist das wirklich nur auf dem Papier.
Was Aktien wert sind, sieht man an der Dividende und dann wenn auf einmal viele Verkaufen wollen. Genauso ist das beim Imobilien Kauf. Wenn man sieht 6% Grunderwerbssteuer 6% Markler und nochmal 2-3%
an kleineren "Gebühren". Damit sind 14-15% Weg. Um den Kaufpreis wieder raus zu bekommen,
muss der Preis schon um 14-15% steigen. Und auf dem Land oder in kleinen Städten in denen auf einmal der Größte Arbeitgeber dicht macht ist das nicht machbar. Aber auf dem Papier steht der letzte Kaufpreis als Vermögen.

Account gelöscht!

10.06.2014, 10:10 Uhr

So ist das, wenn man einen Boom verschläft, der mit kleinen Pausen seit 2009 anhält. Die risikoscheuen Schläfer befinden sich jedoch in bester Gesellschaft: Versicherungen, Pensionsfonds, 'professionelle' Vermögensverwalter usw. sind auch dabei, sogar in vorderster Linie.

Jetzt, wo auch die sprichwörtlichen Milchmädchen aufwachen, wird es allmählich Zeit zum Absprung.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×