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14.09.2011

13:49 Uhr

Global Wealth Report

Die Deutschen werden immer reicher

Die aktuellen Marktturbulenzen vernichten weltweit Milliardenwerte. Doch die Reichen sind dafür gut gewappnet. Das globale Geldvermögen erreichte 2010 einen Rekordstand. Auch in Deutschland wuchs der Reichtum.

Laut Allianz waren die Geldbeutel der Deutschen nie zuvor voller als in diesem Frühjahr. dpa

Laut Allianz waren die Geldbeutel der Deutschen nie zuvor voller als in diesem Frühjahr.

Frankfurt/MünchenDie Deutschen waren nach Einschätzung in diesem Frühjahr so reich wie noch nie zuvor. Im Schnitt kamen jeder Bürger auf ein Bruttovermögen von 60.000 Euro. Das zeigt der "Global Wealth Report", den der Versicherer Allianz am Mittwoch veröffentlichte. Zwar hat die Entwicklung in Folge der Schuldenkrise kurzfristig die in diesem Jahr erzielten Zuwächse schon wieder zunichte gemacht. Seit Ende der Finanzkrise ist die Bilanz aus deutscher Sicht aber dennoch positiv: Zusammen mit Österreich und den skandinavischen Ländern gehört Deutschland seither zur Gruppe der Länder mit den höchsten Vermögenszuwächsen.

Nach wie vor liegen die Deutschen mit einem errechneten Pro-Kopf-Bruttovermögen von gut 60.000 Euro weltweit aber nur auf dem 17. Nationenrang. In den Berechnungen werden weder Immobilienbesitz noch die in Deutschland überdurchschnittlich hohen Rentenansprüche berücksichtigt. An der Spitze liegen weiterhin die Schweizer, die der starke Franken auf einen Spitzenwert von mehr als 207.000 Euro Vermögen pro Kopf katapultiert hat. Auf den Plätzen folgen mit gehörigem Abstand die US-Amerikaner, die Japaner und als reichste EU-Bürger die Dänen mit knapp 105.000 Euro pro Kopf.

Vor den Deutschen seien auch Euro-Länder platziert, die vor einer erheblichen Schuldenproblematik stehen, so zum Beispiel Irland oder Italien. Die ganz beträchtlichen Privatvermögen in diesen Ländern böten allerdings den Regierungen zusätzliche Möglichkeiten, aus eigener Kraft den Schuldenabbau voranzutreiben. So seien zum Beispiel befristete Vermögensabgaben denkbar, sagte der Volkswirt. Deutschland komme hingegen bei der Haushaltskonsolidierung gut voran und sollte nach seiner Einschätzung auf Steuererhöhungen verzichten. „Wir sollten die private Nachfrage am Leben erhalten.“ Der vorsichtige deutsche Sparer sei in der Krise zu einem weltweiten Rollenvorbild geworden, sagte Heise.

Die derzeit weltweit zu beobachtende Vorliebe für Bankeinlagen und Staatsanleihen sei aber wegen der geringeren Rendite problematisch für den langfristigen Vermögensaufbau. „Angesichts des demografischen Wandels und seiner Herausforderungen können sich die Sparer die Flucht in sehr risikoarme, aber eben auch renditeschwache Anlagen eigentlich nicht leisten.“ In den vergangenen Jahren haben aber Anleger mit einem hohen Wertpapieranteil aus Aktien oder Fonds überdurchschnittliche Verluste gemacht.

Weltweit ist demnach im vergangenen Jahr das gesamte verfügbare Privatvermögen dennoch um 6,2 Prozent auf insgesamt 95,3 Billionen Euro angewachsen und hat damit das Vorkrisenniveau von 2007 erstmals wieder übertroffen. Die Inflation wird dabei nicht berücksichtigt. Innerhalb der gesamten Dekade betrug der jährliche Wertzuwachs der Vermögen aber nur 4,1 Prozent, pro Kopf gerechnet sogar nur 3,2 Prozent, wie Heise berichtete. „Die Sparer mussten den wiederkehrenden Finanzkrisen Tribut zollen.“ Nach wie vor sitzen die großen Vermögen vorwiegend in den westlichen Industrieländern und Japan, die in der Krise aber auch am deutlichsten gelitten hätten.

Das Wohlstandsgefälle sei weiter gewachsen. Allerdings gelinge immer mehr Haushalten aus den Schwellenländern der Sprung in die globale Vermögensmittelschicht, die der Report zwischen 6000 und 36.200 Euro pro Kopf angesetzt hat. 300 Millionen von weltweit 500 Millionen Menschen in dieser Gruppe kommen nicht aus den alten Industrieländern. Das werde große Auswirkungen auf die weltweiten Finanz- und Vermögensmärkte haben.

Von

dpa

Kommentare (11)

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rod

14.09.2011, 14:47 Uhr

Finde peinlich dass die Redaktion von Handelsblatt ein Artikel mit einem grossen Titel versieht, wo steht dass die Deutschen durchschnittlich 60.000 Euro im Jahr verdienen, und dann wenn man der Artikel im Detail liest, kommt man selber zum erkentnis dass es bei den 60.000 Euro um Vermögen handelt, nicht um Einkommen.
Wenn ich nicht genau gelesen hätte, wäre ich beim Konzept vom Titel der Artikel geblieben und natürlich sicher und selbstbewusst etwas weiter erzählt, was gar nicht stimmt…

rod

14.09.2011, 14:51 Uhr

Das ging aber schnell, die haben schon der Titel der Artikel geändert...

auf_gehts

14.09.2011, 15:18 Uhr

mit meinen 60.000 € die ich angeblich besitze rette ich gerne in zukunft die italiener mit ihrem durchschnitts-mehrvermögen

so läuft der hase in europa, respekt das unsere politik lustig mitmacht

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