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23.04.2014

10:19 Uhr

Hausratversicherung

Vorsicht, Einbrecher!

VonThomas Schmitt

Die Zahl der Einbrüche steigt, genauso wie die Schäden. Mehr als eine halbe Milliarde Euro zahlen Versicherer dafür schon. Worauf Verbraucher achten, um ihr Geld zu bekommen. Wer guten Schutz und günstige Prämien bietet.

Ein vermummter Einbrecher betritt über eine Terrassentür eine Wohnung. Die Zahl der Einbrüche steigt, immer häufiger muss daher die Hausratversicherung zahlen. dpa

Ein vermummter Einbrecher betritt über eine Terrassentür eine Wohnung. Die Zahl der Einbrüche steigt, immer häufiger muss daher die Hausratversicherung zahlen.

Düsseldorf
Eine private Haftpflicht braucht jeder – genauso wie eine Krankenversicherung. Denn wenn etwas passiert, kann das die finanziellen Möglichkeiten schnell überfordern. Doch sollte man auch sein Hab und Gut versichern? Also eine Hausratversicherung abschließen? Das ist zwar nicht existenziell, aber dennoch sinnvoll. Deshalb haben auch drei Viertel der Deutschen solch eine Versicherung.

Jeder kennt ja diese Geschichten: Plötzlich ein Feuer aus. Grund: ein Kurzschluss. Schuld war niemand, doch die Wohnung ist hin – und alles, was darin gelagert war. Auf den Kosten bleiben die Betroffenen sitzen, denn niemand besitzt eine Hausratversicherung.

Hausratversicherung: Worauf achten Versicherte?

Einordnung

Die Hausratversicherung ist eine wichtige Versicherung für alle, die wertvolle Gegenstände in ihrer Wohnung haben. Sie ersetzt Schäden, die durch Feuer, Einbruch, Diebstahl, Vandalismus, Explosion, Sturm oder Leitungswasserschäden entstanden sind.
Quelle: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Hausrat

Das sind Gegenstände, die im Haushalt gebraucht werden oder zur Einrichtung gehören. Beispiele: Möbel, Teppiche, Bekleidung, Haushaltsgeräte, Bücher, aber auch Sportgeräte oder Satellitenschüsseln. Egal ist, ob die Gegenstände dem Versicherungsnehmer gehören oder nicht. Ausgeschlossen ist das Eigentum von Untermietern.

Bargeld und Sparbücher

Bei Bargeld und Wertpapiere gibt es Höchstgrenzen für die Entschädigung. Sie ist meist auf 20 Prozent der Versicherungssumme begrenzt. Die Grenzen können vereinbart werden.
Wer Geld rumliegen lässt, bekommt in der Regel nicht mehr als 1000 Euro zurück. Für Sparbücher, Urkunden oder sonstige Wertpapiere liegt die Grenze meist bei 2.500 Euro.

Grobe Fahrlässigkeit

Wer unvorsichtig ist, bekommt auch etwas von der Versicherung zurück. Allerdings hängt die Höhe davon ab, wie schwer der Verstoß war, den der Verbraucher zu vertreten hat.

Versicherungssumme

Der eigene Hausrat sollte geschätzt werden. Sonst macht dies der Versicherer pauschal. So kann man etwa 650 Euro je Quadratmeter Wohnfläche ansetzen. Bei 80 Quadratmetern Wohnfläche entspricht dies einer Versicherungssumme von 52.000 Euro. Pauschale Berechnungen führen in die Irre, wenn Wohnung zwar klein ist, aber mit sehr vielen wertvollen Gegenständen eingerichtet ist.

Preise

Die Prämie hängt auch ab vom Versicherungsort. Hausratversicherungen sind in größeren Städten teurer, weil hier eine höhere Kriminalitätsrate angenommen wird. Daher gilt die Daumenregel: Je weniger Einwohner die Stadt, desto geringer die Prämie.

Schaden

Wenn etwas passiert ist, muss das dem Versicherer sofort schriftlich gemeldet werden. Auf keinen Fall sollten beschädigte Sachen vernichtet werden, bevor der Schadenersatz beglichen ist!

Anzeige

Bei einem Einbruch oder Vandalismus muss zusätzlich eine Anzeige bei der Polizei gemacht werden.

Dokumente

Sparbücher und andere wichtige Urkunden sollte man sofort sperren lassen.

Streitfall

Wer sich mit seinem Versicherer streitet, kann einen Sachverständigen einsetzen. Bei strittigen Ergebnissen der Gutachten entscheidet ein Obmann.

Brände kommen häufiger vor als gedacht, wie der Branchenverband GDV ermittelt hat. Rund 400 Millionen Euro im Jahr zahlen die Versicherer deswegen. Noch häufiger sind Schäden durch Einbrüche. Vor einigen Jahren entstanden hier Versicherungsschäden von 460 Millionen Euro, inzwischen sind es knapp 600 Millionen Euro.

Hohe Schäden – und das in einer Versicherung, die gar nicht so teuer ist. Im Internet locken die Anbieter schon mit Prämien von zwei Euro im Monat für eine Hausratversicherung. Natürlich ist aber alles nicht so einfach. Denn der Preis hängt am Ende zum Beispiel von der Größe der Wohnung und dem Wert des Eigentums ab. Und auch vom Wohnort.

Vergleiche der Verbraucherschützer von „Finanztest“ und „Öko-Test“ ergaben für eine Durchschnittswohnung wesentlich höhere Werte. Allerdings lohnen sich Preisvergleiche, denn die Unterschiede sind gewaltig. Bei gleichem Leistungsniveau zahlt man beim teuersten Anbieter bis zu vier Mal so viel wie beim günstigsten Versicherer.

Entscheidend für die Kunden ist am Ende, ob der jeweilige Tarif auf ihre Bedürfnisse passt. Dabei sollten sich Verbraucher ein wenig Zeit nehmen und Angebote vergleichen. Denn das Spektrum der Angebote ist sehr breit, wie das Analysehaus Franke und Bornberg aus Hannover gegenüber Handelsblatt Online feststellt. Worauf Verbraucher achten sollten.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

23.04.2014, 12:17 Uhr

DonSarkasmo

richtig, nur wie haben keine Waffen! In Deutschland haben nur die Ganoven Waffen! Auch hier Dank an die Politiker.

Account gelöscht!

23.04.2014, 13:50 Uhr

Zur Aussage: „Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt.“

Das stimmt …… für die letzten 4. Jahre. Wer aber daraus schließt, dass heute besonders häufig eingebrochen wird bzw. dass wir uns besonders unsicher fühlen sollen, ist einer reißerischen Überschrift auf den Leim gegangen. Bis 2010 ist die Zahl der Einbruchdiebstähle über 15 Jahre nahezu kontinuierlich gesunken.
Die häufigsten Einbrüche nach 1980 gab es mit ca 225.000 Einbrüchen 1993. Heute (2013) gab es nach einer Recherche im Fokus. 150.700 Einbruchdiebstähle. (Die Kriminalstatistik 2013 kommt wohl im Mai raus.)

http://www.gdv.de/wp-content/uploads/2013/05/GDV-Grafik-Einbr%C3%BCche-1998-2012.png
http://www.nicht-bei-mir.de/fileadmin/_temp_/Wohnungseinbrueche_seit_1993_03.jpg
http://www.kriminalpraevention.de/downloads/as/techpraev/Wirksamkeit_Kapitel3u4.pdf
http://www.focus.de/immobilien/wohnen/gegen-den-trend-zahl-der-wohnungseinbrueche-gestiegen_id_3748658.html

Man muss es wohl akzeptieren, dass in den Überschriften vieler Artikel Aufmerksamkeit dadurch erregt wird, dass alles immer schlimmer wird. Wen würde schon eine Überschrift interessieren: „Zahl der Wohnungseinbrüche auf dem Stand von 2003 bzw. 1987? Niemanden!

Account gelöscht!

23.04.2014, 13:55 Uhr

Krude Fragen, die hier aufgeworfen werden... der eine will gar den Geheimdienst für den Hausratartikel einspannen... Sehr qualifiziert.....

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