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04.12.2014

15:39 Uhr

Hausratversicherung

Wenn die Einbrecher unterwegs sind

VonSara Zinnecker

Politik und Versicherer warnen: Winterzeit ist in Deutschland Einbruchszeit. Wenn Geld, Schmuck oder der Laptop plötzlich fehlen, springt die Hausratversicherung ein. Wo es die besten Angebote gibt. Das Tool der Woche.

DüsseldorfWenn der Winter Einzug hält, es bereits am späten Nachmittag stockdunkel draußen wird, ist es wieder so weit: Einbrecher haben leichteres Spiel als sonst, sich Zugang zu Deutschlands Wohnungen zu verschaffen und dabei Schmuck, Bargeld, die Stereoanlage oder den Laptop mitgehen zu lassen. Nicht ohne Grund hat sich die Initiative K-Einbruch unter der Schirmherrschaft von Thomas De Maizière ausgerechnet das Wochenende der Zeitumstellung Ende Oktober herausgesucht, um die Deutschen zu „sensibilisieren“, ihr Zuhause gegen Eindringlinge zu schützen.

Was auf den ersten Blick vielleicht übertrieben scheint – ein wenig wie Panikmache – hat auf den zweiten Blick durchaus seine Berechtigung: Laut einer Statistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat die Zahl der versicherten Wohnungseinbrüche mit 150.000 in 2013 den höchsten Stand in 10 Jahren erreicht.

Grund genug also, sich zumindest einmal Gedanken über eine Hausratversicherung zu machen. Die Police, die oft nur einige zehn Euro im Jahr kostet und das Hab und Gut in einer Wohnung absichert, greift bei Einbruch, aber auch wenn Hausrat nach einem Rohrbruch, einem Blitzschlag oder auch nach einem Feuer teilweise oder ganz zerstört werden würde. Einen ersten schnellen Überblick über individuelle Angebote zur Hausratversicherungen, gibt zum Beispiel der neue Rechner auf Handelsblatt Online, unser Tool der Woche. Allerdings lohnt sich die Hausratversicherung – obgleich sie recht günstig  ist – nicht für alle.

Für wen eine Hausratversicherung sinnvoll sein kann, weiß zum Beispiel Stefan Albers, Vorstand des Bundesverbandes der Versicherungsberater (BVVB): „Spätestens, wenn der Hausrat über den eines Studenten hinausgeht, empfiehlt sich die Versicherung“, so der Experte. Die Verbraucherzentrale Nordrhein Westfalen gibt  zur Frage „Für wen?“ eine noch differenziertere Antwort:

Wer in der Lage ist, seinen Hab und Gut durch privates Vermögen wieder zu ersetzen, brauche nur dann eine Hausratversicherung, wenn „das Vermögen anderweitig eingeplant ist, etwa für die private Altersvorsorge“, heißt es etwa im Ratgeber „Richtig versichert“. Wer dagegen das eigene Hab und Gut nicht so ohne Weiteres aus eigenen Mittel ersetzen kann, für den sei laut Verbraucherzentrale eine Hausratversicherung „sehr wichtig“.

Hausratversicherung: Worauf achten Versicherte?

Einordnung

Die Hausratversicherung ist eine wichtige Versicherung für alle, die wertvolle Gegenstände in ihrer Wohnung haben. Sie ersetzt Schäden, die durch Feuer, Einbruch, Diebstahl, Vandalismus, Explosion, Sturm oder Leitungswasserschäden entstanden sind.
Quelle: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Hausrat

Das sind Gegenstände, die im Haushalt gebraucht werden oder zur Einrichtung gehören. Beispiele: Möbel, Teppiche, Bekleidung, Haushaltsgeräte, Bücher, aber auch Sportgeräte oder Satellitenschüsseln. Egal ist, ob die Gegenstände dem Versicherungsnehmer gehören oder nicht. Ausgeschlossen ist das Eigentum von Untermietern.

Bargeld und Sparbücher

Bei Bargeld und Wertpapiere gibt es Höchstgrenzen für die Entschädigung. Sie ist meist auf 20 Prozent der Versicherungssumme begrenzt. Die Grenzen können vereinbart werden.
Wer Geld rumliegen lässt, bekommt in der Regel nicht mehr als 1000 Euro zurück. Für Sparbücher, Urkunden oder sonstige Wertpapiere liegt die Grenze meist bei 2.500 Euro.

Grobe Fahrlässigkeit

Wer unvorsichtig ist, bekommt auch etwas von der Versicherung zurück. Allerdings hängt die Höhe davon ab, wie schwer der Verstoß war, den der Verbraucher zu vertreten hat.

Versicherungssumme

Der eigene Hausrat sollte geschätzt werden. Sonst macht dies der Versicherer pauschal. So kann man etwa 650 Euro je Quadratmeter Wohnfläche ansetzen. Bei 80 Quadratmetern Wohnfläche entspricht dies einer Versicherungssumme von 52.000 Euro. Pauschale Berechnungen führen in die Irre, wenn Wohnung zwar klein ist, aber mit sehr vielen wertvollen Gegenständen eingerichtet ist.

Preise

Die Prämie hängt auch ab vom Versicherungsort. Hausratversicherungen sind in größeren Städten teurer, weil hier eine höhere Kriminalitätsrate angenommen wird. Daher gilt die Daumenregel: Je weniger Einwohner die Stadt, desto geringer die Prämie.

Schaden

Wenn etwas passiert ist, muss das dem Versicherer sofort schriftlich gemeldet werden. Auf keinen Fall sollten beschädigte Sachen vernichtet werden, bevor der Schadenersatz beglichen ist!

Anzeige

Bei einem Einbruch oder Vandalismus muss zusätzlich eine Anzeige bei der Polizei gemacht werden.

Dokumente

Sparbücher und andere wichtige Urkunden sollte man sofort sperren lassen.

Streitfall

Wer sich mit seinem Versicherer streitet, kann einen Sachverständigen einsetzen. Bei strittigen Ergebnissen der Gutachten entscheidet ein Obmann.

Wer könnte ein typischer Versicherungsnehmer sein? Das Analysehaus Morgen & Morgen hat für Handelsblatt Online die besten Tarife für zwei standardmäßige Hausratversicherte analysiert: einen 40-jährigen Mann, der mit seiner Familie ein 130-Quadratmeter-großes Einfamilienhaus bewohnt. Und einen 26-Jährigen Single, der – gerade im ersten, gutbezahlten Job nach der Uni – gerade eine schicke 50-Quadratmeter-große Wohnung im Stadtzentrum gemietet hat. Standardeinrichtung vorausgesetzt, würde die Police den Familienvater im günstigsten Fall gute 100 Euro pro Jahr, den Single gut 50 Euro pro Jahr kosten (siehe Tabellen auf Seite 4 und 5).


Kommentare (7)

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Herr Peter Spiegel

04.12.2014, 15:52 Uhr

Einbrecher kommen selten. Murksel und die Ihren jeden Tag.

Herr Horst Meiller

04.12.2014, 17:45 Uhr

Das Problem wird sich in wenigen Jahren gelöst haben, wenn der gierige Staat erst dem letzten bioteutschen Michel das letzte Geld gest... äh... an die hereinströmenden Kültürbereicherer "umverteilt" haben wird!

Herr Peter Aue

04.12.2014, 18:12 Uhr

'Politik und Versicherer warnen: Winterzeit ist in Deutschland Einbruchszeit. Wenn Geld, Schmuck oder der Laptop plötzlich fehlen, springt die Hausratversicherung ein. Wo es die besten Angebote gibt.'

Zum Glück gibt es die "freie Presse"!
Sonst würde das Stimmvieh doch glatt die Frage stellen:
WAS IST DIE ALLERERSTE PFLICHT DES STAATES?
WOFÜR ZAHLE ICH STEUERN?

Wie schön, daß die korrupten Raubwanzen in den Quatschbuden von der Lügenpresse aus der Schußlinie gehalten werden!

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