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29.12.2015

15:22 Uhr

Hohe Netzkosten

Strompreis steigt, Gas wird etwas günstiger

Verbraucher müssen wieder tiefer in die Tasche greifen: Nach Preissenkungen 2015 wird Strom im nächsten Jahr wieder teurer. Beim Gas geht der Preis zwar zurück – nach Meinung von Fachleuten aber bei weitem nicht genug.

Experten beklagen, dass die Erhöhungen weitgehend intransparent seien. Wofür sie aufgewendet würden, erfahre der Verbraucher nur selten. dpa

Intransparente Preisgestaltung

Experten beklagen, dass die Erhöhungen weitgehend intransparent seien. Wofür sie aufgewendet würden, erfahre der Verbraucher nur selten.

Düsseldorf/BerlinViele Stromkunden müssen 2016 wieder tiefer in die Tasche greifen. Ihre Versorger erhöhen die Preise Anfang des Jahres im Schnitt um knapp drei Prozent. Das bringt für einen Durchschnitts-Vier-Personen-Haushalt Mehrkosten von 30 bis 40 Euro im Jahr.

Gas wird dagegen weiter günstiger – aber nur moderat und bisher erst bei weniger als einem Drittel der Versorger. „Die erhoffte Welle von Gaspreissenkungen ist bisher ausgeblieben“, kritisiert der Geschäftsführer Energie beim Preisvergleichsportal Check24, Oliver Bohr. Sinkende Großhandelspreise würden von den Unternehmen offensichtlich nicht in vollem Umfang weitergegeben.

Beim Strom registrierte das Vergleichsportal Verivox zum Januar 2016 bisher 137 von gut 800 Versorgern mit Preiserhöhungen von im Schnitt 2,8 Prozent. „Verantwortlich hierfür sind in erster Linie steigende staatliche Umlagen und die Kosten der Stromnetze“, sagte Verivox-Geschäftsleitungsmitglied Jan Lengerke. Check24 erfasste für das erste Quartal 2016 zuletzt 151 Stromversorger mit Erhöhungen ebenfalls um durchschnittlich 2,8 Prozent.

Damit dürfte es 2016 wohl dabei bleiben, dass deutsche Kunden für ihren Haushaltsstrom europaweit mit am tiefsten in die Tasche greifen müssen. Im Frühjahr 2015 war Strom nur in Dänemark teurer. In Deutschland wurden durchschnittlich gut 29 Cent pro Kilowattstunde verlangt. Der durchschnittliche Strompreis in der Grundversorgung ist damit laut Check24 seit Juli 2007 um 47 Prozent gestiegen.

Am Börsenpreis für die Strombeschaffung liegt das nicht. Dort fällt und fällt der Preis, weil immer mehr geförderter Ökostrom auf den Markt drängt. Der Börsenpreis beträgt inzwischen nur noch 3 bis 4 Cent – etwa halb so viel wie 2011 – und unterschreitet gelegentlich sogar die Schallmauer von 3 Cent pro Kilowattstunde.

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