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01.08.2011

10:44 Uhr

Hohes Sparpotenzial

Die besten Kreditkarten für Urlaub und Shopping

VonJens Hagen

Wer mit dem falschen Plastikgeld verreist, muss mit hohen Kosten oder Zahlungsausfällen rechnen. Ein Vergleich zeigt, welche Kreditkarten besonders günstig sind und welche Zahlungsalternativen Urlauber brauchen.

Kreditkarte, Bargeld oder Reiseschecks - Reisende sollten bei der Urlaubsreise wählerisch sein. Quelle: gms

Kreditkarte, Bargeld oder Reiseschecks - Reisende sollten bei der Urlaubsreise wählerisch sein.

Wie schnell die Lust am Traumurlaub im Ausland vergehen kann, erfuhr die Münchener Unternehmensberaterin Birgit Haisch an der Kasse der Einzelhandelskette Abercrombie & Fitch in San Francisco. Mit ihren beiden Söhnen war sie im Urlaub dort einkaufen und wollte mit der Kreditkarte die trendigen Bekleidungsartikel bezahlen.

Doch der Kassierer lehnte emotionslos ab, denn die Karte funktionierte nicht. „Eine peinliche Situation, die Schlange wurde länger und länger, und alle dachten, ich hätte ein Bonitätsproblem“, sagt Haisch, der nichts anderes übrigblieb, als die Sachen zurückzugeben.

Streitfall des Tages: Warum sich Urlauber nicht auf ihre  EC-Karte verlassen können

Streitfall des Tages

Warum sich Urlauber nicht auf ihre EC-Karte verlassen können

EC-Karten mit dem blau-rotem Maestro-Logo sollten in Europa eigentlich gut funktionieren. Doch immer mehr Bankkunden stehen im Urlaub plötzlich ohne Geld da. Wer im Urlaub mit finanziellen Notlagen rechnen muss.


Ein Anruf bei der Hotline brachte nichts. Das aus Sicherheitsgründen im Ausland besonders niedrig angesetzte Tageslimit war überschritten worden und konnte telefonisch nicht mehr aufgestockt werden. „Immer wieder funktioniert die Karte im Ausland auch mit höherem Limit aus unerfindlichen Gründen nicht“, sagt Haisch. Sie zog daraus die Konsequenzen und verreist nur noch mit mehreren Karten und einer Menge Traveller-Schecks.

„Reisende sollten im Ausland niemals nur einer Kreditkarte vertrauen“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH Finanzberatung. Denn nicht nur bei Überschreitungen der Obergrenzen und defekten Karten winken Gastronomen, Autovermieter oder Einzelhändler ab. Sicherheitsbeamte der Kartenunternehmen können bei auffälligen Käufen oder Abhebungen die Bezahlfunktion der Karte abstellen – ohne Rücksprache mit dem Inhaber. Für die betroffenen Karteninhaber gibt es dann ohne Vorwarnung ein böses Erwachen.

Manche Reiseveranstalter, Airlines oder Hotels lassen bei einer Reservierung die entsprechende Summe oft im Voraus blocken. Dann ist das Kreditlimit schneller ausgereizt als gedacht. Urlauber stehen dann häufig völlig mittellos da, weil auch die EC-Karte im Ausland ausfallen kann und das Bargeld aus Angst vor Diebstahl knapp bemessen ist.

Eine ausreichende Ausstattung mit Kreditkarten ist nicht nur wegen der drohenden Geldnot Pflicht. Da die Konditionen sehr unterschiedlich sind, lassen sich mit der richtigen Karte schnell einige hundert Euro sparen, wie ein Vergleich der Finanzberatung FMH für Handelsblatt Online zeigt.

Wann die EC-und Kreditkarten im Ausland nicht funktionieren

EC-Karte

Mit Maestro-Karten, die das Girokonto sofort belasten, können Bankkunden normalerweise weltweit zahlen oder Geld abheben. Besonders viele Vertragspartner und Geldautomaten stehen in Europa. Trotzdem funktionieren die Karten häufig nicht. Das kann mehrere Gründe haben. Vor Reiseantritt notieren sich Urlauber für alle Fälle Karten- und Kontonummer.

Auffällige Konto-Bewegungen

Bei jeder von einer EC-Karte ausgelösten Buchung läuft im Rechenzentrum der Banken eine Sicherheitssoftware mit, die Betrug frühzeitig erkennen und durch Kartensperren verhindern soll. Dabei kann es auch zu ungewollten Sperren kommen. Für Kunden ist es schwierig, sich darauf einzustellen. So zog ein Institut in Barcelona die Karte eines Studenten wegen auffälliger Bewegungen ein. Er hatte in kurzer Zeit zweimal hintereinander am selben Automaten Geld abgehoben.

Dispo-Auslandssperre

Postbank, Deutsche Bank sowie einige Volks- und Raiffeisenbanken haben die Möglichkeit zur Überziehung bei den EC-Karten fürs außereuropäische Ausland gesperrt. De facto gilt hier ein Null-Limit. Kunden können es auf Anfrage vor einer Reise heraufsetzen lassen. Wer das nicht tut, steht womöglich mit leeren Händen da. Nötig ist dazu ein Anruf in der Filiale.

Minus auf dem Konto

Ist das Konto im Minus, bewegt sich aber innerhalb des Verfügungsrahmens können Kunden im Inland problemlos Geld mit ihrer Karte ziehen. Im Ausland steht dieser Verfügungsrahmen bei manchen Banken plötzlich nicht mehr zur Verfügung. Vor allem Länder außerhalb der Eurozone sind von dieser Regelung oft betroffen.

Technische Pannen

Neben Defekten an Chips oder Magnetstreifen ist ein weiterer Grund für das Nichtfunktionieren der Karten die Umstellung der Institute auf ein neues Bezahlsystem. So wird bei EC-Karten in Deutschland seit einigen Jahren mit dem Maestro-System bezahlt. Das ist ein Abbuchungsdienst vom Kreditkarten-Unternehmen MasterCard, das mittels Magnetstreifen funktioniert. Da Chipkarten als sicherer gelten, führen manche Institute so genanntes V-Pay ein, das Konkurrenz-Produkt von Visa. Vor allem die Postbank rüstet hier um. Wermutstropfen: Einkaufen mit der neuen Karte Glückssache. Denn längst nicht alle Händler haben umgerüstet. Und in beliebten Urlaubsländern wie den USA oder Ägypten funktioniert die Technik generell nicht.

Kreditkarten

Mit ihnen kann man grundsätzlich weltweit zahlen, solange Vertragspartner und Bankautomaten die jeweiligen Karten annehmen. Zum Geldabheben sind Kreditkarten allerdings meist teurer als EC-Karten. Zudem wird selten beim Bezahlen im Inland der PIN verlangt. Viele Kreditkartenbesitzer sollten sich ihre Geheimnummer daher vor dem Urlaub gut einprägen und sich vor Reiseantritt die Kartennummer notieren. Zudem sollten sie sicherstellen, dass die letzte Abrechnung bezahlt ist.

Auffällige Kontobewegungen

Auch bei Kreditkarten sind auffällige Kontenbewegungen und die Auslieferung von defekten Karten ein Thema. Bei auffälligen Käufen oder Abhebungen können Sicherheitsbeamte ohne Nachfrage die Bezahlfunktion abstellen.

Geldreservierungen

Manche Reiseveranstalter, Airlines und Hotels lassen bei einer Reservierung die entsprechende Summe oft im Voraus blocken. Dann ist der Rahmen schneller ausgereizt als gedacht.

Alternative I: Reiseschecks

Sie können vor Antritt der Reise gegen Gebühr in der entsprechenden Landeswährung gekauft werden. Zahlreiche Geldinstitute nehmen sie weltweit an. Vorteil: Die Schecks sind versichert und werden bei Verlust vor Ort binnen 24 Stunden ersetzt, sofern sich der Kunde als Käufer ausweisen kann.

Alterbnative II: Bargeld

Auch wenn es verpönt ist, Cash gehört in jede Urlaubskasse. In einigen Ländern gelten allerdings Obergrenze für die Einführung von Devisen.

Alternative III: Blitzüberweisung

Wenn alle Stricke reißen, das Portemonnaie futsch ist und Urlauber ohne Geld dastehen, besteht die Möglichkeit einer Blitzüberweisung. Der Finanzdienstleister Western Union bietet sie in Zusammenarbeit mit der Postbank und der Reisebank an. Auch MoneyGram ist hier in Kooperation mit den Sparkassen tätig. Damit kann binnen weniger Minuten Geld von einer Postfiliale an eine Auszahlstelle im Urlaubsland überwiesen werden. Wer nicht selbst Online-Kunde bei der Postbank ist, braucht eine Vertrauensperson, die während des Urlaubs in Deutschland ist und sich in eine Postfiliale begeben kann. Nach dem Ausfüllen eines Formulars informiert sie den Urlauber über die Auftragsnummer und teilt mit, wo er sich sein Geld auszahlen lassen kann. Der Empfänger sucht die Agentur auf und erhält mit der Auftragsnummer und der persönlichen Identifikation das Geld.

Kommentare (13)

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HerrMeier

01.08.2011, 11:20 Uhr

Die Barclaycard for Students gewährt zwar anfangs ein Kreditlimit von lediglich 1,000 EUR. Dieses wird jedoch in regelmäßigen Abständen (ca. 12-15 Monate) nach oben angepasst - vorausgesetzt, man erweist sich als solventer Kunde.
Mein Limit liegt nach 4,5 Jahren (Student, kein Regeleinkommen) bei 4,500 EUR.

Account gelöscht!

01.08.2011, 11:46 Uhr

Reisende in den USA müssen sich zusätzlich darauf einstellen, dass an Tankstellen an den Zapfsäulen der US-ZIP-Code (Postleitzahl) einzugeben ist - den man für eine deutsche K4reditkarte aber nicht hat. Meistens kann man dann in der Tankstelle die Kreditkarte hinterlegen, aber auch dies wir des öfteren verweigert. Auch bei der Ticket-Bestellung im Internet wurde schon der ZIP-Code abgefragt, ohne eine alternative Lösung. Den Kreditkartenabbietern ist das Problem bekannt, es wird aber weder kommuniziert noch liegt eine Lösung vor. Statt dessen bekommt man wachsweich formulierte Antworten, man möge doch die 'bösen Tankstellen' seiner kartenausgebenden Bank melden, quasi formlos, fristlos, nutzlos. Ich bin mal gespannt, wann weitere US-Unternehmen diese Möglichkeit nutzen und damit das Bezahlen per Kreditkarte für Europäer vollständig unmöglich machen.

bla

01.08.2011, 13:07 Uhr

Man beachte die Visa-Karte der DKB. Weltweit kostenlos Bargeld an allen Automaten, keine Gebühren, niedrige Kredit-Zinsen, 2 Prozent Guthaben-Verzinsung. Es gibt einfach nichts besseres.

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