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05.04.2012

10:27 Uhr

Interview

„Bankkunden sind gutmütig“

VonJens Hagen

Warum wechseln so wenig Kunden trotz schlechter Konditionen die Hausbank? Marktforscher Hans-Joachim Karopka erklärt, warum sich Banker so viel herausnehmen können und wann bei den Kunden die Schmerzgrenze erreicht ist.

Hans-Joachim Karopka ist Diplom-Psychologe und Geschäftsführender Gesellschafter des Kölner Marktforschungsinstituts Rheingold. PR

Hans-Joachim Karopka ist Diplom-Psychologe und Geschäftsführender Gesellschafter des Kölner Marktforschungsinstituts Rheingold.

Herr Karopka, ein Blick auf die Zinsvergleiche zeigt: Die Banken mit den schlechtesten Konditionen haben die meisten Kunden…

… da sind Verbraucher nicht besonders wählerisch. Der Grund liegt häufig in der Psychologie der Kunden. Banker sind trotz aller Enttäuschungen in der Finanzkrise noch immer Vertrauenspersonen. Sie sind die Treuhänder der eigenen Existenz, da spielt auch Größe und Tradition der Bank eine Rolle.

Warum akzeptieren Kunden einen Zinssatz von 0,2 Prozent für Tagesgeld, wenn sie bei anderen Instituten zehnmal mehr erhalten können?

In unseren Kundenbefragungen stellen wir bei vielen ein gewisses Phlegma fest. Viele Kunden sind nicht Firm in aktuellen Marktvergleichen. Sie denken: Bei den anderen Instituten ist es auch nicht viel besser. Für einen Wechsel braucht es ein massives Enttäuschungserlebnis.

Wann ist die Schmerzgrenze erreicht?

Etwa wenn der Berater innerhalb kurzer Zeit vier oder fünfmal wechselt. Oder der Kunde eine bestimmte Sonderkondition oder Kredit nicht erhält. Dann ist das Vertrauen zum Berater erschüttert. Das ist häufig entscheidend. Fehlentwicklungen werden häufig nicht auf die Person bezogen sondern auf die Institution.

Berater haben es also leicht…

Wenn sie gewisse Grenzen nicht überschreiten. Bankkunden sind gutmütig, wollen ein Vertrauensverhältnis zu ihrem Banker und ziehen nicht gleich Konsequenzen, wenn sie nicht das beste Angebot erhalten.

Kommentare (4)

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aruba

05.04.2012, 17:48 Uhr

Guten Tag;.... Es gibt einen Hauptgrund. Der naechste Banker ist nicht besser;..... aber wie wollen Sie die Bank wechseln, wenn Millionen von Wertpapieren im Depot liegen, Coupons gezahlt werden, dutzende von Order laufen. Die Transfertgebuehren die verlorene Zeit,.... dann neu mit der neuen Bank ueber Depotgebuehren, Kontogebuehren, Valuta...usw verhandeln. Letzten Endes muss etwas Ernstes vorgefallen sein,... und selbst dann. Rechnet sich die Sache wirklich? Ich habe meine Zweifel. Ich habe ueber 30 Jahre meines Lebens in einer Bank vergeudet. Die Saecke sind alle gleich. Besten Dank

leser

05.04.2012, 18:11 Uhr

Nicht nur dass aruba vollkommen recht hat.
Früher soll ja noch Vertrauen gegolten haben bei Geldgeschäften: inzwischen weiß man was nach der kommenden Bildungsrevolution auf den "gutmütigen" Bankkunden zukommen wird: ausgemachte Selbstverliebte, die nicht einmal mehr merken werden, sollte man deren Antrieb erkennen: Geld.
Und da ist man fast schon wieder unter sich.
Also gemach, gemach und immer hübsch flauschig bleiben.

jutta-anna

27.04.2012, 18:00 Uhr

doch der nächste Banker ist besser, wenn es sich um eine nachhaltige Bank handelt. Die Leute wollen überall nur Schnäppchen; beim Bankkonto sind sie träge, das ist wahr, aber auch nicht interessiert, was mit ihrem Geld passiert. Welches Atomkraftwerk oder welche Tretminen als nächstes finanziert werden.
Nachhaltiges Banking ist "in" und wird sich mehr verbreiten.

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