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15.05.2013

06:33 Uhr

Kfz-Versicherung

Welche Autofahrer mehr zahlen müssen

VonJens Hagen

ExklusivDie neuen Tarife für Autoversicherungen sind da. Die Branche hat für die Fahrer keine guten Nachrichten. Die Prämien steigen kräftig an. Wer tiefer in die Tasche greifen muss - und wie Versicherte sparen können.

Crash: Solider Versicherungsschutz ist wichtig. Viele Versicherte müssen dafür mehr zahlen. dpa

Crash: Solider Versicherungsschutz ist wichtig. Viele Versicherte müssen dafür mehr zahlen.

DüsseldorfDass auch in der Versicherungswirtschaft das Geld nicht wie Manna vom Himmel fällt, mussten einige Internetnutzer auf unangenehme Art und Weise lernen. Noch im Oktober vergangenen Jahres warb der Vermittler „Hier gibt's was geschenkt“ mit dem „ultimativen Wechselbonus“ für die Tarife des Direktversicherers Direct Line.

Der Termin war gut gesetzt, denn die meisten Versicherten können bis Ende November die Police kündigen und zu einem anderen Anbieter wechseln. Auch die Argumente waren eingängig. „Wir erstatten Euch ein Jahr lang 50 Prozent der Versicherungskosten“, schrieben die Macher der Internetseite. „Doch damit nicht genug: Die erste Tankfüllung schenken wir Euch oben drauf auch noch!“ Bei einer älteren Aktion sollten sogar hundert Prozent der Prämie erstatten werden.

Der Ausgleich sollte in sogenannten Coins erfolgen, einer Luftwährung im Internet, die Kunden gegen Waren wie Kameras, Handys oder Laptops eintauschen können. Kunden konnten damit vor allem Gutscheine bei Amazon erwerben. „Viele Kunden erhielten aber keine mehr und verloren damit die Gelegenheit einen guten Kauf zu machen“, sagt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale NRW. „Die Verträge bei der Versicherung laufen aber trotzdem weiter.“

Der Sprecher des Versicherers Robert Burkhardt erklärt, dass es kein Sonderkündigungsrecht oder eine anteilige Erstattung der Prämie für die angelockten Kunden gäbe: „Wir sind nicht glücklich mit der Partnerschaft und setzen uns für jeden Versicherten bei dem Anbieter ein.“

Spätestens seit diesem Vertriebsdilemma dürfte klar sein: Zu verschenken haben Autoversicherer nichts. Zwar stiegen die Prämien im vergangenen Jahr laut Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) um 5,4 Prozent auf 22 Milliarden Euro. Trotzdem beträgt das versicherungstechnische Ergebnis laut GDV Minus 600 Millionen Euro. In 2011 lag das Minus noch bei 1,54 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die gesamte Schaden- und Unfall-Sparte liegt 1,9 Milliarden Euro im Plus.

Kommentare (10)

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Allianzfindichgut

15.05.2013, 07:51 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Domenq

15.05.2013, 08:09 Uhr

Ein berliner Arbeitsloser mit Audi A6 Quattro und 40.000 km im Jahr scheint mir doch etwas "konstruiert".

356 Tage im Jahr jeweils 109 km zu fahren, möchte ich als glatte Luftnummer bezeichnen...

Account gelöscht!

15.05.2013, 08:09 Uhr

Ich bin bei der Typenklassifikation leider nicht dabei. Ich habe kein selbstfahrenden Kinder, bin kein Beamter, besitze keinen Sportwagen, bin auch nicht arbeitslos und schon gar keine Singlefrau, noch ziemlich lange nicht Rentner...

Wenn also nur diese genannten Gruppen günstige Tarife bekommen, bin ich mithin einer, der die A-Karte gezogen hat.

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