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16.08.2013

13:38 Uhr

Konditionen im Vergleich

Die besten Kreditkarten für Reise und Shopping

VonJens Hagen

Mit der falschen Kreditkarte drohen beim Bezahlen und Abheben im Ausland hohe Kosten. Mit den richtigen Karten sparen Kunden schnell einige Hundert Euro. Welche Karten für Urlaub und Geschäftsreise taugen.

Reisekasse: Mit der richtigen Karte sparen Urlauber viele Geld. Getty Images

Reisekasse: Mit der richtigen Karte sparen Urlauber viele Geld.

DüsseldorfDie Kreditkartenindustrie muss aktuell einiges einstecken. Aus der Türkei ertönte zuletzt Schmähkritik: „Lasst die Finger von diesen Kreditkarten“, riet der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Nach seinen Angaben trieben die Geldinstitute die Menschen durch überzogene Gebühren in die Armut. Die Armen gierten nach Kreditkarten, um damit anzugeben, ständen dann aber noch vor Monatsende ohne Geld da. Das Fazit des türkischen Regierungschefs: „Wir müssen diesem Spiel ein Ende setzen.“

Auch die EU-Kommission sagt Kreditkartenanbietern den Kampf an. Die Interbankenentgelte, die zwischen Kartenunternehmen und dem Institut des Händlers anfielen seien „ungerechtfertigt hoch“. Künftig sollen sie sinken. „Die Preise im Einzelhandel sind künstlich aufgebläht“, erklärte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia. „Die höheren Preise werden also von allen Verbrauchern getragen - auch denen, die bar bezahlen. Das muss sich ändern.“

Die Kosten für das bequeme Zahlen mit der Karte

Betrifft das überhaupt viele Menschen?

Ja. Dem Handelsforschungsinstitut EHI zufolge lag der Anteil des Kartenumsatzes 2012 am Gesamtmix der Zahlungsarten im deutschen Einzelhandel erstmals bei mehr als 40 Prozent - und das ist im EU-Vergleich noch ein geringer Anteil. Bei jeder Zahlung fallen dann Gebühren an.

Um welche Entgelte geht es?

Die Pläne beziehen sich auf die sogenannten Interbanken-Entgelte. Diese stellt die Bank eines Kunden dem Finanzinstitut eines Händlers in Rechnung, wenn der Verbraucher per Karte zahlt. Kreditkarten-Unternehmen wie Mastercard und Visa verdienen an diesen Gebühren - für Händler bedeuten sie aus Sicht der EU-Kommission unnötige Kosten in Milliardenhöhe, die durch höhere Produktpreise auf die Verbraucher abgewälzt werden. Zudem sieht die Kommission ein Hindernis für moderne und sichere Zahlungsmethoden, wenn es aufgrund der Gebühren für Händler billiger ist, Bargeld anstatt Karten zur Bezahlung zu akzeptieren.

Wie hoch sind die Gebühren?

Das ist von Land zu Land sehr unterschiedlich: Die Gebühren für Debitkarten reichen der "Financial Times" zufolge von 0,1 Prozent in Dänemark bis zu 1,6 Prozent in Polen. Die Entgelte für Kreditkarten betragen demnach in Deutschland 1,8 Prozent, in Frankreich jedoch nur 0,5 Prozent. Auch das stört die EU-Kommission, die für ganz Europa möglichst einheitliche Geschäfts- und Wettbewerbsbedingungen anstrebt.

Auf welcher Höhe sollen die Entgelte gedeckelt werden?

Die Gebühren für Kreditkarten-Zahlungen sollen höchstens 0,3 Prozent des Zahlungsbetrags betragen dürfen. Für Debitkarten will die Kommission die Grenze auf 0,2 Prozent festlegen. Das soll zunächst für grenzüberschreitende Zahlungen gelten, knapp zwei Jahre später dann auch für Transaktionen im Inland. Zuerst müssen allerdings EU-Staaten und Europaparlament zustimmen.

Was bedeutet das für Deutschland?

Für Deutschland könnte das besonders Änderungen bei Kreditkarten bedeuten. Die deutschen EC-Karten dürften von den Bestimmungen für Debitkarten aufgrund eines einfacheren Systems ausgenommen bleiben. In Deutschland fällt bei der Zahlung mit EC-Karten in der Regel eine Gebühr in Höhe von 0,3 Prozent des Umsatzes an, mindestens jedoch acht Cent. Große Handelsunternehmen handeln mit den Banken aber auch eigene Sätze aus, die darunter liegen dürften. Die EU-Kommission hofft zudem, dass in Deutschland die Akzeptanz für das bargeldlose Bezahlen steigt.

Was ist das Ziel?

Neben einheitlichen Regeln und größerem Wettbewerb zwischen den Zahlungsanbietern strebt die EU-Kommission vor allem geringere Kosten für Verbraucher an. Doch das betroffene Unternehmen Mastercard warnt, dass genau das Gegenteil erreicht werden könnte, wenn die Kartenanbieter zum Ausgleich für die verlorenen Entgelte direkt von den Karteninhabern höhere Jahresgebühren fordern.

In welcher Höhe drohen den Kreditkarten-Unternehmen Verluste?

"10,5 Milliarden Euro fließen in der EU jährlich vom Handel in die Taschen der Kartenanbieter, davon bei Debitkarten 4,8 Milliarden Euro, bei Kreditkarten sogar 5,7 Milliarden Euro", sagt der Grünen-Europaabgeordnete Sven Giegold. Der EU-Kommission zufolge könnten die Händler Abgaben in Höhe von rund sechs Milliarden Euro sparen.

Was ist noch geplant?

Die Kommission will Extragebühren verbannen, die etwa bei einer Flugbuchung per Karte anfallen. Verbraucher sollen außerdem besser vor Betrug und Missbrauch geschützt werden, indem ihr Verlust bei nicht autorisierten Kartenzahlungen nicht über 50 Euro hinausgehen soll, anstatt bisher 150 Euro.

In Deutschland betragen nach EU-Angaben die Aufschläge bei Kreditkarten im Schnitt 1,8 Prozent. Nach Angaben der Grünen im EU-Parlament fließen in der EU jährlich 10,5 Milliarden Euro vom Handel zu den Kartenanbietern, die bereits mit höheren Jahresgebühren drohten. Außerdem will die Kommission Extragebühren etwa bei Flugbuchung verbieten und bei Nutzer bei nicht autorisierten Zahlungen mit 50 Euro anstatt bisher 150 Euro belasten.

Abseits von dem Getöse aus der Politik dürften viele Kreditkartennutzer, die gerade aus dem Urlaub zurückkehren bemerken, dass die Karten ganz schön teuer geworden sind. Denn für das Plastikgeld werden nicht nur Jahresgebühren fällig.

Im Ausland zahlen die Kunden auch für den Tausch in Fremdwährungen oder das Abheben am Geldautomaten. „Wer in den USA, Thailand oder Nordafrika mit der Karte Geld zieht, muss mit Gebühren von fünf Prozent rechnen“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung. So käme in einem üblichen Familienurlaub leicht ein dreistelliger Euro-Betrag zusammen.

Kommentare (8)

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chris

16.08.2013, 14:47 Uhr

Schlecht recherchiert. Statt der Lufthansa Kreditkarte der DKB wäre das eigentliche DKB Konto in vielen Fällen besser, oder sogar die German Wings Kreditkarte von Barclaycard. Und übrigens: Cortal Consors verlangt ebenfalls weltweit keinerlei Gebühren - sowohl für Geld abheben, als auch für Bezahlen mit der Visakarte.

Joachim67

16.08.2013, 18:04 Uhr

Geld weltweit abheben kostet auch bei der VISA von Targobank nix. Außerdem gibt es noch 1 - 2 % des Umsatzes gutgeschrieben, die man dann bei Reisebuchungen einlösen kann.

mannono

16.08.2013, 18:07 Uhr


Wenn Sie schon von versteckten Kosten schreiben und sogar Tips geben, dann doch bitte richtig recherchiert. Zu den 10.000 Meilen für einem Prämienflug kommen nämlich schnell noch 100 EUR Steuern und Gebühren hinzu.

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