Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.05.2014

13:47 Uhr

Krankenkassen

Besserer Schutz vor schlechten Klinken

ExklusivWie lange hält ein künstliches Kniegelenk? Wie groß ist das Risiko einer Klinikinfektion? Kassen wollen härter gegen Kliniken mit schlechten Ergebnissen vorgehen. Auch der AOK-Chef macht sich für eine Klinikreform stark.

Schlechte Krankenhäuser sollen abgestraft werden. dpa

Schlechte Krankenhäuser sollen abgestraft werden.

Berlin/DüsseldorfDie Ersatzkassen verlangen stärkeren Schutz der Patienten vor Krankenhäusern mit hohen Komplikationsraten oder unnötig vielen Operationen. Entsprechende Forderungen stellten Techniker Krankenkasse, Barmer GEK, DAK-Gesundheit und die anderen Ersatzkassen vor den Verhandlungen von Bund und Ländern über eine große Krankenhausreform auf, die an diesem Montag in Berlin beginnen.

Kliniken mit vielen unnötigen Operationen müssten derzeit kaum Konsequenzen fürchten, kritisiert der Ersatzkassenverband vdek in einem der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag vorliegenden Positionspapier. „Gleiches gilt für die Krankenhäuser, die im Rahmen der Qualitätssicherungsverfahren nachweislich über längere Zeit eine schlechte Qualität erbringen.“ Würde dies im Sinne des Verbands geändert, könnten ganze Klinikabteilungen gestrichen werden, die für weniger gut befunden werden.

Wer beim Wechsel in die GKV hilft

Die Helfer

Anwälte, Rentenberater oder Mitarbeiter von Krankenkassen kennen sich im Sozialrecht am besten aus, wenn Privatpatienten von der privaten Krankenversicherung (PKV) zurück in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) möchten. Auch Verbraucherschützer leisten Hilfestellung.

Anwalt.de

Die Internetseite anwalt.de bietet eine Suche nach Anwälten für Sozialrecht

Anwaltsuche

Auch die Internetseite Anwaltsuche liefert Spezialisten im Sozialrecht sowie weitere Informationen zum Thema

Anwaltsverein

Im Deutschen Anwaltsverein gibt es eine Arbeitsgemeinschaft für Sozialrecht. Auch hier wird auf eine Online-Anwaltsuche verwiesen. Einen Anwalt finden Interessenten hier auch über das Telefon 01805-181805. Die Auskunft selbst ist kostenlos, das Telefonat kostet – aus dem Festnetz – 0,15 Euro pro Minute.

Anwalt-Suchservice

Ein weiterer Dienst im Internet, um einen geeigneten Anwalt zu finden, ist der Anwalt-Suchservice

Ombudsmann

Der Ombudsmann für Versicherungen ist eine unabhängige und für Verbraucher kostenfrei arbeitende Schlichtungsstelle, welche bei Meinungsverschiedenheit mit Versicherungsunternehmen die Entscheidungen der Versicherer neutral überprüft.

Bund der Versicherten

Die Verbraucherschutzorganisation Bund der Versicherten setzt sich für die Rechte der Verbraucher im Versicherungswesen ein.

Krankenkassen

Für die Techniker Krankenkasse, die 7,8 Millionen gesetzlich Versicherte betreut, sind Beratungen für Wechselinteressenten inzwischen Routine. Für PKV-Kunden ist die Kasse in den letzten Jahren ein attraktives Ziel gewesen. Allein 2011 kam 68.000 Personen aus der PKV.

Verbraucherzentralen

In den Verbraucherberatungsstellen tauche die Frage nach einer möglichen Rückkehr in die GKV zwar immer wieder auf, stellte Ilona Köster-Steinebach vom Bundesverband der Verbraucherzentralen jüngst fest. Gerade nach deutlichen Prämienerhöhungen wachse das Interesse an den gesetzlichen Kassen. Zu ihnen gebe es für Privatversicherte aber nur sehr begrenzten Zugang. Der Beratungsschwerpunkt liegt eher auf der Tarifwechselberatung innerhalb der PKV

 

Die Bundesärztekammer warnte vor diesem Szenario. Es gebe keine anerkannte Methoden, die Qualität der Krankenhäuser überhaupt zu ermitteln. „Es ist ein gefährlicher Weg, wenn die Parameter nicht stimmen“, sagte ihr Präsident Frank Ulrich Montgomery der „Berliner Zeitung“ (Samstag). Auch auf dem Deutschen Ärztetag ab diesem Dienstag in Düsseldorf wollen die Ärzte ihre Vorstellungen gegen die Forderungen der Kassen setzen.

Auch der geschäftsführende Vorstand des AOK-Bundesverbands Uwe Deh hat sich für eine harte Gangart bei der anstehenden Krankenhausreform ausgesprochen. „Wir müssen den Mut haben, Kliniken, die nachweislich besonders schlechte Leistungen erbringen, die Bezahlung dafür zu verweigern,“ sagte Deh dem Handelsblatt. Zudem schlug er vor, schwere Erkrankungen nur noch an wenigen ausgewählten Krankenhäusern zu behandeln.

Zur Begründung verwies Deh auf die großen Unterschiede beim Behandlungserfolg. So liege die Überlebensrate in den ersten vier Jahren nach der Diagnose bei Brustkrebs an zertifizierten Zentren bei 90 Prozent, gegenüber 83 in normalen Krankenhäusern.

Überlegungen, schlechte Qualität in Zukunft mit Honorabschlägen zu bestrafen, lehnte Deh ab. Das sei gefährlich. „Es könnte am Ende jemand auf die Idee kommen, Patienten genau in diese schlechten Häuser zu schicken, weil sie billiger sind.“ Generell habe sich das Konzept, die Bezahlung im Gesundheitswesen nach Qualität zu staffeln, als undurchführbar erwiesen.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

26.05.2014, 18:07 Uhr

Welche Klinken? Türklinken?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×