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10.10.2016

08:52 Uhr

Krankenkassen

Zusatzbeitrag könnte 2017 doch stabil bleiben

Entgegen bisheriger Berechnungen könnte der Zusatzbeitrag der Kassen im kommenden Jahr doch nicht steigen. Höhere Einnahmen und ein verhaltenes Ausgabenplus sollen die Krankenkassen unerwartet entlastet haben.

Die Zusatzbeiträge der Kassen könnten unterwartet nicht steigen. dpa

Krankenhaus

Die Zusatzbeiträge der Kassen könnten unterwartet nicht steigen.

DüsseldorfDer Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenkassen könnte einem Medienbericht zufolge 2017 doch nicht steigen. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, sei geplant, den durchschnittlichen Zusatzbeitrag bei 1,1 Beitragssatzpunkten zu belassen. Darauf könnten sich Mitte dieser Woche der „Schätzerkreis“ einigen, der aus Vertretern des Bundesversicherungsamts, der Kassen und des Gesundheitsministeriums besteht. Beteiligte und Betroffene erwarten demnach, dass die Fachleute keine Finanzierungslücke berechnen.

Das Ergebnis stünde im deutlichen Kontrast zur Debatte der vergangenen Monate über schnell steigende Zusatzbeiträge. Der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem hatte berechnet, dass der Zusatzbeitrag über 1,3 Prozent im nächsten auf 2,1 Prozent im Jahr 2019 ansteigen werde. Er hatte damit sogar Prognosen des Spitzenverbands der Kassen übertroffen, der einen Anstieg des Zusatzbeitrags auf bis zu 1,4 Punkte im nächsten Jahr und auf 1,8 Punkte bis 2019 erwartet hatte.

Zusatzbeiträge Krankenversicherer 2016

Knappschaft

1,42 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,9 Prozent

AOK Niedersachsen

1,79 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,4 Prozent

AOK Nordwest

1,96 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015:15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

AOK Rheinland/Hamburg

2,04 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,4 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16,0 Prozent

AOK Plus

2,29 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 14,9 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 0,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 14,9 Prozent

IKK Classic

2,6 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,4 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16,0 Prozent

AOK Baden-Württemberg

3,046 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,0 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,6 Prozent

AOK Bayern

3,33 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

DAK

4,89 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,5 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16,1 Prozent

Barmer GEK

6,7 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

Techniker Krankenkasse

6,87 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,0 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,6 Prozent

Quelle

Unternehmen

Für die unerwartete Entlastung soll es drei Gründe geben. Erstens habe die Regierung angekündigt, den Kassen nächstes Jahr 1,5 Milliarden Euro zusätzlich aus der Reserve des Gesundheitsfonds zur Verfügung zu stellen, unter anderem für zusätzliche Kosten zur Flüchtlingsversorgung. Besonders dieser Zuschuss kommt bei den Kassen nicht nur gut an. Noch hätten sie wegen der Flüchtlinge gar keine erheblichen Kosten, sagte der Chef der Techniker-Krankenkasse, Jens Baas, der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Zweitens entlaste die gute Wirtschaftslage sowie die exzellente Arbeitsmarktsituation. Und drittens gebe es weniger Ausgaben als gedacht. Schon zur Jahresmitte hatten die Kassen 600 Millionen Euro mehr eingenommen als erwartet und ihre Rücklagen auf mehr als 15 Milliarden Euro erhöht. Aktuell verlangen 45 Kassen einen Zusatzbeitrag von weniger als 1,1 Punkten und 21 Kassen mehr. Die Spreizung reicht von 0 Prozent bei der für das breite Publikum geschlossenen Metzinger Betriebskrankenkasse bis zu 1,7 Prozent bei der BKK Viactiv.

Von

HB

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