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21.05.2012

11:25 Uhr

Krankenversicherer

Welche Privatpolicen etwas taugen

VonJens Hagen

Die Ärzte leben gut von der privaten Krankenversicherung und verteidigen das System. Privatpatienten sind dagegen die Zahlmeister. Sie sollten regelmäßig Preise und Leistungen vergleichen. Ein Überblick für Kunden.

Eine Protestaktion von Medizinern. dpa

Eine Protestaktion von Medizinern.

DüsseldorfDie Freunde der privaten Krankenversicherung (PKV) machen mobil. Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, ist gegen einen Systemwechsel in der Krankenversicherung - und das will er auf dem morgen beginnenden Ärztetag auch klarmachen. SPD, Grüne und Linke lassen dagegen keinen Zweifel daran, dass sie mit einer Bürgerversicherung möglichst alle Menschen erreichen wollen - entgegen der heutigen Trennung in PKV und gesetzlicher Versicherung (GKV).

Selbst in der CDU halten manche die Zweiteilung im Gesundheitswesen nicht mehr für zeitgemäß. Denn die geltenden Regeln laufen darauf hinaus, dass sich nur Selbstständige, Beamte und gut verdienende Angestellte privat versichern können. Für die Ärzte ist das System lebenswichtig, weil sie meist mit den Privatpatienten gut und auch mehr verdienen als mit vielen Kassenpatienten.

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Privatpatienten waren einmal etwas Besonderes. Doch im Laufe der Jahrzehnte wurden die Kunden der privaten Krankenversicherer zum Versuchsobjekt der Politik und zum Zahlmeister der Versicherer. Eine Bestandsaufnahme.

Ärzte-Chef Montgomery versprach denn auch gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: „Wir wollen als Ärzteschaft rechtzeitig vor dem Bundestagswahlkampf eine klare Duftmarke setzen.“ Die Bürgerversicherung ist für ihn eine Fehlentwicklung. „Wir befürchten, dass die Bürgerversicherung zum Turbolader der Zwei-Klassen-Medizin wird.“ Wer gut verdiene, werde sich eine bessere Versorgung dann einfach kaufen.

Allerdings sollten die privaten Krankenversicherer ihr Tarifwerk reformieren, etwa bei den günstigen Locktarifen, fordern die Ärzte. Weil diese sich in vielen Fällen nicht rechneten, mussten einzelne Versicherer ihre Prämien deutlich anheben - sehr zum Ärger vieler Altkunden.

In der PKV sind die Unterschiede zwischen guten und schlechten Angeboten gewaltig. Wer also Privatpatient werden will oder innerhalb der PKV zu einem anderen Versicherer wechseln will, sollte vorher ausgiebig Preise und Leistungen vergleichen. Hinweise geben die folgenden Tabellen für junge Familien, Beamte, Selbstständige, ältere Alleinstehende und junge Leute.

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Kommentare (1)

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Leser

20.06.2012, 14:50 Uhr

Sehr großer Verwaltungsaufwand für alle Beteiligten, zu bürokratisch, da die Rechnungen sowohl bei der GKV wie auch der PKV eingereicht werden müssen. Zudem leistet die GKV für bestimmte Leistungen gar nicht mehr, so dass der PKV-Ergänzungstarif auch nur noch einen geringeren Teil erstattet. Insofern lässt sich der Status auch nicht direkt mit einem Voll-Privatversicherten vergleichen. Private Krankenhausleistungen und Private Zahnleistungen müssen i.d.R. auch noch zusätzlich versichert werden.

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