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13.07.2017

14:57 Uhr

Krankenversicherung – GKV

Zuwanderer bringen Krankenkassen neuen Mitgliederrekord

Die stabile wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland birgt eine gute Nachricht: Gesetzlich Krankenversicherte können im kommenden Jahr mit stabilen Beiträgen rechnen. Zudem sorgen Zuwanderer für einen neuen Mitgliederrekord.

Verbraucher-Test

Das sind die besten Krankenversicherungen Deutschlands

Verbraucher-Test: Das sind die besten Krankenversicherungen Deutschlands

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Groß Behnitz/BerlinZuwanderer nach Deutschland haben den gesetzlichen Krankenkassen einen neuen Mitgliederrekord und eine Trendwende gegen das Älterwerden der Versicherten gebracht. Allein im vergangenen Jahr seien 798.000 Menschen neu bei den Krankenkassen versichert worden, teilte die Chefin des Krankenkassen-Spitzenverbands, Doris Pfeiffer, am Donnerstag vor Journalisten in Nauen bei Berlin mit. Es handele sich um Arbeitsmigranten aus der Europäischen Union, anerkannte Flüchtlinge sowie ehemalige Privatversicherte. In dieser Zuwanderung liege vermutlich ein Grund, warum die Ausgaben der Kassen weniger stark gestiegen seien als erwartet.

Die Zahl der zahlenden Kassen-Mitglieder stieg binnen eines Jahres von 54,6 auf heute 55,5 Millionen. Die neu in Deutschland gesetzlich Krankenversicherten bewirken laut Pfeiffer zudem, dass die Versicherten im Schnitt nicht mehr immer älter werden.

„Der interessanteste Effekt, der daraus resultiert, ist, dass wir da seit drei Jahren feststellen, dass der Altersdurchschnitt der gesetzlichen Krankenversicherung nicht mehr steigt“, sagte Pfeiffer. „Und dass diese Neuzugänge deutlich geringere Ausgaben verursachen als die Bestandsversicherten gleichen Alters.“ So verursache zum Beispiel ein 30-jähriger Mann bei den neuen Versicherten im Schnitt Ausgaben von etwas mehr als einem Euro pro Tag. Ein bereits länger Versicherter gleichen Alters komme auf etwas unter drei Euro.

Die rund 71 Millionen gesetzlich Versicherten können im kommenden Jahr entgegen früheren Prognosen im Schnitt mit stabilen Krankenkassenbeiträgen rechnen. Die Chefin des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung, Doris Pfeiffer, verwies auf eine anhaltend gute wirtschaftliche Entwicklung, die so nicht erwartet worden sei.

Zusatzbeiträge Krankenversicherer 2017

Knappschaft

1,38 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2016: 1,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,9 Prozent

Zusatzbeitrag 2017: 1,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2017: 15,9 Prozent

Quelle: www.krankenkassen.de (Stand 27.04.2017)

AOK Niedersachsen

1,96 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2016: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2017: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2017: 15,4 Prozent

AOK Nordwest

2,81 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016:15,7 Prozent

Zusatzbeitrag 2017: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2017: 15,7 Prozent

AOK Rheinland/Hamburg

2,22 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2016: 1,4Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16 Prozent

Zusatzbeitrag 2017: 1,4 Prozent
Gesamtbeitrag 2017: 16,0 Prozent

AOK Plus

2,57 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2016: 0,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 14,9 Prozent

Zusatzbeitrag 2017: 0,6 Prozent
Gesamtbeitrag 2017: 15,2 Prozent

IKK Classic

2,55 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2016: 1,4 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16,0 Prozent

Zusatzbeitrag 2017: 1,4 Prozent
Gesamtbeitrag 2017: 16,0 Prozent

AOK Baden-Württemberg

3,21 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2016: 1,0 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,6 Prozent

Zusatzbeitrag 2017: 1,0 Prozent
Gesamtbeitrag 2017: 15,6 Prozent

AOK Bayern

3,5 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

Zusatzbeitrag 2017: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2017: 15,7 Prozent

DAK

4,73 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 1,5 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 16,1 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,5 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16,1 Prozent

Barmer GEK

7,5 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

Zusatzbeitrag 2017: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2017: 15,7 Prozent

Techniker Krankenkasse

7,4 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2016: 1,0 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,6 Prozent

Zusatzbeitrag 2017: 1,0 Prozent
Gesamtbeitrag 2017: 15,6 Prozent

Daher sei auch im kommenden Jahr mit einer stabilen Finanzsituation zu rechnen. „Wir erwarten nicht, dass der durchschnittliche Zusatzbeitrag in 2018 erhöht wird“, kündigte sie an. Der Zusatzbeitrag, den die Kassen allein von den Arbeitnehmern erheben können, liegt seit Anfang 2016 im Schnitt bei 1,1 Prozent des Bruttolohns.

Pfeiffer räumte ein, dass in den Zahlen Hartz-IV-Empfänger nicht enthalten seien. Diese können die Kassenfinanzen belasten. Die Kassen beklagen, dass sie für diese Versicherten zu wenig Geld vom Staat erstattet bekämen.

Nach einem Plus der Kassen im ersten Quartal von rund 612 Millionen Euro rechnet Pfeiffer zum Jahresende mit einem Überschuss von mindestens 1,5 Milliarden Euro.

Kommentare (5)

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Herr J.-Fr. Pella

13.07.2017, 13:31 Uhr

Was soll denn diese Lobhudelei??
Bei 16 Milliarden € Rücklagen die bereits von uns bezahlt wurden?
the stupid germans

Herr Chris Woodley

13.07.2017, 15:13 Uhr

Oh nein, wer hätte das gedacht ?
Dann werden die Kassen wohl bald leer sein ...

Herr Gerald Gantz

13.07.2017, 15:21 Uhr

Ja, wir haben in Wirklichkeit paradiesische Zustände hier in der BRD. Wir wollen das alle nur nicht glauben. Wenn dann in Kürze ein Großteil der afrikanischen Bevölkerung in unsere Krankenkassen einsickern, werden wir von Rekord zu Rekord eilen. So eine Art Überparadies. Wird man wohl kennenlernen müssen.

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