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06.03.2014

10:25 Uhr

Krankenversicherung

Privat schlägt gesetzlich

VonThomas Schmitt

Die Privaten werden wieder konkurrenzfähiger – dank Unisex. Während die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung steigen, senken einige private Anbieter sogar ihre Prämien. Was Privatpolicen jetzt kosten.

Die Beiträge in der Krankenversicherung steigen bei den Krankenkassen derzeit stärker als bei den privaten Krankenversicherern. dpa

Die Beiträge in der Krankenversicherung steigen bei den Krankenkassen derzeit stärker als bei den privaten Krankenversicherern.

DüsseldorfOhne Krankenversicherung geht es nicht, egal ob privat oder gesetzlich. Doch ärgerlich bleibt für viele, dass dieser Schutz immer teurer wird. Und da ist es völlig egal, ob man in der in der privaten oder der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert ist. Für Unmut sorgt zudem immer wieder, dass einige Patienten still und heimlich in den Praxen der Ärzte bevorzugt werden.

2013 schien es sogar so, als könne die private Krankenversicherung (PKV) abgeschafft werden. Doch nach der Wahl ist davon keine Rede mehr. Im Gegenteil. Die Privaten haben ihre Hausaufgaben gemacht und ihr Tarifwerk gründlich überarbeitet. Und die Krankenkassen schwimmen im Geld – dank der guten Konjunkturentwicklung.

Also Seligkeit auf allen Seiten? Das dürfte nicht mehr lange so bleiben. Experten fürchten schon, dass es im kommenden Jahr wieder zu Zusatzbeiträgen in der GKV kommen könnte. Und gut verdienende Mitglieder der Krankenkassen haben bereits festgestellt: Sie zahlen wieder mehr. Denn wie in jedem Jahr steigen die Grenzen, an denen sich die Beiträge bemessen. 

Das heißt: Wer 4050 Euro oder mehr im Monat verdient, zahlt nun 627,75 im Monat an seine gesetzliche Krankenkasse. Das sind rund 18 Euro oder drei Prozent mehr als bisher. Rechnet man noch für einen Kinderlosen die Pflegeversicherung hinzu, dann steigt die monatliche Belastung auf rund 720 Euro. Das sind stolze Beträge, auch wenn die Steigerung eher unter dem langjährigen Mittel liegt.

Um Gutverdiener kämpfen GKV und PKV vor allem. Schlecht für die Krankenkassen ist da, dass die Privaten bei ihren aktuellen Tarifen derzeit durch große Stabilität glänzen. Bei drei Viertel der mehr als 1000 Unisex-Tarife bleibt der Beitrag konstant. Bei knapp einem Viertel sinkt er sogar, teilweise sogar zweistellig. Nur in relativ wenigen Tarifen haben einige wenige Versicherer die Prämien angehoben.

Was Versicherte in der GKV zahlen

System

In der gesetzlichen Krankenversicherung zahlen Versicherte einen vorgegebenen Prozentsatz ihres Einkommens – und zwar bis zu einem Höchstbeitrag, der jährlich angepasst wird.

Beitragsbemessungsgrenze

Die Einkommensgrenze für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung lag 2014 bei einem Einkommen von 4050 Euro, 2015 wird sie sich auf 4125 Euro im Monat erhöht.

Wechselgrenze

Zu unterscheiden sind Beitragsbemessungsgrenze und die Grenze für einen Wechsel in die PKV. Letztere ist höher gesetzt. Erst ab einem Monatseinkommen von 4575 Euro ist 2015 ein Wechsel in die PKV möglich. Bisher lag diese Verdienstgrenze bei 4462,50 Euro

Höchstsatz

Ein Kinderloser zahlte 2014 einen Höchstsatz von 15,5 Prozent. Das bedeutet bei einem Einkommen an der Beitragsbemessungsgrenze eine monatliche Prämie von 610,31 Euro. 2015 zahlt der Versicherte dann 14,6 Prozent gesetzlichen Beitrag auf die neue Bemessungsgrundlage (602,25 Euro) plus einen Zusatzbeitragssatz x, den die Krankenkasse festlegt.

Pflegeversicherung

Neben der Krankenversicherung muss auch in die Pflegeversicherung eingezahlt werden. Der Satz beträgt ab 2015 2,35 Prozent. Das entspricht 96,94 Euro für alle, die an der neuen Beitragsbemessungsgrenze von 4.125 Euro verdienen. 2014 zahlte ein Kinderloser somit 720,90 Euro im Monat für Kranken- und Pflegeversicherung zusammen.

Kinder

Wer Kinder hat, muss weniger in die Pflegeversicherung zahlen. Kinder sind zudem oft beitragsfrei in der Familienversicherung enthalten. In der PKV muss jedes Kind eine eigene Versicherung haben.

Selbstständige

Selbstständige ohne Anspruch auf gesetzliches Krankengeld zahlen etwas weniger, weil ihr Beitragssatz dann nur 14,9 Prozent beträgt. Insgesamt kommen sie 2014 auf 710,78 Euro.

Dies geht aus einer Auswertung hervor, die die Freiburger KVpro.de GmbH für Handelsblatt Online erstellt hat. Basis dafür waren 1123 Unisex-Tarife der PKV. Insgesamt nahmen die Spezialisten 1173 Tarifkombinationen unter die Lupe. 828 davon sind echte PKV-Tarife mit Einzel- oder Mehrbettzimmer sowie Privatarzt. Doch nicht nur beim Thema Beitrag punktet die PKV im Vergleich zur GKV.

 

Kommentare (10)

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06.03.2014, 10:54 Uhr

Wer nicht gegegn seienn Willen behandelt werdenwill dem beleibt nur die private Karnekenkasse.

Account gelöscht!

06.03.2014, 11:34 Uhr

Wer sich gestern auf 3 sat den Amok-.Theenabend angetan hat kann sich ja mal überlegen ob man behinderte einfach so töten darf - so lange sie noch nicht geborenen sind - per Abtreibung. Überlegen sie sich mal irgendjemand würde anfagen alle Rollstuhlfahrer zu erschießen was da los wäre. Vom Effekt ehr ist es aber genau das gleiche.

Man muß sich beim thema Lebensleistungsrente auch mal überlegen ob das nicht ungerecht gegenüber denen ist die nach 3 jahren harter Arbeit als abuarebietr ganz zu Anfnag ihres Berufes vom gerüst fallen und dann im Rollstughl sitzen und nichts mehr leisten können, nur weil andere esrt nach 10 jahre vom gerüst fallen haben sie sich nicht mehr angestrengt als die anderen.

ENTLOHNUNG MUSS SICH AN DER BEREITSCHAFT ORIENTIEREN ETWAS ZU TUN IM ZUSAMMENHANG MIT DEN INDIVIEDULLE BELASTBARKEITSGRENZEN.

Account gelöscht!

06.03.2014, 11:36 Uhr

Naja, wenn man in der PKV sind dann machen die Ärzte ja erst tausend unnötige Sachen, da sie ja abrechnen können ohne Ende. Was der Artikel der HB auch verschweigt sind die dramatischen Beitragssteigerungen, die im Alter auf die Leute zukommen, zusätzlich zu einer sehr geringen Rente. Die PKV kann sich m.E. nur für den Anbieter rechnen und sonst für niemanden...

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