Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.01.2014

08:24 Uhr

Krankenversicherungen

Kassen können Arbeitnehmer bald stärker belasten

Arbeitnehmer- und der Arbeitgeberanteil an Krankenversicherungsabgaben sollen auf gleichem Niveau fixiert werden, doch auf Arbeitnehmer könnten bald versteckte Zusatzkosten warten: Die Kassen bekommen Beitragsfreiheit.

Sie können ab 2015 je nach den Bedarfen und Einnahmen mit Zusatzbeiträgen die Arbeitnehmer belasten: Die Gesetzlichen Krankenkassen. dpa

Sie können ab 2015 je nach den Bedarfen und Einnahmen mit Zusatzbeiträgen die Arbeitnehmer belasten: Die Gesetzlichen Krankenkassen.

DüsseldorfDie Krankenkassen in Deutschland können einem Zeitungsbericht zufolge ab dem 1. Januar 2015 die Höhe ihres Beitragssatzes wieder selbst bestimmen. Ein entsprechendes Gesetz von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) solle Anfang Juli in Kraft treten und zum 1. Januar 2015 wirksam werden, berichtet die „Rheinische Post“ unter Berufung auf Koalitionskreise. Damit sollten auch die pauschalen Zusatzbeiträge entfallen, heißt es weiter.

Der Beitragssatz für Arbeitgeber soll dem Bericht zufolge bei 7,3 Prozent dauerhaft festgeschrieben werden. Auch die Arbeitnehmer sollen fest 7,3 Prozent zahlen. Der bereits heute allein von den Arbeitnehmern finanzierte Anteil von 0,9 Prozent am Beitragssatz solle jedoch flexibler Teil eines neuen Zusatzbeitrages werden, schreibt die „Rheinische Post“. Die Kassen könnten nach eigener Finanzlage entscheiden, ob sie diesen erhöhen oder senken.

Die zehn größten Krankenkassen 2014

Platz 10

In Niedersachsen hat die AOK die Nase vorn. Insgesamt hat die AOK Niedersachsen 2,4 Millionen Versicherte - damit schafft sie es im Jahresranking 2013 gerade noch unter die Top Ten der deutschen Krankenkassen.

Quelle: dfg, Stand 3.2.2014

Platz 9

Mit 2,7 Millionen Versicherten ist die AOK Plus die größte Krankenkasse in Sachsen und Thüringen. Deutschlandweit rangiert sie an neunter Stelle.

Platz 8

Die AOK Nordwest belegt mit 2,7 Millionen Versicherten den achten Platz unter Deutschlands größten Krankenkassen. Das Unternehmen beschäftigt 7.600 Mitarbeiter.

Platz 7

Die AOK Rheinland/Hamburg hat knapp 2,9 Millionen Versicherte. Im Rheinland und in Hamburg ist sie damit die größte Krankenversicherung. Das Unternehmen betreibt mehr als 100 Geschäftsstellen.

Platz 6

Auf dem sechsten Platz der größten deutschen Krankenkassen befindet sich ein fusioniertes Unternehmen: Die IKK Classic. Sie ist im August 2011 aus der eher ostdeutschen IKK Classic und der eher westdeutschen Vereinigten IKK entstanden. Zusammen haben sie recht stabil knapp 3,5 Millionen Versicherte.

Platz 5

An der fünften Stelle der größten Krankenkassen Deutschlands steht die AOK Baden-Württemberg. Seit Jahren sind rund 3,9 Millionen Menschen bei ihr versichert.

Platz 4

In der Rangfolge liegt die AOK Bayern stabil mit 4,3 Millionen Versicherten. In Bayern hat die Krankenkasse einen Marktanteil von mehr als 40 Prozent. Das Unternehmen beschäftigt 10.000 Mitarbeiter in dem Freistaat.  

Platz 3

Auf Platz drei der größten deutschen Krankenkassen ist mit 6,255 Millionen Versicherten die DAK Gesundheit - der Zusammenschluss aus BKK Gesundheit und DAK. Laut eigenen Angaben ist die DAK die Krankenkasse Deutschlands, deren Wurzeln am weitesten zurückzuverfolgen sind - bis zum Jahr 1774. Allerdings verliert auch die neue Kasse Kunden. Gestartet war sie mit 6,6 Millionen Versicherten.

Platz 2

Die Barmer GEK ist seit 2014 nur noch die zweitgrößte Krankenkasse Deutschlands. Sie wurde am 1.Januar 2010 gegründet und unterhält laut eigenen Angaben rund 800 Geschäftsstellen bundesweit. 8,64 Millionen Deutsche sind Anfang 2014 bei ihr versichert. In einem zweiten Ranking liegt die Kasse dagegen noch auf Platz 1: Anfang 2014 hat die Barmer GEK noch rund 400.000 zahlende Mitglieder mehr als die TK.

Platz 1

Die größte Krankenkasse Deutschlands ist nach den neuesten Zahlen seit Anfang 2014 die Techniker Krankenkasse (TK). Sie gewinnt sehr stark Kunden hinzu. Anfang 2013 hatte sie 8,26 Millionen Versicherte. Mitte 2013 waren es 8,49 Millionen und zu Beginn 2014 sind 8,68 Millionen Versicherten. Damit liegt sie vor der viele Jahre führenden Barmer GEK.

„Wichtig ist, dass der Arbeitgeberanteil festgeschrieben bleibt. damit bleiben auch die Lohnnebenkosten stabil“, sagte CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn der Zeitung. Zugleich gebe es weiterhin Wettbewerb zwischen den verschiedenen Kassen. SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach betonte: „Die kleine Kopfpauschale war eine besondere Belastung für Rentner und Geringverdiener.“ Mit der Gesetzesänderung sei die Debatte um eine Kopfpauschale „für immer“ beendet.

Von

afp

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Prophet

30.01.2014, 09:29 Uhr

Die Krankenkassen sind nichts anderes als Inkassounternehmen der Pharmafirmen und Ärzte.
Das gesamte Gesundheitssysthem ist nur noch Profitorientiert.
Wenn wir auch in Zukunft noch Behandelt werden möchten ohne dabei zu verarmen muss sich gehörig etwas ändern. Am sinnvollsten fängt man damit an das Ärztemonopol zu brechen und Alternativen stärker zu brücksichtigen. Die Krankschreibepflicht für Arbeitnehmer gehört abgeschafft. Menschen werden dadurch nur den Pharmavertretern in die Hände gespielt.
Jeder sollte selber wissen, ob und von wem er sich kurieren lässt. Dazu könnte man in den Schulen grundlegende medizinische und naturheilkundlerische Kenntnisse vermitteln und somit mehr auf Eigenverantwortung setzen. Ein guter Freund hat bestimmt auch bessere Heilungschancen als mancher hochbezahlte Arzt.

Account gelöscht!

30.01.2014, 10:32 Uhr

„Wichtig ist, dass der Arbeitgeberanteil festgeschrieben bleibt."
Da bin ich aber beruhigt, ich dachte schon unsere Arbeitgeber würden unverhältnismäßig zu Kasse gebeten und das geht ja gar nicht. Sollen doch die Arbeitnehmer allein dem Erhöhungswahn der Krankenkassen ausgeliefert sein. Die Abschaffung des gleichen Beitragssatzes für alle Krankenkassen hingegen finde ich keine schlechte Idee, dann haben wir wenigstens wieder Wettbewerb (wenn auch sicherlich durch Preisabsprachen und ein korruptes Gesundheitssystem im Allgemeinen eingeschränkt).

Account gelöscht!

30.01.2014, 12:43 Uhr

Sehr schön!
--------
Dann gibt es ab 2015 wieder das Kassenhopping.
Der günstigste Anbieter gewinnt.
Und die Arbeitgeber werden - natürlich - von den Zusatzkosten ausgenommen.
Die Kassen müssen ja - das ist gesetzlich vorgeschrieben - nahezu gleiche Leistungen anbieten. Nur bei Extraleistungen unterscheiden sie sich.
Als Arbeitnehmer kann man so bis zu hundert Euro pro Monat sparen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×